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Dresden blendet G7-Bosse mit Dukaten - Neues Münzkabinett präsentiert sich erstmals zum Gipfel

Dresden blendet G7-Bosse mit Dukaten - Neues Münzkabinett präsentiert sich erstmals zum Gipfel

Wenn im Mai 2015 die mächtigsten Finanzpolitiker aus aller Welt zum G7-Finanzgipfel nach Dresden kommen, werden sie nicht nur über Geld reden, sondern auch welches zu sehen bekommen, und zwar das Allerschönste: Die Stadt will sich von ihrer - im wörtlichen Sinne - glänzendsten Seite zeigen und wird den Finanzministern und Notenbank-Chefs vorzeitig das völlig neugestaltete Dresdner Münzkabinett vorführen.

Das hat Münzkabinett-Direktor Rainer Grund im DNN-Gespräch angekündigt. "Es wird uns eine besondere Ehre sein, den Teilnehmern des Gipfels das dann fertig gestellte Münzkabinett vorzustellen."

Die Promis werden dann eine Münzausstellung besichtigen können, die weltweit in ihrem Wert und ihrer Prachtentfaltung ihres Gleichen sucht: Auf 400 Quadratmetern präsentieren die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) in einer glanzvollen Neuinszenierung mehr als 3000 Dukaten, Taler und andere Münzen und Medaillen, die es in dieser Zusammenstellung nirgendwo anders zu sehen gibt. Land und Bund hatten dafür das Münzkabinett ab 2007 - mit einer finanzierungsbedingten Unterbrechung in den Jahren 2009 bis 2011 - mit millionenschwerem Aufwand umbauen und umgestalten lassen. Zusammen mit weiteren Projekten im Georgentor des Residenzschlosses kosten diese Umbauten rund 13,5 Millionen Euro. Für die Öffentlichkeit wird die neue Dauerausstellung des Münzkabinetts ab dem Juni 2015 geöffnet sein.

Auch numismatische Experten sind bereits höchst gespannt auf die Präsentation. Nach Einblick in die Vorplanungen hat Kristian Nicol Worbs, der Präsident der "Deutschen Numismatischen Gesellschaft", bereits in höchsten Tönen von der Neugestaltung gesprochen: Nach der Wiedereröffnung werde das Dresdner Münzkabinett seine Position als Sammlung ersten Ranges ausbauen können.

Noch ist es aber nicht soweit, im Gegenteil: Wo sonst absolute Ruhe selbstverständlich ist, herrscht jetzt Baulärm. Die Arbeiter müssen auf Hochtouren an der Fertigstellung der Kabinette und Säle rackern, denn die Zeit sitzt Direktor Grund wegen des nahenden G7-Gipfels gnadenlos im Nacken. Aktuell zeigen sich zwar bereits einige Raumteile in einer edlen Furnierholzverkleidung. Doch unmittelbar daneben werkeln noch die Installateure. In der Kabinettswerkstatt bereiten die Restauratoren die für die Ausstellung ausgewählten mehr als 3000 Münzen und Medaillen fachgerecht vor.

Dukaten, Taler, Muscheln, Alu-Geld und Euromünzen

Es ist eine ganz gezielte Auswahl, die unter den mehr als 300 000 numismatischen Objekten, die das Münzkabinett besitzt, getroffen wurde. Da sind sächsische Dukaten und Taler ebenso vertreten wie Kaurimuscheln, ein im pazifischen Raum weit verbreitetes Zahlungsmittel. Aber auch die Reichsmark, das aus DDR-Zeit noch in Erinnerung gebliebene Alu-Geld und die neuesten Euro-Emissionen sind vertreten.

Aus dem Riesensaal des Schlosses kommend betritt der Besucher künftig zunächst das "Rotseidene Zimmer", welches eher Saalgröße besitzt. Dort wird von Juni bis Herbst 2015 zunächst eine Sonderausstellung gezeigt. "Wettstreit in Erz - Portraitmedaillen der Deutschen Renaissance" heißt die in Kooperation mit der Staatlichen Münzsammlung München und dem Münzkabinett am Kunsthistorischen Museum Wien gestaltete einmalige Schau. Zu ihr gibt es einen großen Ausstellungskatalog. Ab Ende 2015 wird das "Rotseidene Zimmer" dauerhaft mit Prunkharnischen aus der Rüstkammer ausgestattet.

Von dort aus betritt der Besucher dann das erste Kabinett, das sich der numismatischen Historie widmet. Schwerpunkt ist die Meißnerisch-sächsische Münzgeschichte vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Ein Fokus richtet sich auf die Geschichte des Erzbergbaus und der Münzstätten im Erzgebirge. Ein Blickfang dürfte eine fotografische Reproduktion werden: In Originalgröße ist darauf die Rückseite des Altarbildes von Hans Hesse in der Kirche St. Anna zu Annaberg-Buchholz zu sehen.Das folgende Kabinett 2 nimmt sich der weltweiten Entwicklung des Geldwesens von der Antike bis zur Gegenwart an. Hier erfährt der Besucher beispielsweise, wie aus dem Taler einst der Dollar wurde. Im dritten Kabinett stehen Medaillen, Orden und Ehrenzeichen von der Renaissance bis zur Moderne in Sachsen, in Deutschland und in Europa im Mittelpunkt.

Die drei Kabinette sind fensterlos. Sie erhalten Wandvitrinen und den Charakter von Studierräumen. Ganz dazu im Gegensatz bieten sich aus den Saalfenstern faszinierende Ausblicke auf die ihm gleichsam zu Füßen liegende historisch gewachsene Elblandschaft. In den acht thematisch gestalteten Vitrinen dreht sich alles ums Geld. Der Besucher erfährt, wie aus Erzfunden eine Münze in Gold oder Silber entsteht und lernt außergewöhnliche Geldformen kennen. Vorgestellt werden auch die im Münzwesen unverzichtbaren hochgenauen Waagen und Gewichte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.09.2014

Peter Weckbrodt

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