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Ein musikalisches Roma-Märchen verzaubert die Zuschauer im Societaetstheater

Ein musikalisches Roma-Märchen verzaubert die Zuschauer im Societaetstheater

Zwei Wände, zwei Stühle, ein Fenster - mehr braucht es nicht, um auf der Bühne ein Haus und die Welt zu schaffen. Zwei Holzpuppen, ein paar Instrumente und drei Darsteller, die beseelt sind von der Macht der Musik und von der Macht der Poesie.

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Spielfreudiges Trio: Matthias Manz, Karo lina Petrova und Paul Hoorn.

Quelle: Detlef Ulbrich

Sie kommen hereingestürzt, sagen "Guten Tag" und "Gute Nacht", verhandeln um den richtigen Beginn der Geschichte und fangen an zu singen. Ein Sonnenaufgangslied, so ein warmes, richtiges Wunschtraumlied.

Es wird Licht - und die Geschichte kann beginnen. "Wie der Tschawo Sarah singen hörte" heißt sie, es ist eine musikalische Liebesgeschichte, und sie hat zur Premiere im Societaetstheater die kleinen und großen Zuschauer verzaubert. Dem Trio aus Paul Hoorn, Karolina Petrova und Matthias Manz gelingt es, mit wenigen Mitteln eine wunderbare Geschichte zu erzählen: vom armen Roma-Jungen Tschawo, der sich in Sarah, die reiche Kaufmannstochter, verliebt und nun König werden will, um sie zu kriegen.

Die Geschichte ist uralt und doch schlagen die drei Musiker ihre Zuhörer ganz und gar in ihren Bann. Weil sie traurige, fröhliche, wehmütige und freche Musik zum Klingen bringen, mit Gitarre und Akkordeon, mit Geige und Klarinette. Weil sie ihre Zuschauer mit auf eine phantastische Reise nehmen: zum Weltenbaum, der die sieben Welten in sich trägt. Da fliegt, schwimmt und reitet Tschawo von der Welt der langen Wege in die Welt ohne Boden, da kommt er schließlich in der siebenten Welt des Roma-Königs an. Und nicht zuletzt, weil die drei Schauspieler sich selbst kommentieren, unterbrechen, aufs Korn nehmen und auf diese Weise ihr Spiel vieldeutig machen.

"Das ist jetzt die Stelle, wo der Tschawo geweckt werden sollte", sagt da zum Beispiel einer am Anfang und macht damit - auch für die kleinen Zuschauer - den Spielcharakter des Ganzen deutlich. In der letzten Szene ist es nur dem Kommentar der Spielerin zu verdanken, dass die Geschichte gut ausgeht. "Und Sarah?", fragt sie, kurz bevor Tschawo sich mit der Tochter des Roma-Königs vermählt, und bringt damit die "richtige" Braut erst wieder ins Spiel.

Es ist eine poetische Geschichte, die hier erzählt wird, aber sie ist auch ungeheuer lustig. Vor allem Matthias Manz bringt mit seinen Auftritten als löffeltanzendes altes Mütterchen, als blubbernder König der Wassergeister oder als scheinbar böser Dämon sein Publikum haltlos zum Lachen. Paul Hoorn und Karolina Petrova sorgen mit ihrem Gesang und ihrer Musik für die leiseren Töne, sie rühren an und rütteln auf - alle gemeinsam breiten einen Teppich aus, auf dem man sich gern in eine fremde Welt entführen lässt.

Dass sich die drei mit der Geschichte von Tschawo in die Märchenwelt der Roma und der Juden aus dem alten Prag begeben, ist kein Zufall. Auch mit ihrem Liederabend "Maria im Dornwald", der am 12. Dezember im Societaetstheater Premiere feiert, nähert sich das Trio der Frage nach Fremde und Heimat, Unterwegs-Sein und Ankommen, Verunsicherung und Geborgenheit. Und auch darauf darf man gespannt sein.

für Kinder und Erwachsene ab sechs Jahren, eine weitere Vorstellung ist im Februar geplant

www.societaetstheater.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.11.2014

Birgit Andert

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