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Einzigartige Herausforderung: Was und wer hinter der neuen Dauerausstellung des Militärhistorischen Museums steckt

Einzigartige Herausforderung: Was und wer hinter der neuen Dauerausstellung des Militärhistorischen Museums steckt

Der Berg an Aufgaben für die Ausstellungsmacher des Militärhistorischen Museums schien gigantisch. Tausende Exponate aller Größen, von der kleinsten Anstecknadel über die Feldpostkarte bis zur "V-2" und einer Raumkapsel, mussten zu einer auf mehr als 10000 Quadratmetern Fläche präsentierten Ausstellung komponiert werden, die der Besucher auf einem über 1350 Meter langen Rundgang "erlaufen" kann.

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Aufgabe glücklich abgeschlossen: Barbara Holzer und HG Merz.

Quelle: HG Merz Architekten Museumsgestalter/Lukas Veltrusky

Konzeption und Gestaltung lagen in der Verantwortung eines externen Teams, das nach einem Wettbewerbsverfahren gefunden wurde: die Arbeitsgemeinschaft HG Merz und Holzer Kobler Architekturen erhielt dafür den Zuschlag. "Aufgabe war es", so Barbara Holzer, eine der beiden Chefs von Holzer Kobler Architekturen, "die inhaltliche Neuausrichtung des Museums in ein mit dem Gebäude korrespondierendes Konzept zu übersetzen und als Ausstellung zu inszenieren".

Allein die Sichtung der im bisherigen Museum vorhandenen Objekte und die Überlegungen zu deren Eignung für die künftige Ausstellung erforderten in den Jahren 2006 und 2009 zwei ausführliche, je mehrere Monate dauernde Analyserundgänge durch den Bestand. Daran anknüpfend folgte die - zunächst gedankliche - Anordnung all dieser Exponate in Vitrinen und weiteren Präsentationsplattformen und die Zuordnung zu Räumen nach vorgegebenen "Drehbüchern", die Auswahl und die Beschaffung von Ergänzungsexponaten (wenn die vorhandenen Objekte für die Realisierung einer Idee nicht genügten) sowie das Entwickeln von Ideen zur technischen Machbarkeit. Das Gewicht eines Panzers musste baustatisch ebenso berücksichtigt werden wie logistisch der Transport einer etwa 14 Meter hohen V-2 innerhalb der Gänge und Treppen.

Auch die Beschriftung von mehreren tausend räumlich-geometrisch völlig verschiedenartigen Exponaten ist eine Mammutaufgabe - insbesondere im Kampf zwischen Formulierungskürze und Erklärungsehrgeiz.

Das Ganze war in planerischer, organisatorischer und ausstellungsbaulicher Sicht eine Herausforderung, vor der hier in Dresden in dieser Weise wohl noch kein anderes Museum stand. Für den Erfolg war Barbara Holzer zufolge "der intensive Austausch und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten über mehrere Jahre hinweg entscheidend". Zu denen gehörte, so Holzer, neben den Ausstellungsgestaltern, Architekten und dem Museumsteam auch ein wissenschaftlicher Beirat.

Eine Herausforderung war auch die veränderte Grundaussage der jetzigen Ausstellung im Vergleich zur früheren. Aber wurde aus dem Armeemuseum ein "Antikriegs-Museum"? Barbara Holzer: "Diese besondere Darstellung der Militärgeschichte als Teil der Kulturgeschichte lässt sich schwer einordnen, da es nicht mit einem klassischen historischen Museum und auch nicht mit einem typischen militärgeschichtlichen Museum vergleichbar ist." Der von Daniel Libeskind entworfene Neubau (Keil) habe dabei ganz einzigartige Möglichkeiten geboten, unkonventionell zu arbeiten, beispielweise durch die sogenannten vertikalen Vitrinen, die großformatige Exponate und Blickbeziehungen zwischen den verschiedenen Themenbereichen ermöglichen.

Das Büro Holzer Kobler Architekturen aus Zürich gehört zu den international anerkannten Architekturbüros mit einem breit gefächerten Tätig-keitsfeld, das von Städtebau und Architektur bis zu Szenografie und Ausstellungsgestaltung reicht. Zu den Erfolgen der letzten Jahre zählen unter anderem das mehrfach ausgezeichnete Besucherzentrum mit Aussichtsturm Arche Nebra (2007), mit dem das Büro in Deutschland bekannt wurde, so- wie die Dauerausstellungen des Weltnaturerbes Grube Messel (2010). Darüber hinaus zählen zu den Erfolgen in der Schweiz die neue Dauerausstellung im Schweizerischen Landesmuseum (2009) sowie die städtebauliche Planung und Umsetzung für das Suurstoffi Areal in Risch-Rotkreuz mit Funktionen wie Verkauf, Wohnen, Büro.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.10.2011

Mathias Bäumel

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