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Dresdner M2A Galerie zeigt Michael Klipphahn

Dresdner M2A Galerie zeigt Michael Klipphahn

Der Ausschnitt eines Hinterns in einer knallengen Hose; ein androgyner junger Mann im Halbporträt vor rosa Hintergrund; ein hyperrealistisches Frontalporträt von Paris Hilton; eine zusammengesackte USA-Flagge; das sind die Sujets, die ihren Erschaffer als Rezipienten der westlichen Konsumkultur des 21. Jahrhunderts identifizieren.

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Michael Klipphahn. Flagge, Öl auf geleimten Papier.

Quelle: Repro: M2A Galerie

Michael Klipphahn lebt und arbeitet als freier Künstler in Dresden, nachdem er 2012 sein Diplom an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste absolviert hat - und dies mit der ihm wohl eigenen Konsequenz, hatte er sich doch schon als 17-Jähriger explizit bei seinem Vorbild, dem Malereiprofessor Ralf Kerbach, beworben, dessen Assistent und Meisterschüler er dann wurde. Mittlerweile zieren eine Reihe von Auszeichnungen und Stipendien seinen Lebenslauf und ihm gelingt bereits, worauf viele Künstler sehr lange hinarbeiten - er kann von seiner Kunst leben.

Konsequenz kennzeichnet auch seine gesamte Arbeitsweise: Der 27-Jährige, der in der Regel circa zehn Stunden pro Tag in seinem Atelier im Dresdner Industriegelände verbringt, malt bevorzugt mit Öl auf geleimtes Papier, weil er den Bildträger Leinwand "extrem unelegant" findet. Dabei entwickelt er häufig Gesamtkonzepte mit passend zum jeweiligen Gemälde entworfener Tapete oder besprühtem Wandhintergrund, bis hin zum konzeptuellen Bilderrahmen, der lackierte Palmenblätter von den Zimmerpflanzen enthält, die der Künstler zuvor in seinem Atelier eigens dafür vertrocknen ließ. Diese Hinzunahme einer anderen Materialität weitete Klipphahn im vergangenen Sommer aus und begann damit, Wachssträuße zu modellieren. Seine Erklärung dazu klingt so schlicht wie einleuchtend: "Ich empfand es zunehmend als einengend, immer auf einem Viereck zu arbeiten." Zwei zerfließende Pantherskulpturen zeugen in der Ausstellung davon, dass ihm dieser gelegentliche Medienwechsel nicht schadet.

Für seine aktuelle Ausstellung "Resist or Serve" in der M2A-Galerie hatte man ihm schließlich völlig freie Hand gelassen, was Titel, Konzept oder Hängung anging. "Ich hätte auch Schwierigkeiten, anders zu arbeiten", gesteht er. Sämtliche gezeigten Werke sind seit Januar dieses Jahres entstanden. Das sei für ihn kein Problem gewesen, da er immer in Gesamtkonzepten arbeite. Kitsch und Werbung sind dabei die Themen, die den jungen Künstler ständig begleiten und umgeben, wobei es ihm vor allem um deren spezifische Abbildungsmechanismen geht, er sich aber auch bewusst ist, dass jede Entscheidung für ein bestimmtes Motiv letztlich auch ein Stück von ihm selbst preisgibt.

Michael Klipphahn in der Dresdner M2A Galerie (Königsbrücker Str. 70 ) bis 13. Juni. geöffnet ist die Ausstellung Mi bis Fr 16-20 Uhr und Sa 12-16 Uhr

www.galerie-m2a.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.06.2015

Susanne Magister

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