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Dresdner Werkstattorchester macht mit besonderen Programmen neugierig

Kreative Lehrerschmiede Dresdner Werkstattorchester macht mit besonderen Programmen neugierig

In einer Kunst- und Musikstadt wie Dresden gibt es immer kulturelle Projekte, die am Rande, unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit wachsen. Dazu zählt auch das Werkstattorchester der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber.

Das Dresdner Werkstattorchester entstand 2000 zur Ausbildung der Schulmusiker an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber – und macht mittlerweile mit abwechslungsreichen Programmen und vielfältigen Kooperationen auf sich aufmerksam.

Quelle: Florian Busch

Dresden, .  In einer Kunst- und Musikstadt wie Dresden gibt es immer kulturelle Projekte, die am Rande, unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit wachsen. Dazu zählt auch das Werkstattorchester der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber. Im Jahr 2000 gegründet, ist das Sinfonieorchester zwar kein allzu junges Pflänzchen mehr, gedeiht seitdem jedoch eher im Schatten der großen Opern- und Semesterprojekte an der Hochschule. „Sinn und Zweck des Orchesters ist es, Studierenden der Schulmusik im Rahmen des Studiums auch Praxis im Dirigieren zu vermitteln“, erklärt Orchestermitglied Jonathan Brisch. Angehende Musikpädagogen proben dazu als Dirigenten jedes Semester mit den reichlich 60 Musikern ein thematisch ausgerichtetes Programm ein, das sie schließlich in zwei Konzerten öffentlich aufführen.

„Mitspielen darf jeder, der Lust hat und es sich musikalisch zutraut. Vorspiele gibt es bei uns nicht“, sagt Jonathan Brisch. Er selbst spielt Horn, studiert jedoch Physik an der TU Dresden. „Ich habe vorher schon in anderen Orchestern gespielt. Im Werkstattorchester macht es mir gerade deshalb Spaß, weil es eben keinen festen Dirigenten gibt und wir uns immer wieder anderen Handschriften und Stilen anpassen müssen“, sagt er. So zeichnen aktuell vier junge Dirigenten aus dem Fachbereich Schulmusik plus Matthew Lynch, dem künstlerischen Leiter des Orchesters, für das Konzertprogramm zum Semesterabschluss verantwortlich. Als Motto haben sie sich dieses Mal das Thema „Hoffnung, die zuletzt stirbt“ ausgesucht – und dazu ein ambitioniertes Programm geprobt.

Neben Auszügen aus Mendelssohn Bartholdys „Elias“ erklingen am Sonnabend in der Lukaskirche Franz Schuberts Sinfonie h-Moll, Johannes Brahms’ „Begräbnisgesang“, Michael Tippetts „Five Spiritual Songs“ aus „A Child of Our Time“ sowie eine Uraufführung des jungen Komponisten Maximilian F. Nicolai, ebenfalls Student an der Musikhochschule und Mitglied des Orchestervorstands. Nicht nur die Vielzahl der Dirigenten, auch diese stilistische Breite unterscheidet die Programme des Dresdner Werkstattorchesters deutlich von denen anderer Laienensembles. So mag der Klangkörper zwar in erster Linie zur Ausbildung der Schulmusiker entstanden sein, für die Konzerte jedoch suchen die Beteiligten jedes Semester aufs Neue nach dem Besonderen.

Durch Kooperationen mit anderen Ensembles, den anderen Kunsthochschulen sowie durch Uraufführungen neuer Kompositionen weckt das Werkstattorchester immer wieder Neugier. „Wir haben schon mit Solisten der Musikhochschule, mit Malern der Hochschule für Bildende Künste, mit Tänzern der Palucca Hochschule für Tanz und mit der Werkstatt Bigband Konzerte gestaltet“, erzählt Jonathan Brisch. Dieses Mal musiziert der Klangkörper mit dem Studiochor der Musikhochschule, der ebenfalls von Lehramtsstudenten gegründet wurde. Das Werkstattorchester ist als Verein eingetragen und der Hochschule angegliedert. Die Organisation liegt allein in der Hand der Studenten – die nicht zwangsläufig Musik studieren müssen. „Ich bin hier nicht der einzige Naturwissenschaftler“, sagt Brisch. So habe auch schon ein Informatiker aus dem Orchester eine eigene Komposition fürs Konzert geschrieben. Gerade die Mischung mache das Zusammenspiel so besonders.

„Das Schöne ist: Wir wachsen während der Proben immer ein Stück weit mit den Dirigenten, die ja auch erst Erfahrungen sammeln müssen. Das ist ein gegenseitiger Lernprozess“, sagt Brisch. Mittlerweile müssen sich die Lehramtsstudenten sogar um ihre Orchestersemester bewerben, so groß sei die Nachfrage. Auch das Orchester selbst ist derzeit stark besetzt: „Für die Flöten haben wir sogar eine Warteliste eingeführt, weil es so viele sind. Was wir immer suchen, sind Bratschen, Kontrabässe und Oboen.“ Das ursprünglich nur als Praxisübung für angehende Musiklehrer gedachte Konstrukt hat sich so allmählich zu einem kreativen Tummelplatz für junge Musikfreunde entwickelt – und wird mit etwas Glück seine kulturelle Randposition bald zum Geheimtippstatus ausbauen können.

Konzert des Werkstattorchesters am 16. Juli, 18 Uhr in der Lukaskirche Dresden

Von Nicole Czerwinka

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