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Dresdner Schulkonzerte - Planung durch Finanzlücke gefährdet

Dresdner Schulkonzerte - Planung durch Finanzlücke gefährdet

In Absichtserklärungen zumindest besteht Konsens: Alle Beteiligten - die Kooperationspartner Stadt Dresden, Heinrich-Schütz-Konservatorium und die Sächsische Bildungsagentur - betonen, dass das Angebot der Dresdner Schulkonzerte erhalten bleiben soll.

Allein an der Umsetzung hapert's. Ausgelöst worden ist das Problem durch die Ankündigung der Bildungsagentur noch im vergangenen Jahr, dass ab dem Schuljahr 2013/14 die verbliebenen 20 Lehrerwochenstunden für die Koordination der Schulkonzerte gestrichen werden (DNN berichteten). Denn Vorrang hätte die Unterrichtsversorgung an den Schulen, heißt es auf DNN-Anfrage aus der Bildungsagentur.

Die ungeklärte Situation hat den Arbeitskreis Dresdner Schulkonzerte am Schütz-Konservatorium zu einem offenen Brief an Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich und Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (beide CDU) veranlasst. Beklagt wird darin, dass der Konzertplan für das kommende Schuljahr immer mehr in Gefahr gerate, weil die notwendige finanzielle Grundlage für die Stelle des Koordinators der Schulkonzerte und also für eine verantwortungsvolle Planung fehlt. Dresdner Schulkonzerte bedeuten: 27000 Schüler pro Jahr in unterrichtsbegleiteten und pädagogisch konzipierten Konzerten - zum Teil selbst auf der Bühne - und weitere14000 Eltern und Kinder, die gemeinsam Sonderkonzerte besuchen. Durch städtische Förderung würden so preiswerte Konzertbesuche für alle - unabhängig von der jeweiligen sozialen Situation - möglich. Grünen-Stadträtin Ulrike Hinz, Mitglied im Kulturausschuss und im Trägerverein Schütz-Konservatorium, kritisiert die sächsische Regierung: "Es ist beschämend, dass der Freistaat Sachsen wieder an elementaren kulturellen Institutionen spart. Für viele Kinder sind Schulkonzerte die einzige Möglichkeit, an die Vielfalt von Musik, die in Konzerten geboten wird, herangeführt zu werden."

Erst im Dezember hatten die Dresdner Schulkonzerte ihr Hundertjähriges (!) gefeiert, zu diesem Anlass waren durch Kulturbürgermeister Ralf Lunau Perspektiven für die nächsten Jahre zugesichert worden. Stadtsprecher Kai Schulz wiederholte gestern auf DNN-Anfrage dieses Statement und erklärte, dass von Seiten der Stadt alles getan worden sei, was aus deren Sicht möglich ist. Der vom Stadtrat beschlossene Haushalt für 2013 enthalte wie in den Vorjahren 113000 Euro für Schulkonzerte. Es sei auch nicht geplant, mittelfristig diese Mittel zu streichen. Orosz und Lunau hätten sich zu Gesprächen mit dem sächsischen Kultusministerium getroffen, allerdings habe man kein Entgegenkommen erreichen können, was die Finanzierung von Personal zur Organisation der Schulkonzerte betrifft. Laut Schulz will die Stadt nun zusätzlich 8000 Euro bereitstellen, um die Koordination der Konzerte zu unterstützen. Freilich würden die Personalkosten mit dieser Summe nicht gedeckt, sondern müssten aus den113000 Euro mitfinanziert werden, was hieße, für die Konzerte selbst würde weniger Geld zur Verfügung stehen. Eine Lösung, die die Stadt nicht als glücklich erachtet, da sie das inhaltliche Angebot reduziere.

Die Gespräche mit dem Freistaat würden fortgesetzt, sagte Schulz. Aus der Bildungsagentur hieß es, im Rahmen der Möglichkeiten würden die Dresdner Schulkonzerte auch weiterhin durch die Regionalstelle Dresden unterstützt. Angedacht sei die Beratung durch Fachberater für Musik bei der Konzertplanerstellung, die Verbreitung des Konzertplanes an den Schulen sowie Hilfe bei der Erschließung von Finanzierungsquellen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.03.2013

Kerstin Leiße

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