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Ehemaliger Chefdirigent der Dresdner Staatskapelle Kurt Sanderling ist tot

Ehemaliger Chefdirigent der Dresdner Staatskapelle Kurt Sanderling ist tot

Der Nestor der ostdeutschen Dirigenten ist tot: Kurt Sanderling wurde 98 Jahre alt. Er musizierte mit den großen Orchestern der Welt. Den Taktstock hatte er 2002 das letzte Mal in der Hand.

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Kurt Sanderling, Archivfoto vom 07.09.2006.

Quelle: dpa

Berlin. Die ostdeutsche Dirigenten-Legende Kurt Sanderling ist tot. Sanderling starb am Sonntag im Alter von 98 Jahren in Berlin, wie sein Sohn Stefan der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. „Er ist friedlich im Kreise der Familie eingeschlafen“, sagte sein Sohn, der ebenfalls Dirigent ist. Am 19. September hätte Kurt Sanderling seinen 99. Geburtstag gefeiert.

Sanderling galt als der letzte aus einer Generation großer Dirigenten. 2002 stand er zum letzten Mal am Pult - im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt dirigierte er das Berliner Sinfonie-Orchester (BSO).

Geboren als Sohn einer jüdischen Familie in Ostpreußen, arbeitete Sanderling in Berlin noch mit Wilhelm Furtwängler und Erich Kleiber zusammen. Nach Hitlers Machtantritt emigrierte er in die Sowjetunion, die ihm eine neue Heimat wurde. Beruflich hatte er dort Erfolg: er wurde Dirigent der Leningrader Philharmoniker. Er musste aber auch die Folgen stalinistischen Terrors erleben. Sowjetische Musikerkollegen wie der Komponist Dmitri Schostakowitsch oder der Geiger David Oistrach waren ihm in Freundschaft verbunden.

Nach dem Krieg kehrte Sanderling 1960 nach Ostberlin zurück. Von 1960 bis 1977 war er Chefdirigent des Berliner Sinfonie-Orchesters (BSO). Kritiker meinten damals: er sollte aus dem Ensemble quasi ein Pendant zu den Berliner Philharmonikern mit dem Chef Herbert von Karajan machen. Der Künstler wirkte von 1964 bis 1967 auch als Chefdirigent der Dresdner Staatskapelle.

Sanderling verfügte über ein reiches Repertoire: Sibelius, Mahler, Schostakowitsch, Bruckner, Kochan und Matthus. Sanderling, der eine Klavierausbildung hatte, musizierte mit Orchestern in Amerika, wie dem Los Angeles und dem New York Philharmonic Orchestra, dem Boston und dem Chicago Symphony Orchestra und dem Cleveland Orchestra. Seine Auftritte wurden in Zürich, Wien oder Tel Aviv gefeiert. Schon vor der Maueröffnung schätzten die Berliner Philharmoniker seine Qualitäten. 1995 ernannte ihn das Londoner Philharmonia Orchestra zum Ehrendirigenten.

Zu seinem 90. Geburtstag hatte er seine Memoiren über das Leben in drei Diktaturen unter dem Titel „Andere machten Geschichte, ich machte Musik“ veröffentlicht. Erst im Mai war er mit dem Internationalen Schostakowitsch Preis Gohrisch geehrt worden.

Sanderlings drei Söhne Thomas, Stefan und Michael sind in die Fußstapfen des Vaters getreten und arbeiten als Dirigenten.

Gudrun Janicke, dpa

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