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Dresdner Ladengalerie art+form feiert ihren 20. Geburtstag und versteigert Flaschenkunst

Dresdner Ladengalerie art+form feiert ihren 20. Geburtstag und versteigert Flaschenkunst

Dresdens Ladengalerie art+form ist an die Flasche geraten: 100 von 50 Künstlern gestaltete Weinflaschen mit einem guten Tropfen vom Radebeuler Weingut Bernd Kastler werden bis 19. Juli gezeigt und versteigert.

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Ein Teil des art+form-Teams mit einer gerahmten 20 zum Jubiläum und inmitten der Flaschenkunst, die es noch bis 19. Juli zu ersteigern gibt.

Quelle: Andrea Rook

Überraschend viele Künstler haben sich auf dieses "Auftragswerk" eingelassen. Und eine überraschend gute Ausstellung ist daraus entstanden.

Gerda Lepke hat zwei Glaskörper in Königin und Teufel verwandelt. Claus Weidensdorfers feine Zeichnungen auf Papier schmücken die Behältnisse wie erlesene Etiketten. Tina Wohlfahrts Metall-Glas-Wein-Objekte scheinen zu fliegen, Tina Flau hat tief ins Glas geritzt. Bei Wolfgang Kühne verschwindet der Rebensaft in einer Kunst-Schublade bzw. geht mit einem Dreimaster auf große Fahrt. Es gibt schrilles Nach-Außen (Wolfgang Smy) und stilles Von-Innen (Gudrun Tendrafilow). Angela Hampels sehr schwarzer Engel steht weit entfernt von Helene Heyders Adam mit dem Pflaster auf dem Herzen. Naomi Bick präsentiert das Getränk in einem nachhaltigen Holzbehältnis, auf Christine Schuberts Rund-Werken galoppieren Hirsche und Jäger endlos im Kreis. Und es gäbe noch mehr zu entdecken -

20 Jahre existiert die Ladengalerie in der Bautzner Straße im ewigen Spagat zwischen "Kunst+Kitsch", so auch der Titel der Ausstellung. "Wir verkaufen Dinge, die die Welt nicht braucht", sagt Inhaber Remo Dudek. "Aber es tut allen gut." Am 1. Juni 1992 ging es in einem ehemaligen Fleischerladen in der Rothenburger Straße 22 los. Damals waren sie zu zweit und der Laden Bestandteil des Spieltour Press Verlags, der Lesezeichen, Malhefte und Ähnliches für Kinder herstellte. Damals noch freier Mitarbeiter, reiste Remo Dudek von Suhl bis Rostock, bot die eigenen Produkte und die anderer Verlage an und profitiert noch heute von dieser Zeit. Seit 1997 führt er das Geschäft allein, stellt regelmäßig Künstler aus und zog 1999 in die größeren Ladenräume in der Bautzner 11.

Inzwischen ist art+form zu einer festen Adresse für Rahmungen, Kunst, Postkarten, Kalender, Papierwaren und Geschenkartikel geworden. Manche Stammkundin kommt regelmäßig aus Stralsund hierher - die Frauen unter den Käufern sind eindeutig in der Mehrzahl. Zahlreiche Glückwünsche trafen zum großen Fest am 10. Juni ein und erfüllen Remo Dudek mit Stolz. "Da wird man fast rot", sagt er.

Trotz des breiten Sortiments in seinem "Gemischtwarenladen" sind die Bildrahmungen und Galerieschienen nach wie vor das Hauptgeschäft. Dafür zuständig und seit zwanzig Jahren mit dabei ist Paul Krönicke. Der Aufbau eines Vertriebs der eigenen Do-it-yourself-Kalender über internationale Messen und acht Vertreter in Deutschland und Österreich rentierte sich nicht. Statt Läden in anderen Städten zu gründen, entschied sich Dudek für eine "Filiale" im Internet.

Es folgten die Zusammenarbeit mit Schloss Wackerbarth und das Kunstgeschäft mit großen Namen wie Müller-Stahl, Grass, Janosch, Hundertwasser. Einem klaren, zuverlässigen Profil folgen die Ausstellungen im Gang mit der Ziegelwand, die Ingeburg Feuerstack seit 1997 organisiert. Mit mancher hat die Ladengalerie Geld verdient und in manche viel hineingesteckt. Das stört Remo Dudek nicht - wie gesagt: ohne Kunst kein Kitsch und andersherum. Zufrieden ist der dreifache Familienvater dennoch nie, im positiven Sinn. "Wenn ein Kunde in den Laden kommt, würde ich ihm gern 40 und nicht nur 12 Fotoalben hinlegen können", sagt Remo Dudek. "Und sagen: Das ist alles, was wir finden konnten."

Es bleibt spannend bis zum 19. Juli. Bis Punkt 20 Uhr kann das letzte Gebot abgegeben werden. Und spannend ist es nicht nur für interessierte Käufer der Flaschenkunst, sondern auch für die mittlerweile 20 Mitarbeiter. Denn die haben ganz schön zu tun, wenn einmal am Tag die Gebote in Laden und Internet abgestimmt und aktualisiert werden müssen. Den Erlös aus der Versteigerung spendet art+form dem Kulturverein riesa-efau. Andrea Rook

Ausstellung Kunst+Kitsch. 20 Jahre art+form. Bautzner Str. 11, Mo.-Fr. 10-20, Sa. 10-18 Uhr. Ausstellung und Versteigerung auch im Internet: www.artundform.de. Bis 19. Juli.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.07.2012

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