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Dresdner Studenten eröffnen Kindern mit "Hänsel und Gretel" die Welt der Klassik

Dresdner Studenten eröffnen Kindern mit "Hänsel und Gretel" die Welt der Klassik

Musik kann so geheimnisvoll sein wie ein tiefer Wald. Und manchem Kind ist sie im Zeitalter digitaler Welten wohl auch genauso fremd wie dieser, zumindest wenn es sich nicht gerade um Retorten-Klingeltöne moderner Multifunktionstelefone, sondern um klassische Konzerte handelt.

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Probenszene aus "Hänsel und Gretel".

Quelle: Philipp Schoof

Junge Musiker, die auch in 30 Jahren noch vor leibhaftigem Publikum spielen wollen, müssen sich daher heute schon etwas einfallen lassen. Sieben Studenten der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber (HfM) proben daher momentan an einem für die Hochschule ganz neuen Projekt. Mit einer eigens umgeschriebenen Version von Engelbert Humperdincks Märchenoper "Hänsel und Gretel" wollen sie der heutigen Kindergartengeneration mitten in der Vorweihnachtszeit, genauer am morgigen Mittwoch, ein Türchen zum klassischen Musiktheater öffnen.

"Unser Musikvermittlungsprojekt richtet sich an Kinder zwischen fünf und zehn Jahren, denen wir das Orchester nicht im Frontalunterricht, sondern eher spielerisch vorstellen wollen", sagt Philipp Schoof, der im 7. Semester Saxophon an der Jazzabteilung der HfM studiert. Zusammen mit Josefine Rücker (7. Semester Gesang) und Katharina Pitt (Diplom-Blockflöte) hat er die Regie für die pädagogische Aufführung übernommen. Sie wird komplett von Studenten inszeniert und organisiert. So stehen am Ende auch Solisten der HfM mit dem Hochschulsinfonieorchester auf der Bühne.

Der Stein für dieses Kinderkonzert mit szenischen Auszügen aus "Hänsel und Gretel" kam bei drei Projekttagen Anfang September ins Rollen, bei denen die Studierenden eine pädagogische Aufführung für Kinder erarbeiten sollten. "Wir haben uns zunächst mit der Oper befasst, diese auf gut 60 Minuten zusammengekürzt und ein Libretto für eine Rahmenhandlung geschrieben", sagt Schoof. Die Handlung und Musik von Humperdincks Oper haben sie geschickt in diesen Rahmen eingebettet. Die Kinder werden von Sandmann und Taumann dabei auf eine phantastische Reise durch den Orchesterwald, der ja eigentlich ein Graben ist, mitgenommen. So gestaltet sich die Oper gleichsam als märchenhafte Lehrstunde, bei der der Dirigierstock inmitten von Geigenhecken, Cellobüschen und Trompetenbäumen schließlich zum Zauberstab heranreift.

Nur dass die Vorbereitung dieser kindlichen Klassiklehrstunde am Ende so große Ausmaße annehmen würde, hatte anfangs keiner der beteiligten Studenten gedacht. "Wenn man etwas macht, dann muss es halt richtig machen", meint Philipp Schoof dazu. So haben etwa die HfM-Studentinnen Josephine Brüning, Laura Härtel und Antje Rößeler für die Aufführung im Kostümfundus der Hochschule für Bildende Künste und des Heinrich Schütz Konservatoriums gestöbert, damit Hexe, Hänsel, Gretel, Sandmann und Taumann nachher auch optisch ins Reich der Märchen entführen. Etwa fünf bis sechs Stunden lang probt die Studentengruppe derzeit jeden Tag - das alles neben dem eigentlichen Musikstudium und für nur zwei geplante Aufführungen (10 Uhr im Schulkonzert und 16 Uhr für Familien) am Tag vor Nikolaus. "Generell haben wir alle durch die Vorbereitungen viel dazugelernt. Es kommt ja auch nicht so oft vor, dass Klassiker und Jazzer zusammen an einem Projekt arbeiten", sagt Schoof.

Die Endnote erhalten die Studenten dabei denn ausnahmsweise nicht von ihren Professoren, sondern direkt im Anschluss an das Konzert von den Kleinsten selbst - und diese sind bekanntlich ja die härtesten Kritiker. "Wenn die Kinder den Konzertsaal mit einem Strahlen im Gesicht verlassen, haben wir unser Ziel erreicht", sagt Schoof. Bestenfalls tragen die märchenhaften Orchesterhecken dann sogar irgendwann reiche Früchte und füllen die Konzertsäle der Zukunft.

Nicole Czerwinka

"Hänsel und Gretel", Kinderkonzert mit szenischen Auszügen aus der gleichnamigen Oper von Engelberg Humperdinck: morgen, 16 Uhr Konzertsaal der HfM Dresden, Karten gibt es an den Reservix-Vorverkaufskassen und an der Abendkasse

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.12.2012

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