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Dresdner TJG bringt Schulkindern mit besonderem Projekttag die Flüchtlingsproblematik näher

Dresdner TJG bringt Schulkindern mit besonderem Projekttag die Flüchtlingsproblematik näher

Wie fühlt es sich an, als Kind die Heimat zu verlassen und sich orientierungslos in einem neuen Umfeld einzuleben? Was vermissen Flüchtlingskinder am meisten in ihrer Heimat und haben Kinder geflüchteter Familien eigentlich Spielzeug?

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Quelle: Archiv

Dresden. Wie fühlt es sich an, als Kind die Heimat zu verlassen und sich orientierungslos in einem neuen Umfeld einzuleben? Was vermissen Flüchtlingskinder am meisten in ihrer Heimat und haben Kinder geflüchteter Familien eigentlich Spielzeug? Das alles sind Fragen, die Dresdner Schüler bewegen und dessen Antworten sie gestern herausfinden und diskutieren konnten. Das theater junge generation (tjg) gab insgesamt 200 Dresdner Schulkindern beim Projekttag „Kinder auf der Flucht“ die Möglichkeit, sich einen etwas anderen Zugang zum Thema der Flüchtlingsproblematik zu verschaffen.
Das internationale Fluchtgeschehen hat sich in den vergangenen Monaten drastisch verändert und immer mehr zugespitzt, unter den Flüchtenden sind auch viele Kinder und Jugendliche. Viele von ihnen müssen zusammen mit ihren Familien die Heimat verlassen – einige von ihnen kommen sogar unbegleitet nach Deutschland. „Wir haben über den letzten Sommer zu spüren bekommen, wie alltäglich menschenverachtende Äußerungen in unserer Stadt geworden sind und die Hilflosigkeit von Schülern, Lehrern und Familien, mit dieser Thematik umzugehen “, sagt Initiatorin  Ulrike Leßmann. Mit dem Projekttag „Kinder auf der Flucht“ möchte das tjg das Thema aufgreifen, „ohne zu indoktrinieren oder eine bestimmte Meinung vorwegzunehmen.“

In szenischen Lesungen erfahren die Kinder Schicksale junger Flüchtender aus diverser Kinder- und Jugendliteratur. So wurde unter anderem die Geschichte des Jungen Naz in „Der Junge mit dem Koffer“ von Mike Kenny gelesen. Das Stück erzählt das Schicksal von Naz, einem Jungen, der seine von Terror bedrohte Heimat ohne seine Eltern verlassen muss. Auf seiner Flucht lernt er Kyrisa kennen, mit der er sich auf den Weg in das weit entfernte London macht. Genau wie Sindbad erlebt auch Naz auf seiner Reise sieben Abenteuer. „Durch die Lesungen haben die Kinder die Chance, die Einzelschicksale durch Kunst kennenzulernen und Empathie zu entwickeln“, sagt Leßmann. „Und Empathie ist genau das, was unserer Stadt im Moment fehlt.“

Anschließend konnten die Kinder Workshops besuchen, die sich an den jeweiligen Lesungen orientieren. Sie greifen jeweils thematische Aspekte der Bücher auf und regen eine theaterpraktische  Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Flucht und den Gründen an. „Ich bin überwältigt von der Resonanz. Wir konnten den Kindern vermitteln, dass auch sie ein Recht auf Mitsprache haben“, sagt Leßman. Den Abschluss bildeten verschiedene Gesprächsrunden, bei denen die Schüler Menschen aus Dresden begegneten, die aus den unterschiedlichsten Gründen mit dem Thema „Kinder auf der Flucht“ in Verbindung stehen – ein Arzt der Flüchtlingsambulanz, ein Vertreter des Sächsischen Flüchtlingsrates oder den 17-jährigen Lotfi Makhlouf Naili, der sehr jung mit seine Eltern aus Algerien flüchtete und heute Stipendiat des Start-Programms der Hertie-Stiftung ist.  

„Kinder auf der Flucht“ wird am 15. Januar 2016 mit insgesamt sechs Gruppen der fünften Klassenstufe in die zweite Runde gehen. Interessierte Schulklassen können sich für diesen Termin noch auf die Warteliste setzen lassen. Die Initiatorin und ihr Team feilen derzeit an einem Konzept, den Projekttag direkt an Dresdner  Schulen zu bringen.
www.tjg-dresden.de

jw

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