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Dresdner Musikfestspiele 2017 im Zeichen der Aufklärung

Es werde Licht Dresdner Musikfestspiele 2017 im Zeichen der Aufklärung

Die Dresdner Musikfestspiele sollten ein Fenster zur Welt sein. Wenn sie im kommenden Jahr zum 40. Mal stattfinden, ist der Anspruch nicht kleiner geworden. Im Gegenteil: Während in vielen Köpfen neue Mauern entstehen, untersetzen die Musikfestspiele diesen Anspruch mit dem griffigen Thema „Licht“.

Er sang zwar Karaoke in „Lost in Translation“, doch als Sänger dürften Schauspieler Bill Murray nur wenige kennen.
 

Quelle: PR

Dresden.  Die Dresdner Musikfestspiele sollten ein Fenster zur Welt sein. Mit diesem Anspruch wurden sie 1978 im ummauerten Teil Deutschlands gegründet – und durch keinen Geringeren als Herbert von Karajan mit den Berliner Philharmonikern eröffnet. Wenn sie im kommenden Jahr zum 40. Mal stattfinden, ist der Anspruch nicht kleiner geworden. Im Gegenteil: Während in vielen Köpfen neue Mauern entstehen und ganz real neue Grenzen gezogen werden, beharren die Musikfestspiele auf diesem Anspruch und untersetzen ihn mit dem griffigen Thema „Licht“.

Intendant Jan Vogler will dies als erhellende Maßnahme im Sinne unangepasster Aufklärung verstanden wissen und beruft sich auf all die „Querdenker und Lichtgestalten“, die in Kunst und Kultur stets für Menschlichkeit und friedliches Miteinander gesorgt haben und sorgen. Gerade in Zeiten, da zunehmend von „Dunkel-Dresden“ und „Dunkel-Deutschland“ die Rede ist, sollen die Musikfestspiele gesellschaftliche Reflexionen auslösen und als Begegnungsort eines internationalen Publikums humanitären Austausch fördern.

Anne-Sophie Mutter wird am 18

Anne-Sophie Mutter wird am 18. Mai 2017 in der Semperoper zu erleben sein: mit der Philharmonia Zürich und Fabio Luisi am Pult.

Quelle: Bastian Achard

Vogler weiß sich da einer Meinung mit seinem Team, das derzeit aus lediglich neun Festangestellten besteht, die aber erneut ein vierwöchiges Festival stemmen. Der Mann ist Optimist, setzt auf die Kraft der Musik und hofft, dass der internationale Ruf, den sich die Musikfestspiele unter seiner Leitung erworben haben, auch innerhalb Dresdens anerkannt wird. Gerade hier aber fehle es an konstruktiver Kommunikation, bemängelte der Künstler gestern zur Vorstellung des Jubiläumsprogramms.

Zwar gab es einen Stadtratsbeschluss für zusätzliche Konzerte im Kulturpalast, um den neuen Konzertsaal bestmöglich zu etablieren, dafür sei auch ein Mehrbedarf von 285.000 Euro bewilligt worden, doch wie all dies personell umgesetzt werden soll, spiele für die Stadt keine Rolle. Dabei müsse sie als Träger der Musikfestspiele die Rahmenbedingungen verantworten, so Vogler. Das stetige Wachstum – allein in den vergangenen drei Jahren habe sich die Besucherzahl von 26.000 auf 48.000 nahezu verdoppelt – sei so nicht fortzusetzen, beklagte der Intendant. Zugleich wies er darauf hin, dass die Musikfestspiele als kleinste kommunale Kultureinrichtung die höchsten Eigeneinnahmen erwirtschafte. Mehr als 50 Prozent des jährlichen Etats von rund 4,2 Millionen würden aus Kartenverkauf und mit Hilfe von Sponsoren erzielt.

Umtriebig, wie Jan Vogler ist, pflegt er enge Kontakte zu den Förderern der Kultur, bei denen er sich fleißig bedankt. Gestern ging der Dank jedoch auch in seine Richtung, da das strahlkräftige Festival auch für eine breite Wahrnehmung der Sponsoren sorge. Es werde mit Banknoten unterstützt, um Musiknoten in die Welt zu bringen, was wiederum den Bewertungsnoten von Dresden zugute komme. Das sei auch hinsichtlich der Bewerbung als Kulturhauptstadt wertvoll.

