Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Google+
Dresdner Grünen Büro schließt mit Klaus Drechsler Ausstellung

Dresdner Grünen Büro schließt mit Klaus Drechsler Ausstellung

Karl-Heinz Gerstenberg (Bündnis 90/Die Grünen) vor rund zwölf Jahren sein Büro "grünland" in der Hoyerswerdaer Straße 27 eröffnete, trug er sich von Anfang an mit dem Gedanken, Künstlern Gelegenheit zu geben, dort auszustellen.

Voriger Artikel
Sächsisches Pilotprojekt - Künstler fordern Sicherung von Vor- und Nachlässen
Nächster Artikel
Die Thee Oh Sees in der Dresdner Scheune

Karl-Heinz Gerstenberg (Grüne) beendet seine Tätigkeit als Landtagsabgeordneter.

Quelle: Joerg Simanowski

Damit demonstrierte er grüne Kulturpolitik, wenn er auch nicht alle Ausstellungswünsche erfüllen konnte. Es war ihm dabei wichtig, nicht nur dem persönlichen Geschmack zu folgen, Gestandenen neben weniger Bekannten, sowie jungen Absolventen der HfBK ein Podium für ihre Kunst zu bieten. Inzwischen hat Gerstenberg viele bereichernde Gespräche geführt und ein Stammpublikum gewonnen.

"Es war eine beglückende Zeit", sagte er zur Vernissage, zu der viele Künstler gekommen waren, die hier ausstellen durften, wie Mirijam Moritz, Kerstin Franke Gneuß, Jürgen Matschie, Mechthild Mansel, Michele Cyranka, Bernd Hanke, Hans Kutschke, Klaus Liebscher und andere. Gerstenberg hat 24 Jahre Landespolitik mitgestaltet. Mit dem Ende der Arbeit als Landtagsabgeordneter schließt das Büro mit Arbeiten von Klaus Drechsler, der damit das zweite Mal nach 2005 vor Ort präsent ist. Seine Ausstellung "Blatt für Blatt" (Tusche/Pastellkreide) ist gleichzeitig auch thematisch auf Abschied aus.

Der 1940 im niederschlesischen Oberdammer Geborene erlebte Krieg, Flucht und Aussiedlung. Klaus Drechsler studierte von 1975 bis 1960 an der ABF und danach von 1961 bis 69 an der HfBK Dresden bei Prof. Paul Michaelis. "Solange ich etwas bewusster gelebt habe, hat das Blatt immer eine große Rolle gespielt. "Mir träumte immer, ich wäre in einer Kiste mit Laub begraben", erinnert sich Drechsler. Seine Tempera-Arbeiten in den 70er Jahren, besonders sein "Rhabarberblatt" (auch in der Ausstellung zu sehen), löste zur damaligen Bezirkskunstausstellung merkwürdige Diskussionen aus. Klaus Drechsler wollte nicht provozieren, sondern den Dingen auf den Grund gehen, seine seelische und künstlerische Position vertreten.

In der Ausstellung sind nun ein Drittel der rund 60 Arbeiten zum Thema zu sehen, darunter aber auch eines seiner geliebten "Quittenstilleben". Auf uraltem Bütten mit großer Saugfähigkeit trug Drechsler Farbschicht für Farbschicht auf, rieb sie mit Kork ein, betätigte die Feder und trieb das Blatt im Wechsel von Löschungen und Neuübermalungen voran. Dabei kam es ihm immer auf den "Restraum", die den Gegenstand umgebende Fläche an, der wie in der Musik als Resonanzraum eine wichtige, das Bild zusammenhaltende Funktion innehat.

Klaus Drechsler, der sich bereits als junger Mensch mit Sinnfragen und lebensphilosophischen Problemen auseinandergesetzt hat, zitierte in seiner Rede zur Eröffnung seiner Ausstellung Goethe in einem Brief an Eckermann vom 3. November 1823: "Jeder Zustand, ja jeder Augenblick ist von unendlichem Wert, denn er ist der Repräsentant einer ganzen Ewigkeit".

Bis 16. September. Regionalbüro, Hoyerswerdaer Straße 27. 01099 Dresden. Tel. 0351/563 55 03 www.karl-heinz-gerstenberg.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.08.2014

Heinz Weißflog

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr