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Dresdner Münzkabinett wird Nr. 1 in der Welt - Numismatiker rechnen mit nie erlebter Prachtentfaltung

Dresdner Münzkabinett wird Nr. 1 in der Welt - Numismatiker rechnen mit nie erlebter Prachtentfaltung

Eine nicht zuvor gekannte Prachtentfaltung durch rund 3000 Münzen und Medaillen wird Dresden der Welt präsentieren, wenn in voraussichtlich zwei Jahren das Neue Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen erstmals seine Türen für die Besucher öffnet.

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Münzkabinett-Direktor Rainer Grund präsentiert die Medaille zu 100 Dukaten von 1621 mit dem Bildnis von König Sigmund III. Wasa.

Quelle: Peter Weckbrodt

Die Dresdner Münzsammlung ist von ihrem Umfang her sicher nach Berlin und München auf Platz 3 unter Deutschlands numismatischen Kollektionen, schätzt Kristian Nicol Worbs ein, der Präsident der Deutschen Numismatischen Gesellschaft, zum Abschluss des "21. Mitteldeutschen Münzsammlertreffens" in Dresden. Was ihm aber über die Planungen für das neue Münzkabinett jetzt bekannt geworden sei, betrachte er von Wert und Prachtentfaltung des zu Zeigenden als beispiellos in der Welt.

Nach dem Historischen Grünen Gewölbe, dem Neuen Historischen Gewölbe, Türkischen Kammer, der Fürstengalerie sowie dem Riesensaal mit der Rüstkammer erhält Dresden damit einen weiteren Edelstein unter den stattlichen Kunstsammlungen, einen weiteren großen Publikumsmagneten zurück.

Ursprünglich sollte der Aufbau des Residenzschloss bereits 2013 abgeschlossen werden. Die Verzögerung ist für Jedermann sichtbar. Der Direktor des Münzkabinetts, Rainer Grund, verweist auf eine durch die europäische Finanzkrise erzwungene Pause von mehr als zwei Jahren in den Planungen für das Münzkabinett. Vom Bund bereitgestellte Fördermittel und Eigenmittel des Freistaates ermöglichen jetzt intensive vorbereitende Arbeiten, aber auch Ankäufe von Münzen und Medaillen. Besondere Bedeutung hat die Bereitstellung von 500000 Euro durch den Freistaat für den Erwerb der unter Kennern legendären Universalsammlung des Meißner Kunstliebhabers und Weinhändlers Otto Horn. Mit dieser 45000 Gepräge umfassenden Sammlung erhält das Kabinett wichtige Stücke, die bisher im Bestand fehlten. Weitere Mittel zum Erwerb bedeutender Münzen zur Vervollständigung der Sammlung hat der Osnabrücker Münzhändler Fritz Rudolf Künker bereit gestellt.

Das Kabinett wird seinen Platz auf etwa 400 Quadratmeter Fläche im zweiten Obergeschoss des Georgenbaus erhalten. Das Depot mit den "restlichen", nicht im Kabinett berücksichtigten 297000 Münzen und Medaillen hat bereits seine abgesicherte Bleibe im Dachgeschoss. In je einem Kabinett für die Münzen und für die Medaillen sowie zwei Sälen werden die Prachtexemplare künftig präsentiert. Der zum Bereich gehörige kleine Ballsaal bleibt festlichen Empfängen vorbehalten.

Eine hervorragende Stellung werden im Kabinett die sächsischen Gepräge einnehmen. Auch der von Sachsen ausgehende Siegeszug des Talers werde gewürdigt, sagte Grund. Schließlich sei der Taler die weltweit erfolgreichste Münze überhaupt. Ausdrücklich wird im Kabinett die überragende Rolle des sächsischen Bergbaus als über Jahrhunderte munter sprudelnde Quelle für Sachsens Reichtum, die höfische Prachtentfaltung und die Versorgung der Dresdner Münze mit Edelmetallen dargestellt. Der bereits unter der Herrschaft August des Starken deutlich gewordene Charakter der Dresdner Münzsammlung als der einer Universalsammlung bleibt erhalten.

Neu ins Kabinett aufgenommen werden Münzen und Geldscheine aus der DDR, der BRD und jetzt des Euros. Berücksichtigt werden spezielle numismatische Themen wie Fälschungen, Münzschmuck und bedeutende Münzfunde. Die Platzierung der Münzen erfolgt in Augenhöhe, Banknoten werden wegen der Lichtempfindlichkeit eher in Schubkästen verwahrt.

Zum Kabinett wird ein interaktiver Katalog erscheinen, der alle 3000 ausgestellten Stücke erfasst und näher beschreibt. Dazu kommen Abbildungen mit der Vorder- und der Rückseite der Gepräge. Letzteres ist am Objekt selbst zwangsläufig nicht möglich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.04.2013

Peter Weckbrodt

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