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"Eine schmerzliche Lücke geschlossen": Vermisste Meissener Vasen sind in Dresden zurück

"Eine schmerzliche Lücke geschlossen": Vermisste Meissener Vasen sind in Dresden zurück

Fünf seit dem Zweiten Weltkrieg vermisste Meissener Porzellanvasen mit dem Augustus Rex Monogramm, die Eigentum der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sind, sind nach Dresden zurückgekehrt.

Das teilten gestern die Kunstsammlungen mit. Drei der wertvollen Stücke hätten sich zuletzt im Besitz des Bayerischen Nationalmuseums München befunden und seien in dessen Dependance Schloss Lustheim, Meissener Porzellan-Stiftung Ernst Schneider, ausgestellt gewesen. Zwei weitere befanden sich in Privatbesitz in Altenburg bzw. Düsseldorf.

Die Vasen waren in der Meissener Manufaktur für den persönlichen Gebrauch August des Starken bzw. dessen Sohn, August III., gefertigt worden. Wie die Kunstsammlungen weiter erläuterten, haben sie daher nicht die üblichen gekreuzten Schwerter, sondern tragen das AR-Monogramm in Unterglasurblau. Ursprünglich gehörten solche Vasen zu einem Satz von meist fünf oder sieben, selten auch neun Vasen unterschiedlicher Form mit ähnlichem Dekor. Diese wurden meist auf Kaminsimsen der königlichen Schlösser präsentiert und werden deshalb auch als "Aufsätze" bezeichnet.

Die nach Dresden zurückgekehrten Vasen stammen aus fünf verschiedenen Sätzen, über deren Umfang bis auf eine Ausnahme keine Erkenntnisse vorliegen. Bekannt ist lediglich, dass eine gelbgrundige Deckelvase mit Fabeltierdekor zu einem Satz mit fünf Objekten gehört. Die Porzellansammlung besitzt aus diesem Satz eine weitere Vase, die übrigen drei des Satzes sind seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen.

Der Direktor der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Ulrich Pietsch war in den letzten Jahren durch eigene Recherchen und durch Hinweise von Kollegen auf die Vasen aufmerksam geworden. Pietzsch konnte den Nachweis erbringen, dass die Stücke zum Bestand der Porzellansammlung gehört hatten und in den Kriegswirren abhanden gekommen waren. So existieren die Vasen abbildende Fotos, die der damalige Direktor der Porzellansammlung, Fritz Fichtner, 1942 anfertigen ließ.

Zur nunmehrigen Rückkehr der Vasen erklärte Ulrich Pietsch: "Unsere Aufgabe der Provenienzforschung ist umfassend. Deren Erkenntnisse führen in Einzelfällen zu Restitutionen von Werken, die sich zu Unrecht im Besitz der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden befinden. Zugleich gilt es aber auch, abhanden gekommene Kunstwerke in unsere Sammlungen zurückzuführen. Bei den nun nach Dresden zurückgekehrten Vasen handelt es sich um einzigartige und höchst qualitätsvolle Kunstwerke von sehr großem kunsthistorischen und materiellen Wert mit Dekoren im Stil der so genannten Chinamode, die im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts den Stil der Meissener Porzellanmalerei dominierte. Somit bin ich sehr froh, dass schmerzliche Lücken im Bestand wieder geschlossen werden konnten." DNN

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.10.2011

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