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Dresdner Band Jankahanka macht Rock'n'Roll auf Sorbisch

Dresdner Band Jankahanka macht Rock'n'Roll auf Sorbisch

"Jankahanka", das ist sorbisch und heißt frei übersetzt "Hensel und Gretel". Ein ausgefallener Name für eine Rockband in einer selten gesprochenen Sprache. Da die Mitglieder Max Schneider, Syman Pawlik, Boséij Pawlik, Jan Bresan und Josef Bresan aus Crostwitz im sorbischen Kerngebiet stammen, macht das allerdings durchaus Sinn.

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Jan Bresan, Max Schneider, Josef Bresan, Boséij Pawlik und sein Bruder Syman Pawlik (v.l.) von Jankahanka spielen seit 2012 zusammen.

Quelle: PR

Wenn man sich die Texte der Band anhört, die auf adaptierten sorbischen Volksliedern fußen, wird klar, dass der Name Programm ist.

Jankahanka verpackt das traditionelle sorbische Liedgut in moderne Songs, die poppig, rockig und manchmal auch nach Funk und Ska klingen. So erreichen sie auch das junge Publikum in ihrer neuen Heimatstadt Dresden. Dabei belässt es die Band nicht beim Covern. Mit den original Volksliedern haben die Jankahanka-Stücke nicht mehr viel zu tun. "Wir beschränken uns nicht darauf, die Volkslieder härter zu spielen. Wir ändern das gesamte Arrangement und singen die alten Texte mit neuen Melodien. Dabei versuchen wir stilistisch möglichst vielseitig zu sein", beschreibt Frontmann Josef Bresan das musikalische Profil seiner Band. Die Vielseitigkeit nimmt man den Crostwitzern gerne ab - bei Auftritten jagen sie sogar fein dosierte Dubstep-Beats durch die Synthies.

Ein Ansatz, der zumindest in Ostsachsen und Dresden aufgeht. Jankahanka spielt nicht nur regelmäßig auf Dorffesten und Feierlichkeiten in ihrer Heimat - hier werden sie verstanden. Auch das hippe Großstadtpublikum lässt sich von der ungewöhnlichen Mischung begeistern. Beim Emergenza Bandcontest in Sachsen konnte sich die Band mit den Publikumsstimmen für einen zweiten Platz im Deutschlandfinale in Berlin qualifizieren. Dort reichte es immerhin zu einem sechsten Platz.

"Die Experten-Jury in Berlin hat uns geraten, auch mal einen deutschen oder englischen Song zu schreiben. So würden wir noch mehr Leute erreichen", erinnert sich Bassist Boséij Pawlik und stellt klar: "Darauf haben wir keine Lust." Bei Jankahanka gehe es vor allem darum, Spaß zu haben. Verbiegen wolle man sich nicht, stimmen die anderen Mitglieder mit ein.

Pawlik ist mit 27 Jahren das älteste Mitglied in der Formation, die mit Max Schneider einen 17-jährigen Schlagzeuger in ihren Reihen hat. Die Bresans und die Pawliks sind - wie es die Namen erahnen lassen - Brüderpaare. Die Älteren hatten 2012 das Idee für das Bandprojekt und haben ihre jüngeren Geschwister mit ins Boot geholt.

Trotz der Affinität für die sorbischen Sprache: Als Wächter über die Traditionen und das Kulturgut ihrer Heimat sieht sich die Band nicht. "Sicher sind wir heimatverbunden. Aber deshalb singen wir nicht auf Sorbisch. Wir benutzen diese Sprache, weil sie uns allen näher ist als das Deutsche - Sorbisch ist unser aller Muttersprache. Also singen wir auch Sorbisch", stellt Bresan klar.

Dass ihr Konzept funktioniert, hat die Band mittlerweile festgestellt und will im Winter ein Album im Eigenverlag herausbringen. Die Aufnahmen finden in diesen Tagen im Virtuose Vibes Studio in Seidnitz statt. Der Sound soll nocheinmal vielschichtiger und vielseitiger als bei den Live-Auftritten werden. Mit Details hält sich die Band bedeckt. Genauso wie mit Auftritten: In Dresden spielt Jankahanka am 20. September beim Tag der offenen Tür in den Uhrenwerken Dresden, Weißenberger Straße 10. Weitere Konzerte in Elbflorenz sollen erst wieder folgen, wenn das Album fertig ist - und der Termin dafür steht noch in den Sternen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.08.2014

Heuer, Hauke

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