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Dresdner Villa Wigman für Tanz

Neuer Verein will Ort als Stätte für Tanz erhalten Dresdner Villa Wigman für Tanz

Ein neugegründeter Verein will das Gebäude an der Bautzner Straße, das Mary Wigman von 1920 bis 1942 als Schule und Wohnhaus nutzte und das zuletzt die „kleine szene“ der Sächsischen Staatsoper Dresden war, wieder zu einem Haus für den Tanz machen.

12 der insgesamt 19 Gründungsmitglieder des Vereins „Villa Wigman für TANZ“ vor der rückwärtigen Ansicht des Wigman-Hauses, darunter Katja Erfurth (Vorstandsvorsitzende,7.v.l.), Johanna Roggan (stellv. Vorstandsvorsitzende, 4.v.l.), Holm Pinkert (Beisitzer/Vorstand, 2.v.r.)

Quelle: Matthias Erfurth

Dresden. Dass das Gebäude, welches Mary Wigman von 1920 bis 1942 als Schule und Wohnhaus nutzte, zuletzt die „kleine szene“ der Sächsischen Staatsoper Dresden war und derzeit noch weiterhin Probenstätte ist, wieder ein Haus für den Tanz sein sollte, darüber sind sich offenbar viele in Dresden einig. Sowohl jene, die mit Tanz unmittelbar befasst sind und sich dafür auch kulturpolitisch engagieren, wie überhaupt eine beachtliche Gemeinschaft am Tanz Interessierter in dieser Stadt.

Damit es vorangeht mit der Zielsetzung einer neuen Nutzung der so bescheiden wirkenden und dennoch international bekannten Tanzstätte, hat sich jetzt ein Verein formiert, welcher seine Interessen, wie es sich so schön sagen lässt, eben auch als „Körperschaft“ vertreten kann und will. Dafür fand mit insgesamt 19 Mitgliedern, speziell auch von TanzNetzDresden wie ebenso weiteren Tanz- und Kulturschaffenden, die Gründungsversammlung des Vereins „Villa Wigman für TANZ“ statt. Die diesem vorangegangene Initiative ist bekanntlich schon seit einigen Jahren am Wigman-Haus „dran“. Und hat mit Hilfe engagierter Politiker immerhin auch erreicht, dass der Dresdner Stadtrat 2015 einem Beschluss zur kulturellen Nutzung des Gebäudes zustimmte. Was ein Signal sein kann und nun in Gesprächen mit dem Freistaat Sachsen weiter Form und Richtung bekommen muss. Immerhin befinden wir uns ja gerade im vielfach gepriesenen Tanzjahr 2016!

Letztlich werden solche Fragen zwar auf einer höheren Ebene, in anderen Gremien entschieden, doch der Verein wird mit dafür sorgen, dass absolut keiner mehr sagen kann, er habe nichts von der Bedeutung dieses Hauses gewusst oder auch nicht ahnen können, dass eine solche Stätte für Tanz möglich und zwingend überhaupt notwendig ist. Ein entsprechendes Nutzungskonzept hatte bereits die Initiative vorgelegt, und der Verein wird dieses aktualisiert weitergeben an alle, die es haben sollten. Ebenso gab und gibt es auch Gespräche mit den zuständigen Politikern und Politikerinnen, die offenbar recht aufgeschlossen auf das Thema reagieren.

Das Ganze ist somit auf den Weg gebracht und braucht stetig weitere Impulse, wie auch im Gespräch mit Mitgliedern vom Vorstand des Vereins „Villa Wigman für TANZ“ zu erfahren ist. So nennt die in Dresden bestens bekannte Tänzerin und Choreografin Katja Erfurth auch schon mal eine „Lieblingsvariante“ künftiger Entscheidungen, wenn es beispielsweise um die Vereins-Trägerschaft für das Haus oder um eine institutionelle Förderung durch die Stadt geht. Und Johanna Roggan, die als Tänzerin und Choreografin zum Beispiel mit dem Societaetstheater, dem Europäischen Zentrum der Künste in Hellerau oder dem Staatsschauspiel Dresden zusammenarbeitet, spricht von der hilfreichen Unterstützung vom Dachverband Tanz Deutschland, besonders auch bei der Vereinsgründung und weiteren Schritten.

In Hinblick auf den derzeitigen Bauzustand des Gebäudes, an dem schon zu DDR-Zeiten immer nur das gerade Nötige getan und auch später für die „kleine szene“ nur das eben Mögliche realisiert wurde, äußert sich Architekt Holm Pinkert dennoch mit gutem Optimismus. Es wäre, sagt er, eine baldige Nutzung quasi „niederschwellig“, also mit gewissen Eingrenzungen und Auflagen, sofort möglich. Um dann aber nach umfassenden Untersuchungen und Planungen die erforderlichen Arbeiten in mehreren Schritten vorzunehmen.

Der Verein wirbt übrigens, so heißt es in einer Pressemitteilung desselben, „für die zeitnahe Errichtung dringend benötigter Probenstätten für den professionellen Tanz“. Und benennt als Zielstellung, das Gebäude „kleine szene“ an der Bautzner Straße in „Villa Wigman für TANZ“ umzuwandeln, einem Produktions- und Vermittlungsort für Tanz. Dass er sich dabei als Träger für die geplante Umnutzung aufstellt, zeigt eine deutliche Entschlossenheit. Und diese sollte man unbedingt ernst nehmen.

Von Gabriele Gorgas

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