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Dresdner Ex-Stadtschreiber Catalin Florescu mit Schweizer Buchpreis geehrt

Dresdner Ex-Stadtschreiber Catalin Florescu mit Schweizer Buchpreis geehrt

Catalin Dorian Florescu, 2008 Dresdner Stadtschreiber, hat für seinen Roman "Jacob beschließt zu lieben" den mit 50 000 Schweizer Franken dotierten Schweizer Buchpreis 2011 erhalten.

Damit werde ein "herausragendes literarisches Werk der diesjährigen Buchproduktion" gewürdigt, teilte die fünfköpfige Jury mit. Jury-Mitglied Thomas Strässle sagte in seiner Laudatio: "Florescu ist ein großartiger Geschichtenerzähler und ein Meister der Sinnlichkeit. Sein Roman ist prallvoll mit Leben: Es wird geliebt und gehasst, verraten und gemordet, geboren und gestorben."

Der Roman umspannt 300 Jahre, vom 17. Jahrhundert bis 1951. Er erzählt eine Migrantengeschichte: von deutschsprachigen Einwanderern, die 1773 ein Dorf im rumänische Banat gründen, ihrem Überlebenskampf unter wechselnden politischen Verhältnissen, dem Zusammenleben verschiedener Ethnien, Deutschen, Rumänen, Zigeunern.

Florescu ist 1967 im rumänischen Timisoara (Temesch- war) geboren und floh 1982 mit seiner Familie in die Schweiz. Seither lebt der studierte Psychotherapeut in Zürich. Er debütierte mit dem Roman "Wunderzeit" (2001). Es folgten "Der kurze Weg nach Hause" (2002), "Der blinde Masseur" (2006) und "Zaira" (2008).

Florescu war am Sonntag zum Abschluss der Messe "Buch Basel" bekanntgegeben worden. Beworben hatten sich 60 Romane aus 40 Verlagen. gä

Opernsängerin Sena Jurinac gestorben

Die Sängerin Sena Jurinac, die in den späten 40er und 50er Jahren als Publikumsliebling der Wiener Staatsoper bejubelt wurde, ist tot. Auch an anderen internationalen Opernhäusern war die Künstlerin ein Star. Jurinac starb am Dienstag in ihrem Haus bei Augsburg in Bayern. Nach Angaben einer engen Vertrauten sei sie nach längerer Krankheit friedlich eingeschlafen.

Jurinac, die am 24. Oktober ihren 90. Geburtstag gefeiert hatte, stammte aus Travnik im heutigen Bosnien. Die Mezzosopranistin gehörte mit Elisabeth Schwarzkopf zu den populären Stimmen des Wiener Mozart-Ensembles. Dirigenten und Opernfreunde liebten sie für ihre sensible Rollengestaltung und den warmen lyrischen Klang ihrer Stimme. Sie glänzte auch in Werken von Richard Strauss, Giacomo Puccini und Giuseppe Verdi. 1982 nahm sie in Wien Abschied von der Opernbühne. dpa

Expertin für Sorgfalt bei Begrifsswahl

Mit Blick auf den viel kritisierten Gebrauch des Ausdrucks "Döner-Morde" hat die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich mehr Sorgfalt bei der Wahl von Begriffen gefordert. "Wir brauchen mehr Aufmerksamkeit, wenn Sprache im öffentlichen Kontext verwendet wird", sagte die Sprecherin der Jury "Unwort des Jahres". Eine unbedachte Bezeichnung könne rasch zu einer falschen Vorstellung von der Realität führen. "Der Begriff "Döner-Mord" ist verharmlosend."

Das Schlagwort wurde häufig für die Mordserie an acht türkischstämmigen und einem griechischen Kleinunternehmer zwischen 2000 und 2006 verwendet. Nachdem die Verbrechen lange ungeklärt blieben, werden sie nun der rechtsterroristischen Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" zur Last gelegt. In einem Video hatten sich zwei mittlerweile tote Mitglieder zu den Taten bekannt.

Der Begriff "Döner-Morde" gehe am Kern des Themas vorbei. "Er klingt eher nach abgefahrenen Serien-Killern, aber nicht nach rechtsradikalem Terrorismus", sagte die 43 Jahre alte Professorin am Institut für Sprach- und Lite- raturwissenschaft der Technischen Universität Darmstadt. Der Ausdruck sei schon des öfteren als "Unwort des Jahres 2011" vorgeschlagen worden, sagte Janich. "Döner-Morde" ist ein heißer Kandidat - wie "Rettungsschirm", "Restrisiko" oder "partielle Kernschmelze". Das Ergebnis der Auswahl des Unwortes soll am 17. Januar 2012 verkündet werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.11.2011

Joachim Baier, dpa

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