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Dresdner Musikfestspiele: Klavierabend im Palais im Großen Garten

Dresdner Musikfestspiele: Klavierabend im Palais im Großen Garten

Der ausverkaufte Saal im Palais im Großen Garten mit Stuhlreihen bis in die hintersten Winkel sprach für sich: Ganz sicher nicht nur wegen seines 70. Geburtstags sind Peter Rösels Konzerte ungebrochen gefragt.

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Peter Rösel spielte im Palais im Großen Garten.

Quelle: Oliver Killig

Leichtes und Unkompliziertes, ein gefälliges Geburtstagsprogramm gar, durfte man sich vom Dresdner Pianisten allerdings auch zu den Musikfestspielen nicht erwarten. Drei Sonaten, eher unfreiwillig zur jeweils letzten ihrer Komponisten geworden, verbanden sich in ihrer Reife zu einem eindrücklichen Abend. Rösels überlegtes, großräumiges Spiel stand als Bindeglied über den Werken, die dabei aber ihre eigene Sprache bewahrten.

Haydn klammern viele Musiker gern als zweitrangig aus. Hier eröffnete seine Sonate Nr. 52 Es-Dur das Konzert, und der Pianist gewann schon der Einleitung festliche Größe ab, spielte ohne Manierismen und schnitt so im richtigen Maß die dramatischen Momente hinein. Ruhig und ernst, nur am Ende etwas unbestimmt, wies der langsame Satz ausdrücklich die gedankliche Kraft nach. Aber auch das Finale, aus dem Rösel besonderen Witz gewann, schloss hier an und entspann sich wie ein Spiel aus Suchen und Finden. Darin lag eine Verwandtschaft zu Beethovens Sonate Nr. 32 c-Moll, die ähnlich Züge einer Suche im zweiten Satz zeigt. Energisch, fast massiv begann der Pianist hier den ersten Satz, den er mitunter etwas gradlinig auffasste. Umso tiefer war der langsame Teil gestaltet. Wie das Zögern eines Abschieds wirkte der Beginn hier, das Zerrissene und der fast schleppende Gestus waren schließlich im großen Bogen am Schluss eingefangen.

Mit einem wie undeutlichen Tonfall begann Peter Rösel nach der Pause die Sonate Nr. 21 B-Dur von Schubert. Doch dem wurde die klare Sprache des Mittelteils im Kopfsatz entgegengesetzt. Das Dunkle im Beginn potenzierte sich im langsamen Satz und war vielleicht eine Spur zu elegisch ausgebreitet. Die starke anschließende Bewegung im Scherzo widersprach hier ausdrücklich. Der Schluss, zunächst unverdrossen voranstrebend, wurde noch einmal energisch kontrastiert.

Hier schloss sich der Kreis zu Haydn, der ebenfalls nur scheinbar leichtfüßig daherkam. Bis an den Umbruch zur Romantik führte dieses ganz klassische Programm, das in seiner schlüssigen Zusammenstellung und dem kultivierten Vortrag überzeugte. Peter Rösel bedankte sich mit zwei Zugaben für den langen Applaus.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.05.2015

Hartmut Schütz

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