19.5. Reithalle – Classical Beats: Francesco Tristano

21.5. Hygiene-Museum – „Fidelio“ für Kinder

22.5. Hygiene-Museum – Opernbaustelle, Taschenoper Lübeck

26.5. Gebäudeensemble Deutsche Werkstätten – Nils Landgren, Michael Wollny & Freunde

5.6. Alter Schlachthof – Classical Beats: Cameron Carpenter

7.6. TU Dresden – Sound & Science: „Musik und Gehirn“

9.6. Festspielhaus Hellerau – Cloud Gate Dance theatre

16.6. Kleiner Schlosshof – Dieter Ilg Trio

17.6. „Klingende Stadt“

Der nächste Jahrgang hat unbedingt das Potential, neues „Licht“ in die Stadt zu bringen. Insgesamt 59 Veranstaltungen, für die aufgrund der 14 Konzerte im Kulturpalast etwa 11.000 Karten mehr als in diesem Jahr zu Verfügung stehen, sind mit klangvollen Namen und Programmen verbunden. Allein die Orchesterkonzerte – das London Philharmonic Orchestra ist mit Vladimir Jurowski Residenzklangkörper, es kommen das Orchestre de Paris, das Mahler Chamber Orchestra, das Orchester des Mariinsky-Theaters, das City of Birmingham Symphony Orchestra, Curtis Symphony und MDR-Sinfonieorchester, die Tschechische Philharmonie und und und – sind imposant. Natürlich wirken traditionell auch hiesige Orchester, Chöre sowie Künstlergrößen mit und wird das 2012 gegründete Dresdner Festspielorchester unter Ivor Bolton seine Arbeit fortsetzen. Bereits im Oktober erscheint dessen erste CD mit Kompositionen Robert Schumanns, Ende April gibt es zur Wiedereröffnung des Kulturpalastes ein Sonderkonzert.

Im Eröffnungskonzert am 18. Mai werden mit der Philharmonia Zürich gute Bekannte zu erleben sein: die Geigerin Anne-Sophie Mutter kommt mit dem Dirigenten Fabio Luisi wieder nach Dresden. Wiedersehen sind zudem mit Sängerinnen wie Diana Damrau und Waltraud Meier, mit Sängern wie Matthias Goerne und Bryn Terfel versprochen. Es kommen Instrumentalisten wie Herbert Schuch und Peter Serkin (Klavier), Nicola Benedetti und Leonidas Kavakos (Violine) sowie Schlagzeuger Martin Grubinger, Trompeter Ludwig Güttler und die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker.

Neben Werken von „Lichtgestalten“ wie Bach, Mozart und Beethoven sowie Strawinsky und Schostakowitsch, deren revolutionären Gehalt Vogler betonte, gibt es zu den 40. Dresdner Musikfestspielen auch Uraufführungen. Posthum erklingen – nach Texten von Heiner Müller – Reiner Bredemeyers „Berichte“ und als Kompositionsauftrag der Festspiele gibt es Sven Helbigs Musik zum 1928 entstandenen Stummfilm „Luther – Ein Film der deutschen Reformation“. Überraschen wird Schauspieler Bill Murray nicht nur als Sprecher, sondern wohl auch als Sänger.

Reichlich Crossover versprach Vogler, um weiterhin junges Publikum zu binden. So finden sich Jazz und Tanz im Programm, gibt es Kinderkonzert, Junge Oper und einen Spagat „From Bach to Electro“ mit dem Pianisten Francesco Tristano. Die „Klingende Stadt“ wird ebenso fortgeführt wie „Dresden singt und musiziert“, baubedingt diesmal allerdings auf dem Neumarkt. Auch dort ist viel „Licht“.

40. Dresdner Musikfestspiele, 18.5. bis 18.6.2017

www.musikfestspiele.com

Vorverkaufsstart 1.10.2016

Von Michael Ernst

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