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Dresdnerin Annette Thoma veröffentlicht Schlaflieder-CD

Dresdnerin Annette Thoma veröffentlicht Schlaflieder-CD

Bilder aus der eigenen Kindheit, als mein Vater mit seiner Gitarre auf einem kleinen Hocker am Bett saß und mit seiner sanften Stimme mich und meine vier Jahre jüngere Schwester mit "La, le, lu, nur der Mann im Mond schaut zu" in den Schlaf sang, tauchen vor dem inneren Auge auf, wenn man den Liedern von Annette Thomas erstem Album "Suantrai" lauscht.

Nicht ganz ohne Grund kommen diese Erinnerungen, schließlich steht das gälische Wort "Suantrai", wenn es ins Deutsche übersetzt wird, für "Schlaflied". Und auch der Name des Albums ist kein Zufall. Denn unter den 17 Abendliedern befinden sich auch keltische - sprich irische, walisische und schottische - Titel.

"Es ist meiner Meinung nach einfach an der Zeit, altes Liedgut in die Gegenwart zu holen", schrieb Annette Thoma im November des vergangenen Jahres auf der Crowdfunding-Plattform Startnext, wo sie Unterstützer für ihre Abendlieder-CD suchte. Ihr Anliegen: Kinder sollen mehr singen und musizieren. Denn als Instrumentallehrerin im Fach Geige und Gitarre hat sie regelmäßig mit Kindern zusammengearbeitet und musste auf die Frage, ob ihre Schüler abends gemeinsam mit ihren Eltern singen, öfters mal ein "Nein" hören. Ihr Projekt fand schließlich genügend Fans. Statt der angestrebten 2500 Euro kamen insgesamt 2831 Euro zusammen. Somit war es der jungen Frau, die derzeit nicht nur als Musiklehrerin, sondern auch als freischaffende Journalistin arbeitet, möglich, ihr Album "Suantrai" zu veröffentlichen.

Herausgekommen ist eine wunderbare Sammlung von Liedern, die nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene geeignet ist und die ganze Familie zu einem gemütlichen Abend mit gemeinsamem Musizieren einlädt. Unterstützung bei der Produktion des Albums erhielt Annette Thoma von Jacob Richter, der das Homestudio "Das Weiße Rauschen" leitet. Doch nicht nur mit den Aufnahmen, auch gesanglich hat sich Richter auf "Suantrai" verewigt. So ist er unter anderem bei "Hush ye my Bairnie", einem traditionellen schottischen Abendlied, zu hören. Seine rauchige Stimme passt perfekt zu den instrumentalen Arrangements, die einem, wenn man die Augen schließt, vorgaukeln, im schottischen Hochland, umgeben von weiten Berglandschaften und sanft dahinfließenden Flüssen zu sein. Gepaart mit der klaren und beruhigenden Stimme von Annette Thoma, sind so einige Lieder entstanden, die den Zuhörer an einen anderen Ort bringen, weg vom Alltag und dem häufig damit verbundenen Stress. Besonders im Gedächtnis bleibt auch der Kanon der Beiden "Oh wie wohl ist mir am Abend", umrahmt von Glockengeläut zum Beginn und Ende des Stückes.

Generell verwendet die Musikwissenschaftlerin nur wenig "klassische" Instrumente wie Gitarre und Geige, sondern vor allem ungewöhnliche wie Wassergläser oder einen Pappkarton. Zudem sind eine alte Kinder-Orgel, eine Melodica, eine Mandoline und eine Westerngitarre zu hören. Alle Instrumente wurden von Annette Thoma und Jacob Richter selbst eingespielt. Und genau diese Liebe zum Detail und zum Handgemachten lässt "Suantrai" zu einem perfekten Album zum Träumen werden.

Hinweis: Annette Thoma arbeitet auch als freie Mitarbeiterin für die DNN.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.10.2014

Nadine Steinmann

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