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Eine Lobby für die Kreativen - "Wir gestalten Dresden" will die Kulturbranche stärken und schützen

Eine Lobby für die Kreativen - "Wir gestalten Dresden" will die Kulturbranche stärken und schützen

Designer, Software-Entwickler, Autoren, Künstler, Filmschaffende und Journalisten: Sie alle sind kreativ und kurbeln – wie eine 2011 von der Landeshauptstadt Dresden vorgestellte Studie bewiesen hat – die Wirtschaft entscheidend an.

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Nils Buchartz, Aufsichtsrat für die Musikbranche, Claudia Muntschik, Vorstandsvorsitzende von "Wir gestalten Dresden", Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Stadtsprecher Kai Schulz (v.l.) zogen nach einem Jahr Zusammenarbeit Bilanz.

Quelle: Julia Vollmer

Um die Branche der Kultur- und Kreativschaffenden zu unterstützen, voranzutreiben und untereinander zu vernetzen hat sich 2012 der Verband „Wir gestalten Dresden" gegründet. Seit genau einem Jahr fördert auch die Stadt Dresden den Verband. Am Donnerstag zog die Branche erstmals eine Bilanz, zeigte Erfolge auf und wies auf bestehende Probleme hin.

Wieso ist die Gründung eines Verbandes für die Kultur- und Kreativwirtschaft nötig geworden?

In Dresden leben sehr viele Kreative. Laut einer Statistik der Arbeitsagentur für Arbeit ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in dieser Branche von 2008 bis 2013 um über 20 Prozent auf rund 10.200 Erwerbstätige gestiegen.

Wer gehört alles zur Kreativbranche?

Der Verband „Wir gestalten Dresden" unterteilt den Wirtschaftszweig in zwölf Branchen. Zu diesen gehören die Musikwirtschaft, der Buch- und Kunstmarkt, die Film- und Rundfunkwirtschaft, der Markt der darstellenden Künste, der Architektur-, Presse- und Werbemarkt sowie die Software- und Gameindustrie. Der zwölfte Bereich ist der sogenannte interdisziplinäre. „Das sind Künstler, die sich auf keinen Bereich festgelegt haben, sondern in mehreren Branchen aktiv sind", erklärt Claudia Muntschick, Vorstandsvorsitzende des Verbandes.

Welche Branchen sind in Dresden besonders stark vertreten?

Laut einer Statistik der Arbeitsagentur kommen allein 5100 Beschäftigte aus der Software- und Gameindustrie. Knapp über 1000 Kreative arbeiten jeweils in den Branchen Presse- und Architekturmarkt. An vierter und fünfter Stelle stehen der Werbemarkt mit 687 Beschäftigten und die Designerwirtschaft mit 507 Beschäftigten.

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Fotos vom Treffen des Branchenverbandes "Wir gestalten Dresden" mit Bürgermeister Dirk Hilbert

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Welche Aufgaben übernimmt der Verband?

Die Kernaufgaben sind das vernetzten, vermitteln und vertreten. „Die Branche ist so zersplittert, dass wir es uns zur Aufgabe gemacht haben, die Kreativen untereinander zu vernetzen. Ein Musiker muss sich beispielsweise den eigenen Internetauftritt nicht von einem Experten aus Leipzig machen lassen", so Muntschick. Beim Vermitteln gehe es darum, zu erklären was Kreativwirtschaft eigentlich ist und beratend zu agieren. „Die letzte Aufgabe sehen wir in der Vertretung der Interessen gegenüber Politik und Verwaltung", berichtet die Vorstandsvorsitzende.

Welche Ziele verfolgt der Verband?

Die Kultur- und Kreativwirtschaft braucht nach Angaben von „Wir gestalten Dresden" eine starke, effiziente Interessenvertretung, um nachhaltige Strukturen schaffen zu können. Politik und Verwaltung aber auch Gesellschaft und klassische Wirtschaft sollten anerkennen, dass die Kreativen ein entscheidender Impulsgeber für wirtschaftliche Innovation und somit wichtiger Arbeitgeber für Dresden sind. „Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Schaffen von Räumen", so Muntschick. Fehlene Ateliers, Proberäume oder Büros seien ein Problem, über das alle zwölf Branchen im Verband klagen.

Wie ist der Verband organisiert?

Die im Verband organisierten Mitglieder – ob Unternehmen, Freiberufler, Vereine oder Angestellte – wählen einen Vorstand, der aus drei Personen besteht. Zusätzlich wählt die Mitgliederversammlung den Aufsichtsrat, der aus je einem Vertreter der zwölf Teilbranchen besteht. Außerdem gibt es beim Verband „Wir gestalten Dresden" noch einen Beirat. „In diesem sind unter anderem Fachleute aus dem Bereich der Steuer- und Rechtsberatung vertreten, die uns bei diesen Themen beratend zur Seite stehen", erläutert die Vorstandsvorsitzende.

Wie finanziert sich der Verband?

„Vor genau einem Jahr haben wir einen dreijährigen Kooperationsvertrag mit der Stadt Dresden vereinbart. Dieser sieht unter anderem eine Förderung des Verbandes mit jährlich 40000 Euro vor", erklärt Claudia Muntschick. Hinzu kämen die Mitgliedsbeiträge, die je nach Einkommen, zwischen 60 und 120 Euro pro Jahr betragen. Welche Ziele konnten bisher erreicht werden? „Wir konnten in den vergangenen 18 Monaten eine handlungsfähige Struktur aufbauen. Außerdem haben wir es geschafft, von der Stadtverwaltung als Partner wahrgenommen zu werden. Dieses Modell ist deutschlandweit einzigartig", so Muntscheck abschließend.

Nadine Steinmann

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