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Dresdner Zwingerfestspiele 2013 geplatzt

Dresdner Zwingerfestspiele 2013 geplatzt

Herber Rückschlag für den Macher der Online-Druckerei Saxoprint und Aufsichtsratsboss von Dynamo Dresden: Thomas Bohn ist für die Unternehmung Zwingerfestspiele kein Glück beschieden.

Von RALF REDEMUND

Das Sommerspektakel mit Regisseur Dieter Wedel fand bereits dieses Jahr nicht statt, und auch fürs nächste Jahr ist es schon zu spät. Mehr noch: Hinter den Kulissen tobt ein Machtkampf zwischen PAN-GmbH-Geschäftsführer Jörg Polenz ("Filmnächte am Elbufer") und Bohn um die Veranstaltungshoheit im Dresdner Zwinger. Polenz will den "Orangen-Zwinger-Sommer" etablieren, kämpft allerdings auch mit der Denkmalpflege (DNN berichteten exklusiv), musste die Veranstaltung für dieses Jahr absagen.

Die Hauptakteure im Konflikt Polenz versus Bohn selbst halten sich seltsam bedeckt. Bohn war trotz mehrfacher Versuche zu einer Stellungnahme nicht zu bewegen. Polenz befindet sich derzeit in Urlaub; sein Sekretariat ist nicht aussagefähig. Dafür spricht Christian Striefler, Chef des Staatsbetriebes Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, der den Zwinger betreibt. "Ob eine Kooperation mit den Zwingerfestspielen möglich ist, wird gegenwärtig ausgelotet", heißt es nebulös. Dann wird Striefler in einer Antwort auf eine DNN-Anfrage konkreter: "Eigentlich hatte man uns zugesagt, bis Ende 2011 eine Entscheidung mitzuteilen, ob für 2013 etwas geplant sei. Ein erstes Interesse wurde allerdings erst Monate später geäußert. Wir versuchen jetzt beide Konzepte kompatibel zu machen, was sich nicht ganz einfach gestaltet."

Zumindest baut das "Schlösserland Sachsen" darauf, dass 2013 Orangenbäume im Zwinger blühen werden. Zwischen 20 und 70 dieser Zitruspflanzen sollen aus Italien aus der Nähe von Rom eingeführt werden, an das hiesige Klima und den Boden angepasst und dann im Zwinger aufgestellt werden. Die sollen anfangs in der Oberen Orangerie im Barockgarten Großsedlitz und perspektivisch in der Bogengalerie L des Zwingers überwintern.

Nun fehlen noch die kostenlosen Kulturveranstaltungen und die hochwertige Gastronomie. Ob die PAN letztlich diese Aufgabe übernimmt, ließ Striefler zuletzt auch offen. Gerüchte ranken sich um den "Zwingerkampf": Polenz soll Striefler eine zweistellige Umsatzbeteiligung angeboten haben. Hunderttausende Touristen besuchten jährlich den Zwinger. Wenn jeder ein paar Euro an der Gastronomie lasse, falle genügend ab, um auch andere Burgen und Schlösser finanzieren zu können.

Aus Sicht von Polenz stören die Zwingerfestspiele nur. Bohn meldete ältere Rechte an - bislang vergebens. Striefler wittert Argwohn gegenüber Polenz, denn der hat offensichtlich mit dem Denkmalschutz Probleme. Ob beide Veranstaltungen unter einen Hut zu bringen ist, erscheint Kennern der Kulturszene fraglich. Zumindest für 2013 ist es für die Zwingerfestspiele zu spät, sagen Touristiker. Bohn hätte schon beim Tourismus-Kongress ITB Anfang März in Berlin dafür werben müssen. Die letzte große Möglichkeit, um überregional in Veranstaltungskataloge von Busunternehmen reinzukommen, ist vergangene Woche mit der Busreisemesse RDA verstrichen.

"In eine Bewerbung für Events sollte man erst einsteigen, wenn man sichere und verbindliche Aussagen zu den Terminen, Preise und dem Stück machen kann", erklärte Matthias Gilbrich von der Dresden Marketing GmbH. Bis heute gebe es dazu von Bohn keine Angaben. "Wenn Reiseveranstalter ein bis zwei Jahre Vorlauf für ihre Planung haben, ist das optimal. Allerdings ist jedes Reiseunternehmen daran interessiert, attraktive Events im Programm zu haben und wird auch entsprechend schnell und flexibel reagieren."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.07.2012

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