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Dresden will 2016 das Bachfest er Neuen Bachgesellschaft ausrichten

Dresden will 2016 das Bachfest er Neuen Bachgesellschaft ausrichten

Die Landeshauptstadt Dresden soll sich als Gastgeberin für das 91. Bachfest der Neuen Bachgesellschaft e.V. im Jahr 2016 bewerben. Der Zuschussbedarf in Höhe von 251 000 Euro soll in der Haushaltsplanung für die Jahre 2015/16 berücksichtigt werden.

Das sieht eine Vorlage von Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) vor, die jetzt die Dienstberatung von Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) passiert hat. Die OB soll demnach weitere Finanzhilfen und Fördermittel für das 91. Bachfest einwerben.

Die Bachfeste der rund 3000 Mitglieder starken Neuen Bachgesellschaft mit Sitz in Leipzig wurden 1901 ins Leben gerufen. Das Festival widmet sich dem Werk Johann Sebastian Bachs in jährlich wechselnden Städten vor allem in Deutschland, aber auch Prag oder Wien waren schon Gastgeber. In Dresden fand des Fest erst einmal statt: 1968. In diesem Jahr ist Weimar Gastgeberstadt, 2015 wird es wieder Leipzig sein. 2012 war Görlitz Gastgeber, 2007 Freiberg.

Laut der Vorlage hat Kreuzkantor Roderich Kreile, der Zweiter Vorsitzender der Neuen Bachgesellschaft ist, die Gastgeberschaft Dresdens für das Jahr 2016 angeregt. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) habe die Bereitschaft zur Übernahme einer Schirmherrschaft signalisiert. Das Jahr 2016 biete sich für das Fest an, heißt es in der Vorlage, da mit dem 2. Deutschen Evangelischen Posaunentag und der 800-Jahr-Feier von Kreuzchor und Kreuzkirche zwei musikalische Großereignisse mit Bezügen zu Bach in Dresden stattfinden werden. Das Bachfest würde die mediale Wahrnehmung Dresdens als Musikmetropole erheblich unterstützen. Das sei auch für die Anfang 2017 geplante Eröffnung des Kulturpalastes wünschenswert.

Für die inhaltliche Planung und Koordination des Festivals habe sich bereits eine Steuerungsgruppe gefunden, in der neben Kreuzkantor Kreile der Intendant der Dresdner Musikfestspiele Jan Vogler, Musikhochschulrektor Ekkehard Klemm und Ludwig Güttler, Vorsitzender des Vorstands der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e.V., mitwirken würden. Als strukturelle Basis für das Bachfest stünden die Dresdner Musikfestspiele zur Verfügung.

Laut Vorlage sind 70 Einzelveranstaltungen für das Fest angestrebt, mit denen mindestens 20 000 Besucher erreicht werden sollen. Die Kosten für Künstler und Ensembles belaufen sich nach ersten Schätzungen auf rund 618 000 Euro. Dem stehen Erlöse aus dem Kartenverkauf von rund 131 500 Euro gegenüber, Sponsoring und Spenden würden etwa 85 000 Euro einbringen. Die Initiatoren hoffen auf weitere Finanzhilfen von Freistaat, Bund und öffentlichen sowie privaten Stiftungen.

Kulturpolitikerin Annekatrin Klepsch (Die Linke) hält das Ansinnen für unterstützenswert, weist aber da-rauf hin, dass die Förderung des Bachfestes nicht zu Lasten der kommunalen Kulturförderung gehen dürfe. "Die Mittel müssten zusätzlich fließen", erklärte sie. Von dem Festival würden auch Tourismus und Wirtschaft profitieren. "Alle hätten etwas davon." Auch CDU-Kulturpolitiker Sebastian Kieslich begrüßt eine Bewerbung Dresdens für das Festival. "Das wäre eine schöne Sache, die wir unterstützen sollten, zumal nur ein einmaliger Betrag fällig wird."

In einigen Tagen, so Roderich Kreile gegenüber DNN, trifft das Kuratorium zusammen, um ein Motto für das Bachfest im Herbst 2016 in Dresden festzulegen. Ins Boot geholt werden sollen so viele Dresdner Institutionen und Ensembles wie möglich, denn es gelte ja, sich als ganze Stadt zu präsentieren. Zu den Angesprochenen gehören auch Klangkörper wie die Sächsische Staatskapelle und die Dresdner Philharmonie, das Bachfest war u.a. Thema in der Dresdner Intendantenrunde, und natürlich wird es eine enge Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, den Kirchenmusikern und Kantoreien sowie den hiesigen Ausbildungsstätten Musikhochschule und Hochschule für Kirchenmusik geben.

Nach Gestaltung des Mottos werden sich auch die künstlerischen Programmpunkte entwickeln. Einer steht laut Kreile bereits fest: Zur Eröffnung des Festes wird der Dresdner Kreuzchor unter seinem Kantor Johann Sebastian Bachs Hohe Messe in h-Moll aufführen. Dann dürfte Dresden im Jahre 2016 überregional mit seiner Kultur wieder in besonderem Maße punkten und den Nachweis antreten können, dass die Stadt, wo sich Bach einst um den Titel eines Hofkompositeurs beworben hatte, knapp 300 Jahre später eine Stätte der nachhaltigen Pflege des Werkes des berühmten Leipziger Thomaskantors ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.04.2014

Kerstin Leiße, Thomas Baumann-H

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