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Dresdner Residenzorchester: Elfjährige Geigerin begeistert

Dresdner Residenzorchester: Elfjährige Geigerin begeistert

Das Dresdner Residenzorchester feierte im Frühling sein einjähriges Bestehen und zählt nach einer anfänglichen Durststrecke längst zum festen Kulturangebot der Stadt.

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María Dueñas

Quelle: privat

Nur die Einheimischen müssen es noch mehr für sich entdecken. Das Ensemble musiziert regelmäßig im Marmorsaal des Zwingers, naturgemäß einer Anlaufstätte für die Touristen der Stadt, denen hier "angenehme Unterhaltung mit leichter Klassik" geboten werden soll.

Ein entsprechend internationales Sprachgewirr herrschte denn auch an diesem Samstag, als das vom Geiger Igor Malinovsky gegründete Orchester einmal mehr seine "Mozart-Gala" präsentierte (andere Offerten sind "Eine italienische Nacht", Vivaldis "Vier Jahreszeiten" sowie Opern-Gala, Walzernacht und Tango-Konzerte). Vor fast ausverkauftem Gestühl wurde in ebenfalls internationaler Besetzung ein sommerliches Querbeet-Konzert aus Mozarts reichem Œuvre gegeben. Ausschließlich in Kammerbesetzung ging es spritzig frisch durch die Ouvertüre zu "Don Giovanni", die exzellent musiziert wurde, an einigen Stellen jedoch beinahe zu flott geriet. Dass dennoch die geistige Tiefe dieser brillanten Musik nicht verloren ging, lag am präzisen Miteinander des kleinen Ensembles sowie an solistischer Schärfe nebst dynamischer Perfektion.

So perlend wurden auch die "Kleine Nachtmusik" und ein Arrangement des "Türkischen Marschs" aufgeführt. Malinovsky ganz Primas, seine jungen Kollegen (zumeist Studiosi der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber) voller Schwung und mit Hingabe an die gemeinsame Sache der Musik.

Malinovsky, der 2009 bereits die spanische Geigerin Elina Rubio als seinerzeit jüngste Studentin nach Dresden geholt hatte und der, nachdem sie just vorige Woche ihr bravouröses Abschlusskonzert an der Musikhochschule gab, nun eine große Karriere bevorsteht, scheint eine Hand für Ausnahmetalente zu haben. Mit der erst elfjährigen María Dueñas hat er jetzt eine noch jüngere Dresdner Studentin vorgestellt. Die aus Granada stammende Geigerin, die bereits als Siebenjährige die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule ihrer Geburtsstadt bestand, trug dem verblüfften Publikum Mozarts 1. Violinkonzert B-Dur in außerordentlicher Reife vor. Dieses Werk des 17-Jährigen lag bei der hochkonzentrierten Spanierin in den richtigen Händen, denn mit souveränem Strich und vollem Ton bewies sie eine nahezu perfekte Technik, was insbesondere in ihrem Umgang mit den Kadenzen zum Ausdruck kam.

Diese Musikerin sei ein Geschenk für ihn als Pädagogen, meinte der nun auch dirigierende Musikprofessor Igor Malinovsky, der offenbar ebenso wie das faszinierte Publikum von den Zugaben beeindruckt war, mit denen sich María Dueñas für den starken Applaus revanchierte. Drei Capriccios von Niccolò Paganini zeigten, wo diese junge Dame musikalisch zu Hause ist. Fulminant und virtuos, scheinbar ohne Furcht vor den technischen Hürden meisterte sie sich auf ihrer 3/4-Geige durch diese wahrhaft kapriziösen Wunderwerke. Auch diesen Namen wird man sich merken müssen.

Am kommenden Samstag ist das Dresdner Residenzorchester wieder im Zwinger zu hören, dann open air mit seiner Opern-Gala und Ausschnitten aus Werken von Bizet und Mozart bis Verdi.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.07.2014

DNN

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