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"Eine Humorallergie!" - Die Dresdner Herkuleskeule startet in die neue Spielzeit

"Eine Humorallergie!" - Die Dresdner Herkuleskeule startet in die neue Spielzeit

Inmitten seines Ausblicks auf die neue Spielzeit der Dresdner Herkuleskeule sagte deren Intendant Wolfgang Schaller folgenden bedeutungsschweren Satz: "Die Freiheit des Wortes beginnt dort, wo man sagen kann, was der andere nicht hören will!" Mit diesen wenigen Worten wird eigentlich der ganze Sinn des politisch-satirischen Kabaretts auf den Punkt gebracht.

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Erik Lehmann, Philipp und Wolfgang Schaller sowie Rainer Schulze (v.l.)

Quelle: HL BOEHME

Die "Keule" beherzigt dieses Credo eigentlich schon seit ihrer Gründung im Jahre 1961 und hat damit mehr als 50 Jahre erfolgreich existieren können. Vor einigen Jahren preschten die Dresdner zudem noch einen weiteren Schritt nach vorn.Sie etablierten nämlich eine Art Jugendbrigade auf der Bühne, die sich vor allem dem bisher politkabarettresistenten jugendlichen Publikum widmen sollte. Seither gibt es in Dresden zusätzlich zu den Programmen der gestandenen Keulen-Kabarettisten die zu später Stunde servierten "Spätzünder". Ein bunter Mix aus aktueller Politsatire, kritischen Songs und einer frischen rockigen Musik. Väter dieses sachsen- oder sogar deutschlandweit einmaligen Kabarettprogramms sind zum einen das Ensemblemitglied Erik Lehmann und zum anderen der Textautor Philipp Schaller. Die nächtlichen Spätzündereskapaden führten nun außerdem dazu, dass Lehmann und Schaller (junior) ein Duoprogramm zur Welt brachten, das zugleich eine Premiere in der neuen Spielzeit 2013/14 sein wird: In "Wir geben unser Bestes" - so der Titel - bleiben beide dennoch in der gewohnten Struktur, denn sie bieten eine Art Lehrstunde dafür an, wie eigentlich und überhaupt Kabarett funktioniert. Wobei der eine (Phillip Schaller) liest und der andere (Erik Lehmann) spielt. Womit wiederum das eingangs erwähnte Credo Wolfgang Schallers genau bedient wird. Die Premiere dieses launigen Duetts nun wird am 24. Oktober 2013 stattfinden.

Überhaupt bildet der Oktober 2013 - rein kabarettistisch gesehen - einen vorzüglich und reich gedeckten Gabentisch. Da brillieren hochkarätige Gäste von außerhalb - wie bspw. Henning Venske und Kai Magnus Sting (21. Oktober), Django Asül (22./23. Oktober) und Jochen Busse (28. Oktober). Und da feiert gar auch ein Duo an fünf Abenden (5./6.Oktober sowie 25./26.Oktober) das 30-Jährige seiner Zusammenarbeit. Gemeint sind der singende und Klavier spielende Buchhändler aus Wernigerode Rainer Schulze in Kooperation mit dem Keulenchef Wolfgang Schaller und ihr gemeinsames Programm "Alles bleibt anders - 30 Jahre Schaller & Schulze".

Die Bilanz der vergangenen Spielzeit kann sich sehen lassen. Zwölfmal gab es die Late Night Show "Spätzünder"; 128 Gastspiele führten die Dresdner von Flensburg bis an den Bodensee. Das Stammhaus kann sich mit einer Auslastung von 80 Prozent und insgesamt etwa 110 000 Besuchern rühmen. Die lange "Nacht der Theater" bescherte der Herkuleskeule mehr als 800 Besucher.

Trotz dieser Anstrengungen will Keulen-Intendant Wolfgang Schaller bezüglich seiner Kondition keinerlei Zweifel aufkommen lassen. Dafür sorgen allein schon die tagespolitischen Meldungen oder auch die Reden der Politiker, die allesamt ganz freiwillig und regelmäßig eine Fülle an Bonmots und ungewollten Vorlagen für die Kabarettbühne bereitstellen. Obwohl man - so Schaller - bezüglich des Kabaretts in der Tagespolitik eine Humorallergie bekommen könnte.

Rainer Bursche, Vollblutkabarettist und zugleich Geschäftsführer der GmbH, zog ein Resümee der vergangenen Spielzeit. Er tat also das, was man in früheren Zeiten als den "Bericht zur Planerfüllung" bezeichnete. Dabei zeigte sich, dass die Herkuleskeule neben der Arbeit an der Heimatfront auch immer noch bestens auf Gastspielreisen in nahezu allen Bundesländern unterwegs ist. Bursche und Schaller blickten auch auf den Standortwechsel, der unweigerlich kommen wird. Nur weiß im Drunter und Drüber der Dresdner Stadtpolitik noch niemand so ganz genau, wann das sein wird. Fest steht bisher wohl nur, dass die Herkuleskeule nach dem Umbau des Kulturpalastes dort eine Art Kellertheater mit rund. 270 Plätzen bespielen soll.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.09.2013

W. Zimmermann

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