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Dresden etabliert sich auf der Landkarte der Fotografie

Vorschau Dresden etabliert sich auf der Landkarte der Fotografie

Wer glaubt, Dresden sei auf der Landkarte der Fotografie in der internationalen Kunst wenig präsent, der wird seine Meinung spätestens in diesem Jahr ändern. Im Hygiene-Museum zum Beispiel wird es die Ausstellung „Von der Flüchtigkeit des Glücks“ geben, Hellerau widmet sich dem Porträt in der Fotografie. Eine Vorschau.

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Phillip Toledano: „Untitled“, aus der Serie „Maybe“, 2011-2015.
 

Quelle: Phillip Toledano

Dresden.  Wer glaubt, Dresden sei auf der Landkarte der Fotografie in der internationalen Kunst wenig präsent, der wird seine Meinung spätestens in diesem Jahr von Grund auf ändern. Wer es im letzten Jahr nicht geschafft hat, zur Triennale für Photographie nach Hamburg zu reisen, kann nun ab März den Star der Triennale, Phillip Toledano, in der thematischen Ausstellung „Von der Flüchtigkeit des Glücks“ im Dresdner Hygiene-Museum erleben. Der 1968 in London geborene, heute in New York lebende Fotograf begann vor fünf Jahren damit, sich mit dem Thema des Alterns und des Todes zu befassen. Phillip Toledano entwarf mit Hilfe von DNA-Profilen und Wahrsagern verschiedene Szenarien seiner eigenen Zukunft. Er stellte sich vor, wie er mit 50, 60 und mit 80 Jahren leben würde. Mit der Unterstützung erfahrener Visagisten erleben wir ihn in inszenierten und dennoch überzeugenden Aufnahmen, mal als Obdachlosen in New York, mal als smarten Manager im Anzug, von schönen Frauen umringt. Die Bilder gehen nahe, denn sie greifen in der Zeit vor: Was erwartet uns im Alter? Traute Gemeinschaft oder beängstigende Einsamkeit? Diese Ausstellung wird für ihre existenzielle Auseinandersetzung mit großer Sicherheit für viel Denk- und Gesprächsstoff sorgen.

Das Porträt in der zeitgenössischen Fotografie

Auch Hellerau sendet in diesem Jahr Impulse in Richtung Fotografie und setzt auf ein, zwar nicht neues, aber interessantes Format: das Porträt in der zeitgenössischen Fotografie. Ab 18. Februar werden hier die Finalisten und Preisträger des ersten Portraits – Hellerau Photography Awards präsentiert. Aus über 500 Einreichungen werden 69 Autoren und ihre Werke gezeigt. Gespannt darf man auf die visuelle und inhaltliche Innovationskraft des Porträts sein. Eine präziseres Subthema zum Überbegriff des Porträts wäre für die kommenden Jahren wohl wünschenswert. Idealerweise wurde hier vom Projektleiter Martin Morgenstern eine eigene Vision für einen nun jährlich stattfindenden Wettbewerb formuliert, der für das nach außen politisch gebeutelte Dresden eine Form von internationalem Humanismus formuliert.

Ausstellungen – Vorschau

Phillip Toledano,
Von der Flüchtigkeit des Glücks
Eine Ausstellung des Hauses der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg zu Gast im Deutschen Hygiene-Museum
19. März – 25. September 2016

Portraits – Hellerau Photography Award, Festspielhaus Hellerau,
19. Februar – 26. März.

Szenerie und Naturobjekt – Antarktisfotografien von Hans-Christian Schink und der Valdivia-Expedition 1898/99,
in den Technischen Sammlungen
11. März – 26. Juni

Rundgang HGB Leipzig – Alle Fotografieklassen präsentieren den aktuellen Stand ihrer künstlerischen Entwicklung 13. bis 15. Februar

Peter Piller „Belegkontrolle“ im Kunsthaus Wien
bis 22. Mai

Heidi Specker „In Front of“
Berlinische Galerie 11. März – 11. Juli

Timm Rautert in der Gruppenausstellung „Mit anderen Augen – Das Porträt in der zeitgenössischen Fotografie“ Kunstmuseum in Bonn
25. Februar – 8. Mai

Joachim Brohm in der Gruppenausstellung „Das rebellische Bild, Situation 1980, Werkstatt für Photographie und die junge Folkwangszene“, im Folkwangmuseum Essen, 9. Dezember 2016 – 19. Februar 2017

„Weggefährten – Arnold, Fischer, Richter“, Museum der Bildenden Künste Leipzig, 3. Juli – 3. Oktober

Wer seinen Blick eher in die Weite arktischer Landschaft zu vertiefen sucht, dem wird im März in Dresdens Technischen Sammlungen das Herz aufgehen. Diese zeigen die Ausstellung „Szenerie und Naturobjekt“ des 1961 in Leipzig geborenen Fotografen Hans Christian Schink, der mit seinen sachlich romantischen Aufnahmen vom „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit“ inzwischen ein hohes Renommee in der Kunstwelt genießt. Die Farbaufnahmen von schwarzen Bergen in der Antarktis, die von vereisten Seen umgeben sind, wirken wie Traumbilder. Wolken und Nebel hängen in diffusem Licht über dem See. Schink, der in den späten Achtzigern mit seinem Studium an der HGB in Leipzig eine Ausbildung vor, während und nach der Wendezeit erleben durfte, ist einen langen Weg gegangen. Er arbeitet dokumentarisch wie experimentell am Thema Landschaft im Kontext der Klimaveränderung im 21. Jahrhundert. Neben seinen klugen Bildideen und Kompositionen werden seine Bildproduktionen in höchster Printqualität für den Betrachter eine visueller Erfahrung par excellence.

Von diesen außergewöhnlichen, auch technischen Fähigkeiten Schinks sollten die jungen Studierenden der Fotografie in Leipzig profitieren, die vom 13. bis 15. Februar wieder den legendären HGB Rundgang bestreiten. Alle Fotografieklassen werden ihre aktuellen Arbeiten und damit ihren Entwicklungsstand in der künstlerischen Ausbildung präsentieren. Zahlreiche ehemalige und jetzige HGB Fotografie-Professoren bereiten derweil große Ausstellungen im In-und Ausland vor, so Peter Piller (Kunsthaus Wien), Heidi Specker (Berlinische Galerie), Timm Rautert (Kunstmuseum Bonn) und Joachim Brohm (Folkwang Museum Essen).

Drei ostdeutsche Fotografen: Evelyn Richter, Ursula Arnold und Arno Fischer

Das Museum der Bildenden Künste in Leipzig hat sich in diesem Jahr vorgenommen, die Entwicklung der drei ostdeutschen Fotografen Evelyn Richter, Ursula Arnold und Arno Fischer intensiv zu beleuchten, und formuliert auf der Internetseite des Museums den Wunsch, die ostdeutsche Fotografie endlich in den internationalen Kunstkontext heben zu wollen. Das wird erst dann gelingen, wenn sich Museen in München, Hamburg oder Köln für diese Fotografie interessieren und diese auch in ihren Häusern evaluieren. In Leipzig könnte besonders gut eine Gegenüberstellung mit z.B. amerikanischer Fotografie aus der gleichen Zeit gelingen, als Fischer, Arnold und Richter in der DDR ihre soziale Wirklichkeiten in Bilder bannten. Doch für solche Experimente braucht man eine besondere Form von Mut, den es hierzulande noch weiter auszubauen gilt.

Unser Ratgeber gibt Tipps, wie Sie selbst Ihre Foto-Fähigkeiten verbessern.

Von Kristin Dittrich

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