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Elf Stunden bis Rügen: Nada Surf im Dresdner Beatpol

Elf Stunden bis Rügen: Nada Surf im Dresdner Beatpol

So richtig mit E-Gitarre war ja nun nicht. Akustikabend. Und das, obwohl Nada Surf eigentlich prädestiniert sind für reißende E-Sounds. Trotz minimalwehmütigem "Och schade.

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Sorgten für geschlossene Euphorie im Beatpol: Matthew Caws (links) und Daniel Lorca von Nada Surf.

Quelle: Dietrich Flechtner

..": Von der Stimmung im Beatpol war das nicht abzuleiten. Nada Surf rissen akustisch, dass das Publikum kaum zu bändigen war. Denn Nada Surf akustisch ist, als würde man von Dresden nach Rügen über Land fahren - statt viereinhalb Stunden über die Autobahn zu preschen. Nur würde man so nicht so viel sehen. Nicht so viel mitbekommen vom vielen Brandenburg und Mecklenburg, den grünen Alleen und gelben Feldern und Klein Gaglows und Groß Miltzows. Vielleicht bräuchte man elf Stunden. Na und.

Die drei New Yorker, diesmal mit Unterstützung durch E-Piano und zweite Gitarre, gingen's ruhig an, unplugged-mäßig da vorne auf ihren Stühlen sitzend. Matthew Caws (Gesang, Gitarre), Daniel Lorca (Bass, Gesang) und Ira Elliot (Drums) spielten vom 2012er-Album "Teenage Dreams", "Clear Eye Clouded Mind", "When I was Young" und natürlich das frisch leidende "Looking Through". Ein gutes Album. Geschliffen ja, aber brillanziert. Sie spielten dahin im Beatpol, mit Hingabe und Präzision, als würden sie nichts anderes wollen. Wollen sie wahrscheinlich auch nicht. Nicht nach über 16 Jahren Bandgeschichte und einem Stück Musikgeschichte. Schon für das neue Album galt das.

Mit dieser Leichtigkeit ohne Spannungsverlust kriegen sie einen. Kriegten sie alle. Der mittlerweile 44-jährige Caws sagte in einem Interview 2012: "Meiner Meinung nach haben wir unsere Schuldigkeit getan. Wir haben genug Alben draußen, und wir haben überall auf der Welt gespielt. Druck spielt bei uns nur noch eine untergeordnete Rolle. Wir sind mittlerweile viel befreiter in allem, was wir tun, als noch vor zehn Jahren." Überaus charmant plauderte der Frontmann mit dem Publikum, hatte Spaß mit sich, der Band und all den Anwesenden und war sichtlich angetan von der zunehmenden Euphorie des Publikums. Das tobte schließlich zur Zugabe und grölte mit Leidenschaft das von Caws geforderte "fucking".

Die kommen wieder. Und mal in viereinhalb Stunden über die Autobahn nach Rügen: Geht auch gut. Robert Kaak

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.07.2012

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