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Dresdner Philharmonie spielte bei Museums-Matinee im Hygiene-Museum.

Dresdner Philharmonie spielte bei Museums-Matinee im Hygiene-Museum.

Kurz und schmerzlos lautete erneut das Motto der Museums-Matinee bzw. Blauen Stunde der Dresdner Philharmonie im Hygiene-Museum. Es galt freilich nur für das Publikum, kaum für das Orchester, denn gerade unangestrengt zu Rezipierendes darf bekanntlich von den Ausführenden keineswegs leicht genommen werden.

Erst recht nicht bei Igor Strawinskys "Pulcinella-Suite" mit ihren vielen kammermusikalischen und solistischen Passagen. Die müssen fein abgestimmt, mal in lebensvoll-atmendem Bogen, mal pointiert pulsend über die Rampe kommen - kein Problem für die mit Delikatesse aufspielenden Damen und Herren. Gastdirigent Michael Francis schenkte den jeweiligen Solisten(gruppen) den nötigen Freiraum, beschränkte sich - die eigene Vergangenheit als Orchestermusiker deutlich erkennen lassend - nur auf das Nötigste an Zeichengebung, bevor er das Tutti wieder in organischen Übergängen zusammenführte. Der junge Brite, aktuell Chefdirigent des Norrköping Symphony Orchestra, stand erstmals am Pult der Dresdner Philharmonie. Sein klar strukturiertes Dirigat tat der durchsichtigen Pulcinella-Partitur gut, Reserven gab es allerdings hinsichtlich rhythmischer Prägnanz. Nicht, dass es geklappert hätte, aber manches - etwa die einleitende Sinfonia - hätte durchaus schärfer und impulsiver markiert werden können.

Strawinskys die Commedia dell'arte-Figur Pulcinella thematisierende Bearbeitung von Stücken Pergolesis und einiger weniger bekannter Komponisten hatte eingangs des Konzerts ein Präludium erfahren in Benjamin Brittens Version der g-Moll-Chaconne von Henry Purcell. Francis war hier sehr darauf bedacht, die Brittensche Handschrift auf der Purcellschen Vorlage zu verdeutlichen, zeichnete mit den Philharmonikern nachdrücklich Dynamisierung und Klanglichkeit.

Zwischen beiden Werken setzte Andreas Boyde mit einer leichtfüßigen Interpretation von Mozarts Klavierkonzert C-Dur KV246 Akzente. Der 20-jährige Mozart hatte das Konzert in Salzburg der Gräfin Lützow in die Hände geschrieben, weshalb er sich hinsichtlich pianistischer Ansprüche zurückhalten musste. Einem Solisten wie Andreas Boyde bleibt vor allem die Aufgabe, der Musik Fluss und Charme einzuhauchen - und das erledigte der in London lebende gebürtige Oschatzer ganz hervorragend. Sein klares, graziles Spiel ließ klanglich die Erinnerung an einen Hammerflügel aufkommen. Duftig tändelnd funkelte das Andante, im abschließenden Rondeau blätterte er gemeinsam mit den Philharmonikern lustvoll die musikalischen Einfälle auf. Michael Francis' nicht zu verleugnende britische Noblesse bei der Begleitung passte sich da gut ein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.04.2013

Sybille Graf

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