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Eine Vision nimmt Gestalt an - Rundgang im Kraftwerk-Mitte

Eine Vision nimmt Gestalt an - Rundgang im Kraftwerk-Mitte

Am Sonnabend eröffnet Staatsoperette Dresden ihre neue Saison. Wer noch einmal einen Blick hinter die Kulissen der "alten" Operette werfen möchte, hat letztmalig an diesem Tag dazu Gelegenheit.

Von 10 bis 13 Uhr Uhr stehen alle Türen offen. Musik und Tanz gibt es auch, zum Beispiel das Musical "Zirkus Furioso" mit dem Kinderchor der Staatsoperette. Am Abend dann die Wiederaufnahme der Erfolgsproduktion "Der kleine Horrorladen".

So beginnt die vorletzte Spielzeit in Leuben. Im Dezember 2016, als Weihnachtsgeschenk für die Dresdner und ihre Gäste, soll auf dem Gelände des Kraftwerkes Mitte, am Wettiner Platz, ein neuer Theaterbau eröffnet werden, ein Komplex mit vier Bühnen, drei Spielstätten unterschiedlicher Größe sind für das theater junge generation mit dem Puppentheater vorgesehen. Im größten Saal mit 700 Plätzen wird künftig das Ensemble der Staatsoperette sein Repertoire des musikalischen, unterhaltenden Genres vorstellen. Die Bauarbeiten gehen voran. Weithin sichtbar, gerade wird der derzeit größte Baustellenkran der Stadt montiert. 70 Meter Auslage wird sein mächtiger Arm haben.

Also hatte Intendant Wolfgang Schaller schon mal an diesen künftigen Ort eingeladen und angekündigt, dass Mario Radicke, als technischer Direktor des Theaters, Einblicke geben würde in die Architektur und deren Möglichkeiten. Zuvor verwies Schaller noch einmal auf die Vorhaben der neuen Saison, darauf, dass ein Zar, ein Schwarzkünstler, ein Trickbetrüger und Hochstapler und ein Milchmann die Hauptpersonen der neuen Inszenierungen sein werden. Er betonte, dass unabhängig von der Premierenplanung die gegenwärtigen Ereignisse, etwa im Hinblick auf die Operette "Der Zarewitsch" oder das Musical "Anatevka", diese Stück in neuem Licht erscheinen lassen. Beide Stücke spielen in Russland, einmal geht es um Machtverhältnisse, zum anderen um Vertreibung und Fremdenfeindlichkeit. Ohne den Anspruch zu haben, von der Operettenbühne aus die Welt zu verändern, stelle man sich jedoch bewusst der Herausforderung zu zeigen, dass dieses unterhaltende Genre mehr sein kann als pures Tingeltangel.

Chefdirigent Andreas Schüller erläuterte, dass er zur Eröffnung des Johann-Strauss-Festivals die unbekannte aber nach seiner Meinung ganz und gar nicht uninteressante Operette "Cagliostro" herausbringen wird und der musikalischen Urfassung so nahe als möglich kommen wolle.

Noch kein Wort fiel über die Eröffnungspremiere der neuen Staatsoperette, aber die neuen Möglichkeiten und Dimensionen hat man im Blick. Da kann Mario Radicke Einblicke geben, engagiert und spürbar beglückt erläutert er die Beschaffenheit des künftigen Zuschauerraumes mit tollen Sicht- und Hörverhältnissen. Das ansteigende Parkett und ein Rang bieten Platz für 700 Menschen. Er hat maßgeblich am neuen Bühnenkonzept mitgearbeitet und ist sehr froh darüber, dass dies auch ohne Abstriche verwirklicht werden kann. Künftig gibt es eine Hauptbühne mit 12 mal 12 Metern Spielfläche und 7,50 Metern Portalhöhe.

Der Orchestergraben wird 150 Quadratmeter umfassen, davon fast 80 als offene Fläche für die gute Ausbreitung des Klanges. Zwei Seitenbühnen, eine mit identischen Maßen der Hauptbühne sowie eine Hinterbühne mit fast 300 Quadratmetern, machen rasche Szenenwechsel möglich. Dazu kommt die Drehscheibe auf der Hinterbühne, die in der Drehbewegung nach vorn gefahren werden kann und zusätzlich einen Drehkranz hat, der sich in die Gegenrichtung bewegen lässt. Beste Voraussetzungen für die große Revue, die große Show, die Opulenz der Operette und des Musicals. Die akustischen Bedingungen stimmen, Möglichkeiten der Steuerungen für bis zu 40 einzelne Mikrophone werden gegeben sein. Und über der Bühne erhebt sich der weithin sichtbare Turm mit modernster Oberbühnenmaschinerie. Der Probenraum hat die Maße der Bühne, dazu gibt es einen Ballettsaal, Orchesterprobenraum und ein Aufnahmestudio für eigene Produktionen.

Ein Blick auf die Baustelle zeigt, es geht voran, die Umrisse des Orchestergrabens sind gut erkennbar. Noch strahlt die einladende Fassade mit der Einbindung historischer Bausubstanz auf der Fotomontage, das wird sich ändern, spätestens im Dezember 2016.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.09.2014

Boris Gruhl

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