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Dresdner Dixielandverein muss erstmals 16000 Euro Standgebühren zahlen

Dresdner Dixielandverein muss erstmals 16000 Euro Standgebühren zahlen

Jedes Jahr schlendern tausende Dixielandbesucher beschwingt über die Jazzmeile vom Hauptbahnhof bis zum Altmarkt. Bezahlen müssen sie dafür nichts. Auch die Veranstalter von der Sächsischen Festival Vereinigung hatten bisher den Vorteil, dass die Stadt von dem Verein keine Standgebühren haben wollte.

Diese Zeiten sind nun vorbei.

"Uns wurde mitgeteilt, dass die Regelung juristisch nicht mehr tragbar sei", berichtet Festivalsprecher Jürgen Richter. Allerdings wisse der Verein noch nicht, wie viel er zahlen muss, so der Sprecher. Für die Zukunft des Dixielandfestivals ist das eine ernst zu nehmende Entwicklung. "Fakt ist, wenn Gebühren fällig werden, dann müssen wir irgendwo sparen. Und das können wir eigentlich nur bei kostenfreien Veranstaltungen wie der Jazzmeile", sagt Richter. Ob damit eine Verringerung der Bühnenanzahl einhergehen könnte, wollte er auf DNN-Anfrage nicht bestätigen.

Eines stellte er aber klar: "Obwohl uns die Stadt die Förderung um 50 Prozent auf 2500 Euro beziehungsweise 2000 Euro gekürzt hat, werden wir auf keinen Fall auf das Dixieland ABC für Kinder oder auf die für Behinderte gedachte Veranstaltung ,Lebenskünstler' verzichten." Doch wie kommt es überhaupt, dass der Festivalverein in diesem Jahr in seiner langjährigen Geschichte erstmals für die Bühnen eine sogenannte Sondernutzungsgebühr bezahlen soll?

Die Antwort weiß Stadtsprecher Kai Schulz: "Es gab bestimmte Veranstaltungen wie zum Beispiel auch das Stadtfest, die bisher von der Gebühr befreit waren. Durch Gerichtsurteile in anderen Kommunen mussten wir den Mechanismus aber sicherheitshalber umstellen." Grund sei die Ungleichbehandlung. So hätten bisher Veranstalter von Weihnachtsmärkten oder auch ehrenamtliche Märkte die Gebühr bezahlen müssen, während unter anderem das Dixielandfestival befreit gewesen sei, so Schulz. "Seit April vorigen Jahres weiß der Festivalverein Bescheid. Er hat aus diesem Grund Förderung bei der Stadt beantragt, über die der Stadtrat demnächst entscheidet", berichtet der Sprecher. Wie aus der Verwaltung zu hören war, sind für die reinen Standgebühren des gesamten Dixieland-Festivals 16000 Euro nötig, die über die Richtlinie für Großveranstaltungen förderfähig sind. "Wir haben die Richtlinie Ende März im Kulturausschuss beschlossen. Etwa 35000 Euro stehen insgesamt zur Verfügung", sagt Stadtrat Torsten Schulze von den Grünen.

Um das Geld konkurrieren jedoch im Schnitt etwa zwölf bis 15 Veranstaltungen. "Daher muss man natürlich auch berücksichtigen, dass zum Beispiel das Dixielandfestival im Gegensatz zu reinen ehrenamtlichen Events den einen oder anderen Sponsor hat", so Schulze. Zufrieden mit der neuen Regelung zeigt sich Christa Müller von der CDU. "Die Gleichbehandlung ist wichtig. Auch das Dixieland muss sich an die Regeln halten." Man habe den Verantwortlichen mehrfach gesagt, dass sie Konzepte einreichen sollen, um alles auf solide Füße zu stellen, so Müller.

Auf grundsätzliche Fragen der Kulturförderung verweist Wilm Heinrich von der SPD. "Im Vergleich zur Hochkultur wird das Dixieland zu wenig gefördert. Zumal das Festival in diesem Jahr durch den Wegfall des Kulturpalastes weitere Verluste verkraften muss."

Er finde es daher um so bemerkenswerter, dass sich die Veranstaltung ohne große Unterstützung über so viele Jahre gut entwickelt hat.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.05.2013

Stephan Hönigschmid

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