Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / -2 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Drewag will Bandhaus in Dresden-Reick abreißen – Musiker stehen ab August auf der Straße

Drewag will Bandhaus in Dresden-Reick abreißen – Musiker stehen ab August auf der Straße

Die Raumnot der Kreativen in Dresden wächst. Die Galerie Adam Ziege in der Neustadt musste schließen, der Freiraum Elbtal und der Umsonstladen suchen nach neuen Domizilen.

Voriger Artikel
Chimaera und Barn Owl überzeugten im Dresdner Beatpol
Nächster Artikel
Theaterstück von Erich Kästner hat nach 86 Jahren in Dresden Uraufführung

Das Bandhaus in Reick soll abgerissen werden.

Quelle: Stephan Lohse

Nun droht dutzenden Musikern der Rausschmiss aus ihren Proberäumen. Die Bands müssen aus ihrem jetzigen Proben-Domizil auf der Gasanstaltstraße in Reick ausziehen.

php04e90eed8e201304181003.jpg

Das Bandhaus auf der Gasanstaltstraße in Reick.

Zur Bildergalerie

„Anfang April flatterte plötzlich die Kündigung der Drewag ins Haus. Ende Juli müssen wir aus unserem Probenraum ausziehen“, berichtete Tobias Schreiber, Bandmitglied von „Lord Advocate“, traurig. Als Grund nannte die Drewag, der das Gelände gehört, den dringend nötigen Abriss des baufälligen Hauses. Andere Bands im Haus wissen noch nicht mal das. "Wir haben von erst letzte Woche gehört", heißt es von gleich mehreren Musikern im Gebäude.

„Die Brandschutzbestimmungen sind in diesem Haus nicht mehr umsetzbar. Es gibt Schimmel und feuchte Wände. Das Haus muss abgerissen werden“, sagte Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann auf Anfrage von DNN-Online.

Die Baufälligkeit des bisherigen Bandhauses will Tobias Schreiber nicht bestätigen. „Das Gebäude ist noch in Schuss, die Fenster und die Wände sind in gutem Zustand.“ Fraglich erscheint dem Bandmitglied auch die Begründung der Drewag, da das Unternehmen nach Aussage der Mieter selbst eine Werkstatt in dem Haus unterhält.

Tatsächlich wirkt das Gebäude von außen nicht abbruchreif. Die Fenster sind alt, die Türen aber neu. Das Gebäude ist in die Jahre gekommen, mehr sieht man von außen nicht. Der nahe Gasometer wirkt sanierungsbedürftiger. Innen dominieren DDR-Blümchentapeten und uralter Linoeum-Belag. An manchen Wänden bröckelt der Putz, an anderen Stellen sind faustgroße Löcher in den Mauern. Von feuchten Wänden ist aber fast nichts zu sehen, dafür von neuen Heizungen und moderner Elektrik.

Drin wohnen möchte keiner, für die Bands, die hier proben, sind die Bedingungen aber ideal. Die Wände sind dick, so dass selbst lautes Gitarrengeschrammel kaum nach außen dringt. Und selbst wenn: Es gibt keine Wohnungen in direkter Nachbarschaft. Für die Bands, die sich teils zu viert einen Probenraum teilen, gibt es zwei weitere unschätzbare Vorteile: Das Haus ist im Winter frostsicher. Und das Gelände wird bewacht: Bei den vielen teuren Instrumenten im Gebäude sind beide Fakten für die Bands wichtig.

Etwa 30 Proberäume birgt das Haus auf der Gasanstaltstraße. „Wir sind echt traurig über die Entwicklung, denn einen so tollen Raum finden wir nie wieder. Es gibt hier Sanitäranlagen, einen Wachschutz und eine Heizung“, zählt Tobias Schreiber noch mal alle Vorteile auf. Ohne Angst vor Dieben und Frost hätte man auf dem Gelände die teuren Instrumente stehen lassen können. Wo seine Band „Lord Advocate“ nun in Zukunft proben kann, steht in den Sternen.

„Wir sind gerade auf der Suche, doch es ist sehr schwer, einen Raum zu finden. Vor allem ein Domizil, das wir uns leisten können“, berichtet Schreiber. Hinzu kommt, dass nun gleich dutzende Gruppen auf der Suche sind. Bisher hat die Band für ihren 40 Quadratmeter großen Proberaum rund 70 Euro im Monat gezahlt. Die meisten Bands wären sicher bereit, eine etwas höhere Miete zu zahlen, um die nötigen Arbeiten machen zu lassen, sind sich die Musiker sicher. „ Für einen vergleichbaren Raum müssen wir beispielsweise in Prohlis rund 150 Euro zahlen“, so Schreiber.

Julia Vollmer / Stephan Lohse

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr