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Ein Spielkartenprojekt der Dresdner Sezession 89

Rommeeblatt für Kunstenthusiasten Ein Spielkartenprojekt der Dresdner Sezession 89

Die Sezessionistinnen mischen ihre Karten neu, werfen auch einen verstohlenen Blick in der Nachbarinnen Blatt und wagen einen bildnerischen Diskurs über unterbewusste Archetypen, die unser Leben beeinflussen.

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Quelle: Irene Wieland

Dresden. Die Sezessionistinnen mischen ihre Karten neu, werfen auch einen verstohlenen Blick in der Nachbarinnen Blatt und wagen einen bildnerischen Diskurs über unterbewusste Archetypen, die unser Leben beeinflussen. Versöhnliche Heilsbotschaften sind ebenfalls enthalten, wie die Hoffnung auf Zuwendung, wobei zurück und nach vorne gesehen wird, ohne die letzte Karte auszuspielen. Alles ist möglich in der Kosmologie von Paraphrasen, Metaphern, Anspielungen und Ausdeutungen. "-auf den Kopf-" ist auch ein Gleichnis für unser dualistisches Weltbild. Es gibt immer eine Gegenseite: männlich und weiblich, Tag und Nacht, Licht und Schatten, Himmel und Erde, Leben und Tod.

Die Künstlerinnen haben Lebensaugenblicke gesammelt und fügen sie hier in der Ausstellung zu einem "teatrum mundi" besonderer Ausdruckskraft und Poesie zusammen. Sie sammelten Strandgut der Geschichte und der Mythen. Sie orakeln versonnen fabulierend, aber nicht selbstvergessen, über die Beziehung zwischen Mythos und Gegenwart. Und so entblättern sie unmissverständlich ihre eigene Beziehung zur Welt, Ansprüche, Verluste, Sehnsüchte, Hoffnungen sowie ihre Hingabe zu Legenden und Sagen, zu Traumbildern und Räumen irgendwo im Nirgendwo. Wobei sie eigenwillig zum Ausdruck bringen, dass die alten Überlieferungen, die ein Schatz der Kulturgeschichte der Menschheit sind, ihre positive, weltbeschreibende Bedeutung und Kraft nicht eingebüßt haben.

Das Projekt entstand auf Anregung der schwedischen Künstlerin Kerstin Dietrich des Vereins "Konstkortleken", der bereits drei künstlerische Kartenspiele herausgeben hat, vermittelt wurde der Kontakt durch die Dresdner Künstlerin Katharina Lewonig. Anliegen ist es, mit einem Rommeespiel Kunst einer breiten Öffentlichkeit auf spielerische Weise nahezubringen. Auf jeder Spielkarte soll ein Werk einer Künstlerin abgebildet werden.

Die Ausstellung in der galerie drei nun zeigt eine Auswahl von Entwürfen und Werken der an dem Projekt teilnehmenden 55 Künstlerinnen, wobei Marion Kahnemann bereits eines in gedruckter Form vorlegt. Die Herstellung des Kartenspiels ist für das Frühjahr 2016 in einer Auflage von 400 Exemplaren geplant und wird in einer öffentlichen Spielaktion in der Galerie der Kreativen Werkstatt vorgestellt.

Ausstellung bis 16.1., galerie drei, Prießnitzstraße 43, Mi-Fr 15-18 Uhr, Sa 12-14 Uhr

Karin Weber

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