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Dresdner Philharmoniker schildern ihre Eindrücke des Gastspiels von Kurt Masur in Dresden

Dresdner Philharmoniker schildern ihre Eindrücke des Gastspiels von Kurt Masur in Dresden

Die Dresdner Philharmonie hat in München vier erfolgreiche Konzerte im Gasteig gegeben. Am Pult stand Kurt Masur, der dem Orchester seit Jahrzehnten eng verbunden und von diesem zum Ehrendirigenten ernannt worden ist.

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Ehrendirigent Kurt Masur in München mit Konzertmeisterin Heike Janicke und Konzertmeister Ralf-Carsten Brömsel.

Quelle: privat

Der 85-Jährige ist in dieser Saison Artist in Residence der Philharmonie, seine Konzerte gehören zu den Höhepunkten für das Publikum und die Dresdner Musiker gleichermaßen. Angesichts des hohen Alters von Kurt Masur und den damit zunehmenden gesundheitlichen Problemen haben diese gemeinsamen musikalischen Momente etwas Magisches. Insbesondere für "seine" Dresdner Philharmoniker, die hier für die DNN ihre jüngsten Eindrücke schildern:

Entgegen allen Befürchtungen kam er doch! Kurt Masur verbrachte zwei Wochen mit der Dresdner Philharmonie und erklomm mit ihr die symphonischen Gipfel der Sinfonien Ludwig van Beethovens. Vor dem Münchner Gastspiel gab es in Dresden in drei Konzerten Kostproben aus der gemeinsamen Arbeit. Besonders in Erinnerung geblieben ist den Philharmonikern bei diesen Aufführungen die ehrfurchtsvolle Stille, nachdem der letzte Ton verklungen war. Hier war sich jeder Zuhörer über die Einmaligkeit dieses Augenblicks im Klaren: der alte Meister auf dem schon fast transzendenten Höhepunkt seiner musikalischen Gestaltungskraft. Ein anrührend-faszinierendes Erlebnis, wie sich seine unbändige musikalische Energie durch den geschwächten Körper Bahn brach. Diese Konzerte werden zweifellos als besondere Höhepunkte in die Orchestergeschichte eingehen.

Für Masur war es nach Paris und London das dritte Mal, dass er die Sinfonien Beethovens als Zyklus vorbereitete. Nach den Aufführungen in Dresden ging es auf die Reise in die süddeutsche Kulturmetropole München. Ort der Konzerte war der Konzertsaal im Kulturzentrum Gasteig, ähnlich dimensioniert und für seine Akustik kritisiert wie der Dresdner Kulturpalast. Masur hatte sich auch auf diese Herausforderung vorbereitet und eröffnete dem Orchester wenige Stunden vor dem ersten Auftritt seine Vorstellungen von einer deutlich veränderten Positionierung der Instrumentengruppen: die Pauke ins Zentrum zwischen Holz- und Blechbläser und die Celli in einer Reihe vor den Kontrabässen weit weg von den hohen Streichern hinter die Pauke und die Bläsergruppen. Masur konterte aufkommende Bedenken auf seine typisch kompromisslose Weise mit den Worten: "Dann könnt ihr euch einen anderen Dirigenten suchen! Klingen muss es!" Und er sollte Recht behalten. Viele Zuhörer sprachen nach den Konzerten von einem besonders schönen und runden Klangbild.

Die Konzerte, bis auf den letzten Platz ausverkauft, wurden zu einem rauschenden Beethoven-Fest. Nach den Konzerten betonte Masur immer wieder seine tiefe Verbundenheit mit dem Klangkörper: "Die Dresdner Philharmoniker verstehen mich wie kaum ein anderes Orchester. Wir sprechen die gleiche musikalische Sprache!" Seine Wege und die des Orchesters haben sich in den letzten Jahrzehn- ten mehrfach gekreuzt. In den Sieb- zigern war er für mehrere Jahre Chefdirigent der Philharmonie. Immerhin gibt es einen noch aktiven Kollegen, der diese Zeit als junger Musiker miterlebte. Die diesjährige Saison mit dem Beethoven-Zyklus und einer weiteren Deutschland-Tournee im Frühjahr 2013 ist der vorläufige Höhepunkt dieser fruchtbaren Verbindung zwischen Orchester und Ehrendirigenten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.12.2012

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