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Dresdner Semperoper: Gute Spielzeitbilanz

Dresdner Semperoper: Gute Spielzeitbilanz

Trotz aller Unbill im Verlaufe der jetzt zu Ende gehenden Spielzeit 2013/14 der Staatsoper Dresden, die mit dem Staatsschauspiel unter dem Dach Sächsische Staatstheater vereint, künstlerisch aber dennoch autark ist, verkündet Wolfgang Rothe eine positive Bilanz für das Haus.

Von Kerstin Leiße

Der Kaufmännische Geschäftsführer, der durch die Abwesenheit eines Intendanten - dem designierten, Serge Dorny, war bekanntermaßen noch vor Amtsantritt durch die sächsische Kunstministerin Sabine von Schorlemer gekündigt worden - auch Künstlerisches für die Oper mitplanen muss, spricht von einem "vielseitigen und beim Publikum sehr gefragten Spielplan". Die vorgelegten Zahlen geben ihm Recht: Die Semperoper habe in ihren Kernbereichen Oper, Ballett und Konzerte der Staatskapelle die Auslastung im Kalenderjahr 2013 um 1,2 Prozent auf 91,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern können. Die Gesamtbesucherzahl im Semperbau sei in der Saison 2013/14 mit 308 351 noch etwas höher als in der vorangegangenen ausgefallen. Mit einem Kostendeckungsgrad von über 40 Prozent liege die Semperoper in Deutschland weiterhin an der Spitze im Vergleich mit anderen großen Opernhäusern.

Wolfgang Rothe benennt den Schwerpunkt Richard Strauss als besonders erfolgreichen, der ja auch noch in die kommende Spielzeit hinein wirkt und in Strauss-Tage im November münden wird. Positiv überrascht zeigt sich der Geschäftsführer zudem von den Gegebenheiten und der Akustik im Großen Hof des Residenzschlosses. Dort war in Kooperation mit den Dresdner Musikfestspielen im Juni Strauss' "Feuersnot" halbszenisch aufgeführt worden. Grund genug für Rothe, diese Spielstätte in Gedankenspielen für Kommendes zu verankern, allerdings müsse dann die Zahl der Zuschauerplätze von jetzt 900 um mindestens 200 erhöht werden, um Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Ohnehin war die Bespielung des Großen Schlosshofes noch ein singuläres Ereignis dieses Jahres, denn Rekonstruktion und Ausbau sind dort längst nicht abgeschlossen.

Schwierige Planung

Rothe arbeitet mit einem Team, das sich in etlichen Positionen wie Chefdramaturgie - Anna Melcher, Künstlerischer Berater - Ronald H. Adler und ab Februar neuer Chordirektor - Jörn Hinnerk Andresen (zur Zeit Chordirektor und Kapellmeister am Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz) geändert hat. Für die kommenden Spielzeiten sei er im internationalen Maßstab, was Verpflichtung von Sängern, Dirigenten und Inszenierungsteams betrifft, längst Monate im Verzug, konstatiert Rothe. Das ist nicht ihm anzulasten, sondern eben der besonderen Situation der Dresdner Oper, deren Intendantin Ulrike Hessler im Juli 2012 im Alter von nur 57 Jahren starb und deren neuer Intendant Dorny schon wieder geschasst wurde.

Nun will Rothe die Oper künstlerisch flottmachen für einen künftigen Mann - oder eine künftige Frau an der Spitze des Hauses. Dazu gehöre ein breiter aufgestellter Spielplan, so Rothe, mit Inszenierungen, die sich nicht durch ihren enormen technischen Aufwand im Spielplan gegenseitig behindern. Dazu gehöre auch, wieder mehr Sänger mit internationaler Reputation für Produktionen zu verpflichten und außerdem solche, die bereits mit großem Erfolg hier gesungen haben, enger an das Dresdner Haus zu binden. Man wolle zudem dem Repertoire für junges Publikum noch mehr Aufmerksamkeit zuteil werden und solche Stücke vermehrt auch auf der großen Bühne spielen lassen. Ein konkretes Beispiel nannte Rothe auch: Die Inszenierung des musikalischen Märchens "Prinzessin auf der Erbse", die im Februar 2012 im Hygiene-Museum gezeigt wurde, soll ab der Spielzeit 2015/16 in der Semperoper präsentiert werden.

Große Erwartungen setzt Rothe in die Errichtung eines Probebühnenzentrums mit Lagerräumen für Kulissen. Das soll, wie im April dieses Jahres vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB) gegenüber DNN bestätigt, am Postplatz neben dem Schauspielhaus entstehen. Freilich wird, bis der Plan verwirklicht werden kann, noch geraume Zeit vergehen.

Jetzt startet die Staatsoper in die Sommerpause. Die neue Spielzeit beginnt am 27. August. Für den 7. September ist ein Tag der offenen Semperoper angekündigt. Die erste Premiere 2014/15 wird Peter Ronnefelds "Nachtausgabe" am 4. Oktober in Semper 2 sein, am 18. Oktober folgt "Das schlaue Füchslein" auf der Bühne der Semperoper.

Theaterkasse in der Schinkelwache vom 4. bis 17. August geschlossen

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.07.2014

Kerstin Leiße

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