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Dresdner Musikfestspiele: Dreimal Beethoven

Leonidas Kavakos und Enrico Pace Dresdner Musikfestspiele: Dreimal Beethoven

Leonidas Kavakos war schon mehrfach in Dresden zu Gast. Dabei findet er stets einen passenden Ton, wovon man sich jetzt erneut überzeugen konnte, als der Ausnahmeviolinist mit Enrico Pace im Rahmen der Musikfestspiele im Palais Großer Garten sämtliche Violinsonaten Beethovens an drei Abenden aufführte.

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Konzert von Leonidas Kavakos (Violine) und Enrico Pace (Klavier) im Palais Großer Garten zu den Dresdner Musikfestspielen.

Quelle: Oliver Killig

Dresden. Leonidas Kavakos war schon mehrfach in Dresden zu Gast, mit Brahms-Sonaten oder (zuletzt) Sibelius‘ Violinkonzert. Dabei findet er stets einen passenden Ton, wovon man sich jetzt erneut überzeugen konnte, als der griechische Ausnahmeviolinist mit seinem Partner Enrico Pace im Palais Großer Garten sämtliche Beiträge Ludwig van Beethovens zur Gattung der Violinsonaten im Rahmen der Musikfestspiele an drei Abenden aufführte. Ihr Programm folgte nicht der Chronologie, sondern fasste Stücke unterschiedlichen Charakters zusammen. Zunächst standen sich jeweils zwei Sonaten aus 12 und 30 (Sonaten 6, 3, 2 und 7) gegenüber. Dafür fanden Enrico Pace und vor allem Leonidas Kavakos ungemein zarte Töne. Doch „immer ganz sacht“ galt hier keineswegs, und so schattierten die beiden Musiker gerade für die im Charakter elegante zweite Sonate herb und aufgeraut. Auffallend war der Augenkontakt der beiden Künstler. Während sich Pace an seinem Partner orientierte, schaute dieser ins Publikum, als wolle er sich vergewissern, ob dieses ihm folge und die Feinheiten der Stücke erspüren könne.

Die fünfte („Frühlingssonate“) und neunte („Kreutzersonate“) Sonate van Beethovens haben sich einen besonderen Platz in der Musikgeschichte erobert. Sie erklangen an zwei Tagen in sinnfälligen Gegenüberstellungen. So machten Kavakos und Pace klar, dass die Nr. 4 ihrer Schwester an musikalischem Gehalt ebenbürtig ist. Sie entwickelten nach sanftem Beginn und dem zarten Liebeslied des Andante ein feuriges Allegro.

Dass viele der Sonaten von einer Gleichrangigkeit der Instrumente geprägt sind, wurde gerade durch die zyklische Aufführung deutlich, denn Violine und Klavier wechseln oftmals die Gesangsstimme, wie schon im ersten der Werke, mit dem der Abschlussabend begann. Enrico Pace ließ das Singen perlend verströmen und belebte das Werk mit bedächtigem Tastendruck im Bass.

Wenn solch erfahrene Partner sich in Musik verlieren, können sie – ganz ohne Spitzfindigkeiten – auch das Gewohnte bereichern, durch synkopische Betonungen etwa wie in der Frühlingssonate oder in der achten. Finaler Höhepunkt war die intensive, glühende, fast überschäumende Interpretation der Kreutzersonate. In ihren Ruhepunkten konnte man spüren, welch Geschenk Beethoven der Menschheit da hinterlassen hat! Im Gegensatz zu Tolstois düsterer, nach der Sonate benannter Novelle war dieser Konzertabschluss frei von Negativem, erweckend mit einem keck angeschlagenen Klavier und munterem Tarantella-Rhythmus.

Wer so fein Brillanz und Sinn verbindet, von dem wird natürlich noch extra etwas erwartet. Mit Zugaben Igor Strawinskys („Dithyrambe“ und „Danse Russe“) sowie Franz Schuberts Andantino aus der A-Dur-Sonate bedankten sich die beiden Gäste bei ihrem verzauberten Publikum.

Von WOLFRAM QUELLMALZ

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