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Dresdner Feuerwehr soll Kulturrettungs-Zug erhalten

Dresdner Feuerwehr soll Kulturrettungs-Zug erhalten

Um die teils einzigartigen Kunstschätze und Archivalien in Dresden im Katastrophenfall schneller sichern zu können, soll die hiesige Feuerwehr einen "Kulturgut-Rettungszug" erhalten.

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Konrad Felber, Birgit Salomon, Thomas Bürger und Michael John beim Beitritt der Stasi-Unterlagenbehörde.

Das kündigte Michael John an, der Vorsitzende des "Dresdner Notfallverbundes".

Dabei handele es sich um einen aufsattelbaren Container für Feuerwehrfahrzeuge. Dieser wird spezielle Transportsysteme für große Gemälde und Akten enthalten, aber zum Beispiel auch Streckfolien, in die durchnässte Unterlagen eingewickelt werden, damit sie für die spätere Restauration schockgefrostet werden können, ohne zu unlösbaren Klumpen zusammenzupappen. Solche Fachtechnik hat bei der Dresdner Feuerwehr Tradition, sie hat zum Beispiel schon ein auf Straßenbahn-Entgleisungen spezialisieres Verkehrsbetriebe-Fahrzeug im Einsatz.

Derzeit bemühe man sich um Bundes-Fördermittel, um den 20 000 Euro teuren Kulturrettungszug zu finanzieren, sagte John. Der Spezialzug soll in Dresden stationiert werden, im Ernstfall aber auch zu Notfallverbünden von Museen, Bibliotheken und Archiven in Leipzig und der Oberlausitz ausrücken, die derzeit nach Dresdner Vorbild entstehen.

Der "Dresdner Notfallverbund" war im Herbst 2011 als Zusammenschluss von elf Kultureinrichtungen entstanden. In Konsequenz aus der Jahrhundertflut in Dresden 2002, dem Bibliotheksbrand in Weimar 2004 und des Stadtarchiv-Einsturzes in Köln 2009 beschlossen Staatsarchiv, Stadtarchiv, Staatliche Kunstsammlungen, Sächsische Landes- und Uni-Bibliothek und andere damals, Notfall- und Evakuierungspläne für Flut- und Brandkatastrophen, aber auch kleinere Unfällen abzustimmen, Reservedepots für auszulagernde Kulturschätze zu eruieren und sich im Ernstfall mit Technik und Fachleuten zu helfen.

Diese Kooperation begann bereits vor der offiziellen Verbunds-Gründung - seinerzeit übrigens die erste in Sachsen. Als beispielsweise vor zwei Jahren die Neiße das Zisterzienserinnen-Kloster St. Marienthal überschwemmte, leisteten Verbunds-Restauratoren erste Hilfe für durchfeuchtete Gemälde in der Klosterkirche und liehen den Schwestern ein Jahr lang kostenlos einen Luft-Ionisator gegen Schimmelbildung aus.

Ab sofort stehen auch die Ressourcen der Dresdner Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde dem Verbund zur Verfügung. "Wir sind hier an der Riesaer Straße zwar nicht flutgefährdet, aber ein Brand ist in unseren Aktenlagern durchaus möglich", sagte Außenstellen-Leiter Konrad Felber, nachdem er die Beitrittsurkunde unterschrieben hatte. Obgleich die hier gelagerten Akten vielleicht nicht für jeden angenehm seien, so gehörten die Stasi-Unterlagen doch zum Kulturgut des deutschen Volkes. "Andererseits können wir unseren Partnern mit unseren Fachleuten und Fuhrpark helfen", betonte Felber. Heiko Weckbrodt

Mehr Infos im Netz: tinyurl.com/czguhp4

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.04.2012

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