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Dresdens Kulturkarree bleibt im Hochwasser trocken

Dresdens Kulturkarree bleibt im Hochwasser trocken

Von Haus aus ist er promovierter Maschinenbauer. Da ist es kein Wunder, dass Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) gestern in seinem Element war. Bei einem Rundgang mit der Presse durch Dresdens Kulturquartier zwischen Zwinger und Oper wollte er unter anderem zeigen, welche technischen Hilfsmittel dafür sorgen, dass der Theaterplatz und die angrenzenden Areale trotz des aktuellen Hochwassers trocken bleiben.

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Ein Minister beim Überwinden eines Schutzwalls: Georg Unland gestern beim Übersteigen der Hochwasserschotts im Zwinger.

Quelle: Ralf U. Heinrich

Unland konnte zufrieden bilanzieren, dass sich entsprechende Investitionen nach der Flut 2002 nun auszahlen.

Im besagten Karree, das Unland bis auf das Albertinum ausdehnte, sei vor elf Jahren ein Schaden von etwa 100 Millionen Euro entstanden. Rund 120 Millionen Euro seien in den Wiederaufbau geflossen, inklusive Hochwasserschutz - dessen Anlagen meist unterirdisch arbeiten. "Das Geld steckt im Untergrund", resümierte Unland demzufolge. Kurz danach wagte er mit rund einem Dutzend Pressevertretern den Abstieg ins Innere des Zwingerwalls. Dort steht ein Zwölfzylinder-Dieselmotor mit einer Leistung von 1200 Kilowatt, das entspricht dem Antrieb einer mittelgroßen Diesellok. Neben dem blau gestrichenen Motorblock steht Olaf Teller, Handwerksmeister für Elektrotechnik am Staatsschauspiel. "Der wichtigste Mann", sagte Unland trocken. Teller erläuterte kurz, dass dieses Ungetüm bei einem Stromausfall Generatoren versorgt, die wiederum Pumpen antreiben, um eventuelle Wassereinbrüche bei Oper, Staatsschauspiel, Schloss oder Zwinger zu bekämpfen.

Draußen wurde die Szenerie dage- gen von den riesigen orangefarbenen Rückstauschläuchen dominiert. Jeder einzelne ist mit mehreren Kubikme- tern Wasser gefüllt und tonnenschwer. Sie schützen ebenso wie die mobilen Schotts am Ufer Dresdens kulturelles Herz. Der gesamte Hochwasserschutz sei hier auf einen Elbe-Pegelstand von rund zehn Metern ausgelegt, sagte Ludwig Coulin vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement.

Was jedenfalls läuft, und zwar teilweise auf Hochtouren, sind die 19 Pumpen, die am Landtag, der Oper, dem Schloss und dem Johanneum das Grundwasser von den Gemäuern fernhalten und es in die Elbe pumpen, etwa 0,7 Kubikmeter pro Sekunde. Beim aktuellen Elbdurchfluss von mehr als 4000 Kubikmetern ein kaum auszumachender Anteil.

Wer die Bilder von 2002 noch im Kopf hat mit dem überfluteten Theaterplatz, dem bietet sich diesmal ein trockener, sehr gelassen anmutender Anblick. Trotz kleinerer Probleme. Im Keller des Albertinums leckt es an einer Stelle, wie der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen, Hartwig Fischer, freimütig einräumte. Und im Japanischen Palais ist das Wasser schon drin im Keller. Doch Fischers Resümee ist positiv. "Die Erfahrung von 2002 macht sich über- all bemerkbar." Und die Notfallkommunikation sei hervorragend.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.06.2013

Torsten Klaus

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