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Dresdens „Alte Meister“ in der Warteschleife

Probleme bei Sanierung der Sempergalerie Dresdens „Alte Meister“ in der Warteschleife

Dresden. Generaldirektor Hartwig Fischer geht - wer leitet nun die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden? Welche Auswirkungen hat die Vakanz auf das Herzstück der Sammlungen, die Gemäldegalerie „Alte Meister“? Zumal auch sie seit dem Wechsel von Bernhard Maaz nach München an der Spitze verwaist ist.

47 Millionen Euro investiert der Freistaat in die Grunderneuerung der beiden Gebäudeteile; 2017 soll sie vollendet sein.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Über den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden schweben derzeit gleich einige Fragezeichen. Wer soll – nachdem der Weggang von Generaldirektor Hartwig Fischer nun offiziell ist – den Museumsverbund leiten? Und vor allem: Wie schnell ist die Neubesetzung gefunden? Welche Auswirkungen hat die Vakanz auf das Herzstück der Sammlungen, die Gemäldegalerie „Alte Meister“? Zumal auch sie seit dem Wechsel von Bernhard Maaz nach München an der Spitze verwaist ist und kommissarisch von Fischer geführt wurde. Darüber hinaus befindet sich die Galerie gerade im totalen Umbruch und wartet im Semperbau am Zwinger auf ein generalsaniertes Ambiente für die „Sixtinische Madonna“ & Co. Flexibles Agieren und Konzipieren gehören da notwendig dazu.

Soeben erst ist der Abschluss der ersten großen Bauphase ein wenig nach hinten verschoben worden. Eigentlich sollte der 30. Oktober der Tag der Wiedereröffnung des sanierten und umgebauten Ostflügels sein. Zuvor wollten die Kunstsammlungen ab Mitte September die „Alten Meister“ zwecks Neuordnung komplett schließen. Diese Phase, in der Besucher ganz auf die berühmten Gemälde verzichten müssen, ist nun ab dem 4. Januar bis zum 25. Februar 2016 vorgesehen (DNN informierten). Bis dahin hat das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB) noch alle Hände voll im östlichen Gebäudeflügel zu tun.

Zeitverschiebungen bei Großprojekten verwundern schon lange nicht mehr. Ein denkmalgeschützter Altbau wie die Sempergalerie birgt bei einer Generalsanierung und teilweisen Modernisierung auch unvorhersehbare Risiken. Darauf weist Stephan Gößl, Sprecher des sächsischen Finanzministeriums, auf Nachfrage der DNN hin. So mussten Teile der Altbausubstanz in stärkerem Maße statisch verbessert werden, als ursprünglich angenommen. Als Beispiel führt Gößl die Ertüchtigung der Tragkonstruktion des Dachstuhls mit der Oberlichtverglasung an. Auch musste im Rahmen der Rohbauarbeiten einer Firma gekündigt werden „wegen Nichteinhaltung von Terminen“, informiert der Sprecher.

Zu einer weiteren Verzögerung kam es jetzt kurz vor Fertigstellung des Gebäudetrakts, die das SIB ganz und gar nicht eingeplant hatte. Zurzeit müssen einige nach historischem Vorbild neu angefertigte Innenausbauteile ein zweites Mal produziert werden. „Aufgrund eines Produktionsfehlers erreichten sie die geforderte Brandwiderstandsklasse nicht“, erläutert Gößl. Brandschutzmängel, die gab es doch schon zur Genüge beim Bau des Berliner Flughafens. Nicht auch noch in Dresdens Vorzeigemuseum. Bei Aspekten des Brandschutzes, unterstreicht Gößl, lasse man sich auf keine Kompromisse ein.

So dauert es noch einmal rund fünf Monate, bevor der Seitenwechsel der 400 ausgewählten Gemälde vom West- in den Ostflügel vollzogen ist. Die jetzige komprimierte Neuhängung hatte Maaz konzipiert. Ab 26. Februar 2016 sollen die dann an den neuen Raum angepassten Bilder wieder zu sehen sein. Seit dem Frühjahr 2013 wird der Ostteil der Sempergalerie saniert, die frühere Rüstkammer. Im ehemaligen Turniersaal befinden sich jetzt ein Treppenhaus und ein Aufzug. Neu ist auch ein Verbindungsgang im Kellergeschoss vom Ost- in den Westflügel. Für die Grunderneuerung beider Teile investiert der Freistaat 47 Millionen Euro. Ende 2017 soll sie abgeschlossen sein. Die Neueröffnung des Besuchermagneten Galerie „Alte Meister“ ist für 2018 geplant. Unter wessen Regie und  Direktorat, muss vorerst mit einem Fragezeichen versehen werden.

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