Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Google+
Dresdner Projekttheater bietet erneut Raum für deutsch-polnisch-russische Theaterbegegnung der anderen Art

Dresdner Projekttheater bietet erneut Raum für deutsch-polnisch-russische Theaterbegegnung der anderen Art

Die Vorstellung dauerte vielleicht reichlich 30 Minuten, und der Beifall für alle Beteiligten sowie die Übergabe von jeweils einer roten Rose füllte die Zeitspanne zur vollen Stunde fast noch auf.

Voriger Artikel
Run auf Dresdner Kunstsammlungen - Richter zeigt neue Werke
Nächster Artikel
Dresdner Jugendliche nähern sich im tjg-Stück "Bis einer geht" dem Thema Scheidung

Überzeugend authentische Spieler bei deutsch-russisch-polnischer Theaterbegegnung "Mensch" im Projekttheater.

Quelle: Gabriele Gorgas

Doch so oder so macht es keinen Sinn, die Aufführung "Mensch" zum Abschluss einer deutsch-polnisch-russischen Theaterbegegnung in den sonst üblichen Kategorien bemessen, beurteilen zu wollen. Bei dem von der Aktion Mensch und dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk unterstützen Projekt zählt einfach schon das Mitmachen und Ermutigen. Und was die Spieler mit ihren jeweiligen Kräften schaffen wollen, das gelingt ihnen schließlich auch.

Seit dem 27. April haben junge Leute aus besagten drei Ländern, darunter speziell auch Jugendliche mit Down-Syndrom, gemeinsam mit Betreuern, Sprachmittlern und Spielleitern im Dresdner Projekttheater kleine Szenen und Figuren erarbeitet und können diese in der spielerischen Aufführung mit einfachen Mitteln und fantasievollen Materialien umsetzen, nutzen witzige Masken und Requisiten, lassen in der Lichtreflektion verrückte Schattenbilder wie eine Geburt oder das Haareschneiden mit übergroßen Scheren entstehen. Jeder hat da Gelegenheit, sich quasi in seiner Lieblingsrolle vorzustellen. Und das kommt so authentisch herüber, dass es für alle eine Freude ist.

Dass in diesen Darstellern beachtliche musische Veranlagungen schlummern, ist nicht zu übersehen, auch nicht zu überhören. Zum Beispiel dann, wenn Artem Trushkin einen Rockstar gibt, der alle auf der Bühne zum Brodeln bringt. Oder Tatiana Guskova unglaublich rasant und mit beneidenswerter Dynamik Drehungen als szenische Assoziation für den Sandsturm zaubert. Die Qualitäten von Nikolay Bondarenko liegen wohl mehr darin, dass er in sich ruht, aber auf diese Weise steht er als Kaktus inmitten des Getümmels wie ein Fels in der Brandung. Und nur, wer ganz genau hinschaut, entdeckt dabei auch das Spiel der Finger. Wie bereits im vorigen Jahr ist wiederum der präsente Viktor Lenk mit dabei, zum Beispiel als Koch, und Vladyslav Menin erscheint nun gar in vier Rollen an diesem Abend - als Bauarbeiter, Prinz, Frisör und Gitarrist!

Dass die Auftritte bestens ins Licht gesetzt sind, dafür sorgt der umsichtige Techniker vom Projekttheater, das überhaupt in der Unterstützung der Aktion seinem Namen alle Ehre macht. Und in der musikalischen Begleitung gelingt es Max Löb Garcia höchst sensibel sowie professionell, den Spielern Raum zu lassen auch für ihre eigenen Klangvorstellungen. Besonders vermögen es ebenso die beiden behutsamen und deutlich auch anregenden Spielleiterinnen Kathleen Roth und Magdalena Sankowska, die teils unbändige, authentische Spiel- und Lebenslust der Darsteller geschickt zu fördern und sie darin nur soweit zu lenken, wie es eben nötig ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.05.2013

Gabriele Gorgas

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr