Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Google+
"Elfrid und Mila" am Dresdner Theater Junge Generation uraufgeführt

"Elfrid und Mila" am Dresdner Theater Junge Generation uraufgeführt

Die diesjährige Weihnachtsgeschichte am Theater Junge Generation geht auf das Kinderbuch "Elfrid und Mila" der bekannten schwedischen Autorin Pernilla Oljelund zurück.

Voriger Artikel
Städtische Galerie Dresden zeigt Werke von Wilhelm Rudolph
Nächster Artikel
Im Vertrauen auf Suggestionen: Eigenwillige Darbietungen als Liverahmen zur Cynetart

Sara Klapp als Mila und Roland Florstedt als der Große Rote.

Quelle: Dorit Günter

Übersetzt hat es Birgitta Kicherer, die seit den 70ern eine so lange Liste von zum Teil preisgekrönten Kinderbüchern ins Deutsche übertrug, dass sie 1999 einen Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises erhielt. Doch ein Buch ist noch kein Theaterstück. Zunächst war eine Theater-Fassung nötig, die die Chefdramaturgin Kathi Loch schrieb und die dann von Regisseur Philippe Besson umgesetzt wurde. Und so kann sich das TJG zu Recht rühmen, eine deutsche Uraufführung mehr und eine zeitgemäße, überhaupt nicht ausgeleierte Weihnachtsgeschichte seinen Zuschauern zu präsentieren.

Mila und ihre Mutter freuen sich auf Weihnachten. Sie wollen es wie jedes Jahr zu zweit verbringen - mit Geschenken, Naschereien, Freude und allem, was dazu gehört. Wenn da nicht Klas wäre, der Nachbar von nebenan. Mit Argwohn beobachtet Mila, wie ihre Mutter von Klas schwärmt. Mila muss das Schlimmste befürchten: Klas (das Aas) wird in ihre Weihnachtsidylle einbrechen und alles kaputt machen. Weil sie das auf jeden Fall verhindern will, schreibt sie einen Wunschzettel.

Am Nordpol aber, in einer himmelsartigen Weihnachtswerkstatt, wird jeder Herzenswunsch ernst genommen. Denn die Spielzeugwerkstätten der Wichtel, erfährt der Zuschauer so nebenbei, sind längst "outgesourct" in die Kaufhäuser & Co. Die Wichtelin Elfrid bekommt vom Großen Roten persönlich Milas Weihnachtswunsch zur umgehenden Erfüllung zugeteilt. Nur - die "muffelige und verfusselte" Elfrid ist nicht gerade die emsigste, erfahrenste und auch nicht die ehrlichste.

So kommt es zu mancher Verwirrung durch unerlaubt angewandtes ZRP (Zeitraumpulver) plus Future-Taste (am Wichtelofon), die hauptsächlich von Sara Klapp als Mila und Ulrike Sperberg als Elfrid spielerisch umgesetzt wird. Eigentlich streiten sich die beiden am Anfang nur. Mila muss mit Bestürzung erfahren, dass aus richtig falsch werden kann und umgekehrt. Die kleine Heldin braucht die Wichtelin, und die Wichtelin lernt, eine echte Hilfe zu sein. Es dauert nicht lange, und die beiden sind dicke Freunde.

Und der vermaledeite Wunschzettelwunsch? Wie immer im Theater - und auch im Leben - kommt alles ganz anders und soll hier auch nicht verraten werden. Zunächst tritt der ziemlich "durchgeknallte" Reporter Pascal ins Geschehen (gespielt von Daniel Langbein, der auch den Auftragswichtel übernimmt). Katja Amberger erscheint überzeugend in den Rollen der Mutter und der Erfolgs-Wichtelin Nr. 1, Gregor Wolf als Klas und magisch begabter Technikwichtel. Der Star des Stücks jedoch ist der Große Rote, der Hoho-Weihnachtsmann, genial verkörpert von Roland Florstedt.

Dem TJG mit seinem Team von Bühnenausstattern, Musikern und Video-Künstlern ist ein stilles, schönes und wirklich sehr weihnachtliches Weihnachtsstück gelungen. Es gibt auch Videos, Toneinspielungen, Feuerwerk und Geknalle - doch bleibt die Story angenehm normal. Auch wenn bis zur Pause viel gesprochen wird und gelegentlich die Zeit zu fühlen ist. Zum Schluss jedoch weihnachtet es so richtig, so wie es sein muss - mit allem Zauber und aller Freude.

Und gibt es nicht immer wieder etwas Neues zu lernen? Zum Beispiel, dass manche Wünsche lieber nicht in Erfüllung gehen. Dass jedes seine Zeit braucht und man auch ruhig mal Traurigkeit aushalten kann, weil es viel wichtiger ist, jemand anderem eine Freude zu bereiten. Auch klärt dieses Weihnachtsstück endlich darüber auf, warum Erwachsene nicht an den Weihnachtsmann glauben. Beziehungsweise warum man nicht "durchgeknallt" sein muss, wenn man doch an ihn glaubt.

Ab 6 Jahre. Vorstellungen: 17. bis 20.11; 10. bis 22.12.; 26. bis 28.12. www.tjg-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.11.2014

Andrea Rook

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr