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Dresdner Zwingertrio in „Ernte 34“ auf Gralssuche

Junge Garde Dresdner Zwingertrio in „Ernte 34“ auf Gralssuche

34 Jahre sollen sie mittlerweile als Trio existieren, die Herren Pauls, Kube und Haase, in Dresden bekannt als das Zwingertrio. Zeit also, das in ein neues Programm zu gießen. Das Ergebnis ist die bekannte Doppeldeutigkeit, sächsisch und musikalisch untermalt. Das Publikum in der ausverkauften Jungen Garde genoss es.

Ein sonnenbebrilltes Trio.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Es war eigentlich (fast) alles wie immer, wenn die Herren des Zwingertrios wieder mal ein Konzert geben. Eine restlos ausverkaufte Veranstaltung, beste Stimmung auf der Bühne und im Publikum und dazu noch das schönste Wetter für den besonderen Ort, die Garde (wie der Dresdner sagt) im Großen Garten. Allerdings enterten die Herren Tom „Uwe“ Pauls, Peter „Harald“ Kube und Jürgen „Josef“ Haase die Bühne dieses Mal in kurzen Hosen. Was für gestandene Männer im fortgeschrittenen Alter doch eher selten ist. Die Bekleidung über diesen Hosen aber entsprach durchaus der Tradition des Trios: weiße Hemden, schwarze Westen, schwarze Binder. An den Füßen weiße Socken in flachen schwarzen Schuhen. Und die dunklen Sonnenbrillen nicht zu vergessen. Denn all das machte an diesem besonders heißen Augustsonntagabend durchaus Sinn.

Das Zwingertrio in der Jungen Garde

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In diesem Outfit jedenfalls kennt der Dresdner sein Zwingertrio und klatschte daher schon beim altbekannten Auftrittssong „Ein Lied geht um die Welt“ intensiv im Rhythmus mit. „Ernte 34“ ist das brandneue Programm der drei überschrieben. Und auch diesbezüglich läuft es wie gehabt. Erst – oder besser gesagt – schon nach fast neunzig Minuten Programm erklärt „Showmaster“ Kube, was mit „Ernte 34“ gemeint ist, nämlich die Zahl an Jahren, die das Zwingertrio mittlerweile existiert. Das Publikum jedenfalls amüsierte sich gut. Peter Kube machte – zur „Ernte 34“ passend – dann doch ein paar „versprengte Bauern“ im weiten Rund der Garde aus und setzte mit der auf die deutsche Landwirtschaft, aber auch auf die eigenen Kollegen gemünzten Feststellung „Vielfalt lässt auch Torheit zu!“ noch eins drauf. Worauf sich Tom Pauls dann aber auch nicht zurückhalten konnte und – an die DDR erinnernd – klagend den sächsischen Standardsatz „Es gab nischd und mir hadden nischd!“ einwarf.

Ein anderes, aber immer schon sehr wesentliches Thema im Programm des Zwingertrios ist die Problematik um die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Das ging bei den Dreien sogar so weit, dass Pauls für künftige Terrorismusmeldungen forderte, nicht nur den „herrenlosen Koffer“, sondern auch eine „damen-lose Kofferin“ zu benennen. Was noch weiterzuspinnen wäre, wie z.B. in der Feststellung „Der Raucher hat einen Aschenbecher!. Ergo fühlt sich die Raucherin diskriminiert, sie fordert für sich unverzüglich eine „Aschenbecherin“.

Nach der Pause dann begab sich das Trio mit dem Song „...so sind die neuen Rittersleut…“, ganz im Sinne der berühmten Filmkomikertruppe Monty Python, auf die Suche nach jenem berühmten und geheimnisvollen „heiligen Gral“. Doch wo soll man den finden? Wo soll er versteckt sein? Tom „Uwe“ Pauls hatte eine Idee: „Vielleicht in Graal-Müritz?“ Diese Flachserei nahm Peter „Harald“ Kube dann jedoch sehr persönlich und hielt seinen beiden Mitstreitern vor: „Es macht keinen Spaß, mit euch einen Gedanken zu entwickeln.“ Besagter, weiterzuentwickelnder Gedanke aber sollte jener von der Dreifaltigkeit sein. Beim Zwingertrio erklärte sich selbige nämlich über „…die Bauern, die Intelligenz und die, die auch noch da sind.“

Von diesem religiösen Ansatz aber war der Weg dann gar nicht mehr weit bis zur allseits beliebten Steuerproblematik. Die leiteten die drei a cappella ein mit dem Lied „Wahrheit sagen, Tugend üben, das sei unser Losungswort“. Um das dem Publikum aber so anschaulich wie möglich zu vermitteln, spielten Pauls, Kube und Haase einfach mal den Ablauf einer Steuerfahndung durch. Bürger Pauls wird befragt: „Wie sind Sie veranlagt?“ Worauf er schlitzohrig antwortet: „Ich brauch’s täglich!“ Hier hinein passte dann bestens der Song „Wahlbetrüger Schallalli“, den Jürgen Haase auf seinem Flaschenxylophon begleitete.

Schließlich steuerte das Trio auf das Finale zu. Aber auch das ging nicht ohne Gestreite, Gezerre und Geflachse über die Bühne. Das große Event zum Abschluss präsentierte noch einmal die erstaunliche musikalische Vielfalt des Zwingertrios. Das Sonntagabendfinale gipfelte schließlich in der Zugabe von „Whiskey in the Jar“, jenem stimmungsvollen Sauflied von The Dubliners, bestens geeignet zum Mitsingen. Und besser als mit diesem alten irischen Song konnte ein humoriges Programm wie das des Zwingertrios wohl auch nicht enden.

Von Wolfgang Zimmermann

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