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Emily Jane White kommt zu mit ihrer neuen CD in Dresdens Dreikönigskirche

„Musik zwischen den Welten“ Emily Jane White kommt zu mit ihrer neuen CD in Dresdens Dreikönigskirche

„They Moved in Shadow All Together“ heißt die neue CD von Emily Jane White. Am 25. Oktober kommt die kalifornische Singer-Songwriterin im Rahmen der Reihe „Musik zwischen den Welten“ in die Dresdner Dreikönigskirche. Whites Credo: Traurigkeit und Melancholie gehören zum Leben, so wie Fröhlichkeit oder andere positive Emotionen.

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„They Moved in Shadow All Together“ heißt die neue CD von Emily Jane White

Quelle: Cover

Dresden. „Ich mag Musik, die ein tiefes Gefühl auslöst. Ein guter Song muss eine Qualität haben, die dich auf mehr als eine Art berührt. Wenn du nur tief genug in die Dunkelheit eindringst, dann wirst du irgendwann Gold ausgraben“, erklärte die kalifornischen Singer-Songwriterin Emily Jane White einmal in einen Interview. Sie ist eine Wiederholungstäterin, wenn es darum geht, in dunkle Gefilde einzudringen. Finstere Motive, die Schattenseiten des Lebens sind das Thema Whites. Über fünf Alben hat sie sich dem intensiv gewidmet, und auch ihre aktuelle CD „They Moved in Shadow All Together“ schlägt in diese Kerbe.

Bizarrer oder genialer Coup (die Sichtweisen sind ja bekanntlich immer verschieden): Während des Aufnahmeprozesses experimentierte White in einer Echokammer, so dass sie ihre Stimme kreisend, vielfach, sich überlagernd, fast wie ein Instrument klingen lassen kann.

Insbesondere widmet sich die Musikerin, inspiriert durch den Roman „Outer Dark“ (dt: „Draußen im Dunkeln“) von Cormac McCarthy, der „Fragmentierung des Selbst“, wie sie es nennt. Sie wirft Fragen auf, knabbert an Gewissheiten ihrer inneren Welt. Wahlweise singt sie mit glockenklarer Stimme über Tod, Trauer, Tragödie oder Gewalt. Im Song „The Black Dove“ beispielsweise beschreibt sie Verstörungen, die mit der häufigen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner einhergehen. Auch im Song „Womankind“ geht es um Gewalt, in diesem Fall um die gegen Frauen.

„Ich wollte ein intimes Album machen, welches dennoch bombastische Momente hat. Bass und Schlagzeug tragen dazu bei. Das Cello aber ist das wichtigste Instrument meiner Wahl. Es ist am besten geeignet, Traurigkeit und Melancholie auszudrücken. Das Cello ist der Schleier, der Nebel und manchmal das Führungslicht. Bass und Drums sind Herzschlag und Blut“, ließ die in Oakland lebende White wissen. Wer zum Konzert von ihr am 25. Oktober, 20 Uhr, in der Dresdner Dreikönigskirche geht, sollte sich darauf gefasst machen, dass die Stimmung auf Moll getrimmt ist, getreu Whites Credo: „Traurigkeit und Melancholie werden oft als depressiv oder deprimierend abgetan. Ich denke aber nicht, dass sie deprimierend sind. Sie sind Bestandteil von menschlichen Erfahrungen, genauso wie Fröhlichkeit oder andere positive Emotionen.“ Sagen wir es so: White ist die personifizierte Anti-These der vielen sonnigen Klischees, die es über ihre kalifornische Heimat gibt.

Aber keine Bange: Bei allen bittersüßen Einblicken ins dunkle Seelenleben – es blitzt hier da auch das Licht am Ende des Tunnels auf. Ein echter Glücksfall, dass Emily Jane White kurzfristig ins Programm der Reihe „Musik zwischen den Welten“ gerutscht ist. Wer die Musik Agnes Obels mag, wird die White lieben.

Von Christian Ruf

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