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Dresdens Kreuzchor und Volkswagen arbeiten nun gemeinsam

Zusammenarbeit Dresdens Kreuzchor und Volkswagen arbeiten nun gemeinsam

Was dabei herauskommt, wenn sich eine Institution der Kultur in Kommunikationsfragen an Medienmenschen bindet, war beim gestrigen Pressegespräch des Dresdner Kreuzchors in der Gläsernen Manufaktur von VW zu beobachten.


Quelle: Flechtner (Archiv)

Dresden. Was dabei herauskommt, wenn sich eine Institution der Kultur in Kommunikationsfragen an Medienmenschen bindet, war beim gestrigen Pressegespräch des Dresdner Kreuzchors in der Gläsernen Manufaktur von VW zu beobachten. In Echtzeit wurde das Treffen ins Netz gestellt, gerieten die Journalisten ungefragt zur medialen Staffage. Um zu erfahren, worum es ging, wurde ihnen ein Video eingespielt, das Mitglieder des Chores am Ostseestrand, in Shanghai, Berlin, Istanbul, Rom und Peking zeigt. Nicht in Dresden?

Persönlich konnten die Kruzianer wegen des sächsisch frühen Schulbeginns nicht anwesend sein, das Video zeigt sie aber auch in Dresden – vor der Semperoper und in der VW-Manufaktur. Die Heimstatt des Chores, so versicherte Intendant Roderich Kreile später auf Nachfrage, sei und bleibe aber die Kreuzkirche.

Zu verkünden gab es allerdings auch etwas Faktisches: Im Rahmen einer zweijährigen Partnerschaft soll der Kreuzchor fortan durch die Volkswagen AG gefördert werden. Der Wolfsburger Konzern vertiefe damit sein kulturelles Engagement, an dem unter anderem ja auch die Sächsische Staatskapelle zu den Osterfestspielen Salzburg teilhat. Als Begründung wurde angeführt, Volkswagen und Kreuzchor seien „zwei Marken, die zusammenpassen“, weil sie mit „viel Leidenschaft und Präzision“ wirkten und „ähnliche Werte“ sowie eine „internationale Ausrichtung“ verfolgten. Beide Seiten würden also von dieser Verbindung profitieren, hieß es.

Roderich Kreile wurde etwas konkreter und bezeichnete den Chor als „erste Marke im Kulturbetrieb“, der ein Botschafter nicht nur für Dresden und Sachsen, sondern für ganz Deutschland sei und sein Engagement aus der Kraft des 800-Jahr-Jubiläums heraus fortführen sowie ausbauen werde. Als Kreuzkantor sei er froh darüber, dass ein Weltkonzern wie VW seine Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft wahrnehme, daher habe er sich „mit offensten Armen“ auf diese Partnerschaft eingelassen.

Inhaltlich verspreche sich Kreile Potenziale auf dem Gebiet der Ausbildung sowie eine fruchtbare Zusammenarbeit mit etablierten VW-Partnern wie dem Museum of Modern Art New York und dem Victoria and Albert Museum London.

In einem weiteren Videoeinspiel begrüßte das auch pianistisch in Erscheinung tretende VW-„Aushängeschild“ Lang Lang die Dresdner Jungs in der Kulturfamilie von Volkswagen: „Welcome, guys!“ Kreile versprach, er werde zwar nicht vierhändig mit Lang Lang Klavier spielen, ein Besuch des chinesischen Künstlers und Kulturbotschafters in der Kreuzschule wurde aber ebenso angekündigt wie ein möglicher Auftritt des Chores bei einer Betriebsversammlung von VW. Zudem sollen die Kruzianer im November bei einer Gala eines Münchner Herrenmagazins auftreten.

In diesem Zusammenhang betonte der Chef der Kreuzknaben, dass jegliche Vorwürfe einer „Entkirchlichung“ des Chores „Unsinn“ seien. Da aber die Welt nicht stehenbleibe, müsse das auch für den Kreuzchor gelten. Über die Partnerschaft mit der Volkswagen AG dürften sich jedenfalls „alle freuen“ – insbesondere natürlich die jungen Sänger selbst. Die kamen in einer weiteren Grußbotschaft per Video dann doch noch zu Wort und sangen „Kein schöner Land“ in der VW-Manufaktur.

Von Michael Ernst

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