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Ein Zeichenfür die Zukunft? - Der Verein FriedrichstadtZentral ist Förderpreisträger des Dresdner Kunstpreises

Ein Zeichenfür die Zukunft? - Der Verein FriedrichstadtZentral ist Förderpreisträger des Dresdner Kunstpreises

Lange waren die Aussichten trübe. Gänzlich ungetrübt sind sie noch immer nicht. Aber es gibt berechtigte Hoffnung. Sicher ist nur eins: Das Areal der alten Buchbinderei in der Friedrichstadt ist an einen Investor verkauft worden.

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Im FriedrichstadtZentral: "Sicht/Beton/Ung/Sieben", Tanz der Klischees, 21. April 2012.

Quelle: Barbara Lubich

Künftige Nutzungsinteressen sehen keine kulturellen Initiativen auf dem Gelände vor.

Spätestens im August muss alles geräumt sein. Schluss an diesem Ort, der seit 2006 Kulturstätte ist, in der Performances, Konzerte, Diskussionsrunden, Theater und Tanz regelmäßig stattfinden, ein ganz eigener Akzent für die Friedrichstadt zumal, aber auch für die ganze Stadt. Nicht zuletzt wegen der sowohl kulturellen als auch sozialen Grundidee, Leben, Arbeit, Kunst und Wohnen miteinander zu verbinden und im besten Sinne des Wortes so etwas wie "Lebenskunst" zu ermöglichen.

Solidarität und Sympathie, Experiment und Individualismus, Verbindlichkeit und Freiraum, vor allem aber große Offenheit sind die tragenden Elemente für diesen Ort, an dem es möglich ist, "spielerisch mit wichtigen Dingen umzugehen", wie es Kulturbürgermeister Ralf Lunau treffend benannte.

FriedrichstadtZentral e.V., alles andere als eine Insel der Seligen, als ein romantischer Rückzugsort. Mittendrin wollen sie sein, die Vereinsmitglieder, Künstler, Sympathisanten, Freunde und Unterstützer. Sie sind keine Utopisten, keine Schwärmer, aber ihre Ideen sind manchmal voller Hintersinn und können wie vor einem Jahr etwa, als das kontrovers diskutierte Projekt "KuPaPa" abgeschlossen war, ein wirtschaftspolitisches System, aus dem man nicht aussteigen kann und will, zumindest entlarven. Als auf dem Gelände Parkplätze entstanden, hat man einfach "mitgespielt" bei einer solchen Kommerzialisierung bislang öffentlicher Erde. Man hat Paten, also "KulturParkplatzPaten" gesucht und gefunden, Parkplätze "gekauft" und so den Raum für kulturelle Aktionen zurückerobert. Natürlich ist so etwas Selbstausbeutung, natürlich muss man sich den Vorwurf gefallen lassen, öffentliche Mittel in die Privatwirtschaft zu stecken, Geld in den Sand, genauer in den Beton zu setzen.

In den Diskussionen lagen die Nerven blank. Aber wie kann Kunst anders performativ sein, als dass sie an die Nerven geht und wenn nötig auch auf die Nerven? Offensichtlich will man auch künftig nicht auf einen solchen Ort der kreativen Unruhe in Dresden verzichten. Heute wird der Verein FriedrichstadtZentral mit dem Förderpreis des Kunstpreises der Landeshauptstadt gewürdigt. "Wir zeichnen damit eine Künstlervereinigung aus, deren vernetzende Aktivitäten den Austausch zwischen Kultur- und Stadtleben befördern und die mit innovativen Projekten maßgeblich zu einer lebendigen Kunstszene beiträgt", so steht es in der Jury-Begründung.

Und wie weiter? Vor allem wo? Eins ist klar: In der Friedrichstadt ist Schluss. Im Rahmen der Tanzwoche Dresden, am 20. April, heißt es dort zum achten und letzten Mal "Sicht/Beton/Ung": alle Türen auf, alle Register gezogen, Konzerte, Performances, Videos und Sound Art. Noch einmal alle Lichter an im alten Haus, bevor dann das Licht hier erst mal ausgeht.

Ganz finster ist die Zukunft im Hinblick auf ein neues Haus nicht. Nicht zuletzt wegen einer großen Sympathiewelle, wegen Hilfsangeboten und aktiver Unterstützung. Es kann gut sein, dass mit der Preisverleihung auch spruchreif wird, wo künftig in Dresden wieder kultureller Aufwind zu spüren sein wird.

www.friedrichstadtzentral.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.03.2013

Boris Michael Gruhl

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