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Dresdner Erich-Kästner-Museum expandiert temporär in die Neustadt

Dresdner Erich-Kästner-Museum expandiert temporär in die Neustadt

Ganz klein hat's angefangen vor 15 Jahren mit dem Dresdner Erich-Kästner-Museum: mit ein paar Regal-Elementen in einem Raum. Daraus gewachsen ist die Villa Augustin am Albertplatz.

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Quelle: Erich Kästner Museum

Doch des Wachsens ist kein Ende. Jetzt wollen sie sich ins Quartier ausweiten. "Erich-Kästner-Viertel" heißt die größte Überraschung, mit der das Erich-Kästner-Museumsfestival bei seiner zwölften Auflage vom 12. bis 28. Februar aufwartet.

Besucher der Neustadt werden künftig dank mobiler Kommunikationstechnik auf Spuren des Dichters gelenkt. Da findet man dann zum Beispiel an Steffen Jungs Mittagsimbiss "jung & lecker", Königsbrücker Straße 48, einen QR-Code, ein Feld mit schwarzen und weißen Kästchen. Wenn man das von seinem Computertelefon (Smartphone) entschlüsseln lässt, zeigt es eine Internetseite an. Die teilt einem mit, wie und wo diese Adresse in Kästners berühmtem Dresden-Erinnerungsbuch "Als ich ein kleiner Junge war" vorkommt. Und am Ort selbst gibt es auch reale Hinweise, etwa eine kleine Erinnerungsecke.

Ausprobieren lässt sich das außerdem am Fünf-Sterne-Hotel Bülow Palais an der Königstraße. Hier stand mal das Pfarrhaus, gleich neben der evangelischen Dreikönigskirche, der Taufkirche des Dichters. Am Blumenhaus Stammnitz, Louisenstraße findet man den Code, am Massivholzmöbelladen Trollhus, Köngisbrücker Straße, auch an einem oder anderen Buchladen. 13 Stationen sind's insgesamt. Erstmals zu entdecken gibt es die als Höhepunkt am Ende, am 28. Februar bei einem kleinen Kästner-Krimi-Spiel. Mitorganisatorin Andrea O'Brien hofft, damit in den kommenden Monaten und Jahren auch Touristen in das Gründerzeit- und Szeneviertel zu locken und sie dort über dessen literarische Bedeutung staunen zu lassen. Ein Gegengewicht zum ausgeprägten Tourismus-Marketing für die Altstadt.

"Aufbruch. Neue Räume - Neue Wege", das Motto des diesjährigen Festivals nehmen die Organisatoren Andrea und Ruairi O'Brien und ihr Team also auch für sich selbst wörtlich. Inhaltlich greifen sie einen Faden von 2012 auf. Damals war einiges zu Kästner und zur Kulturzerstörung in der NS-Zeit zu erfahren. Nun, in der neuen Kabinettausstellung, Eröffnung ist am 25. Februar, wird die Spur des Schriftstellers nach 1945 weiter verfolgt, wie er sich als Journalist am Wiederaufbau beteiligte, an den Neuanfängen in Deutschland und Europa. Verbunden ist das mit einem Rückblick auf neue Bildungskonzepte in Museen. Das Dresdner "micromuseum" hat seit Bestehen rund 150 000 Besucher gezählt. Es setzt weiter auf interessierte Einzelbesucher mit etwas Zeit, will, auch wenn's große Zahlen brächte, auf das Durchschleusen von Pauschaltouristen-Rudeln verzichten.

Weiterer Höhepunkt dürfte der Abend am 27. Februar mit Christoph Hein sein. Der will aus seinem jüngsten Roman "Weiskerns Nachlass" lesen, dann aber mit Moderator Hans-Peter Lühr vor allem über die aktuellen Entwicklungen jener Probleme reden, die er in dem Buch literarisch gestaltet hat, also unsichere Existenz und Beschäftigung, Angst vor sozialem Abstieg, mit Weiterungen bis hin zu den selbst ernannten Verteidigern des Abendlands auf Dresdens und Deutschlands Straßen. Ansonsten ist für viele etwas dabei im Festivalprogramm. Für die geschichtlich und an brennenden Gegenwartsthemen Interessierten etwa legt der Historiker Justus H. Ulbricht Zusammenhänge zwischen Flucht und Vertreibung 1945 sowie Heimatverlust heute dar, was er sehr spannend und lebendig kann.

Der Reihe der Literarisch-musikalischen Programme, Vorträge und Lesungen ist diesmal ein Prolog vorgeschaltet. Anlass ist der 70. Jahrestag der Bombenangriffe auf Dresden. Dieser Prolog startet am 12. Februar mit einer Lesung, bei der nach dem Muster von Walter Kempowskis Luftkriegsmosaik "Der rote Hahn" Zeitzeugen-Texte vorgetragen und Material dazu gezeigt wird.

Informationen: Tel. 0351 /8045086; E-Mail info@erich-kaestner-museum; Internet www.ekm-festival.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.02.2015

Tomas Gärtner

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