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Dresden bekommt eine neue Bühne: das Centrum Theater

Dresden bekommt eine neue Bühne: das Centrum Theater

Es wird sie wohl noch eine ganze Zeit geben - Umfragen, denen zufolge Sächsisch der unbeliebteste Dialekt ist. Daran dürfte schwer zu rütteln sein. Die Dominanz weicher Konsonanten ist dazu einfach zu deutlich.

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Wo noch Rolltreppe ist, wird bald Theater sein: Arnim Proft (l.) und Alf Mahlo.

Quelle: Dietrich Flechtner

Man kann in dem vermeintlichen Nachteil aber auch einen Vorteil sehen und versuchen, daraus Kapital zu schlagen. Diesen Weg gehen jedenfalls die Macher einer neuen Dresdner Bühne, dem Central Theater, das - der Name sagt es bereits - in der Centrum Galerie sein Domizil haben wird.

Zum gestrigen Pressetermin war der Baustellencharakter gleich hinter dem Eingang auf der Trompeterstraße noch allgegenwärtig. Das soll sich aber rasch ändern. Wo jetzt noch zwei Rolltreppen nach oben streben, soll bald Platz für Publikum und Bühne sein. Eine normale Treppe wird dafür an anderer Stelle noch eingesetzt - um nur zwei Vorhaben beim Innenausbau zu beschreiben. Die Arbeiten aber liegen im Plan, wie der Künstlerische Leiter Arnim Proft wissen ließ. Deshalb schaut er mit seinem Team auch schon auf die erste Premiere: "Es bleibt in der Familie" am 11. September. Der Kartenvorverkauf beginnt am Montag im Ticketzentrum der Centrum Galerie, spätestens Mitte Juni soll die Theaterkasse im Foyer des neuen Theaters angesiedelt sein.

"In Dresden gibt es mehr als 30 Bühnen, aber kein Mundarttheater", begründete Theatersprecherin Birgit Frech gestern die Idee hinter dem Centrum Theater. Dialekt sei "wieder angesagt, nicht nur bei Menschen gesetzten Alters". Proft versprach "eine niveauvolle, moderne Volksbühne", wobei die Betonung auf sächsische Mundart gegeben sei, aber nicht übertrieben werden solle. Gerechnet werde "mit einer hohen Auslastung" des rund 300 Plätze fassenden Hauses, wie Proft auf Nachfrage sagte. Entsprechend werde auch das Marketing betrieben. Proft hat seine bisherigen Erfahrungen als Gründer und Produzent des Biertheaters in Radeberg gemacht, wo er auf ein erfolgreiches rundes Jahrzehnt zurückblicken kann.

Im Centrum Theater wird es aber nicht nur um das Bühnengeschehen gehen. Die Inszenierungen sind gekoppelt an Gastronomie, sprich sogenanntes Dinner-Theater. Die Abendveranstaltungen beinhalten ein Menü, nachmittags kann aus einer kleinen Speisekarte gewählt werden. Die Ticketpreise für die Abende beginnen bei 39,90 Euro.

Nach "Es bleibt in der Familie" (unter anderen mit Mario Grünewald und Kati Grasse) folgt als Weihnachtsstück das Musical "Mannomann" von Peter Flache und Andreas Goldmann. Am 26. Februar 2015 schließlich soll "Wie bei Fröhlichs unterm Chaiselongue" Premiere feiern, mit Alf Mahlo als Zugnummer. "Barock, aber kein neues August-der-Starke-Stück", wie Mahlo gestern die Inszenierung umschrieb.

Die Macher des Centrum Theaters, zu denen noch Heiner Thomas als Teil der Geschäftsführung zählt, geben sich optimistisch, vor allem wegen der Verortung der Bühne. "Das ist beste City-Lage", meinte Thomas. Und für die Besucher der umliegenden Hotels gelte: "Es muss nicht immer die Semperoper sein." Frech betonte zudem die gute Anbindung, sowohl per Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

In der ersten Spielzeit soll es rund 100 Vorstellungen geben, vor allem freitags und sonnabends, rund um die Weihnachtszeit auch an anderen Wochentagen. Gastspiele und Konzerte seien ebenfalls geplant, "aber das soll langsam wachsen", sagte Proft.

Andererseits versprechen sich er und seine Kollegen einiges, auch wegen der hypermodernen Videotechnik, über die die neue Bühne verfügen wird. Insgesamt sei eine siebenstellige Summe investiert worden, sagte Frech. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Das sieht alles wie ein langfristiges Engagement aus. Wie das Echo ausfällt, wird der Herbst zeigen. Nicht jede Dinner-Show in Dresden war bisher ein Erfolg. Ob die Aussicht auf Mundart-Theater reicht, dieser Gefahr zu entgehen? Gut möglich. Denn Dialekt ist wirklich im Trend. Der Gene- ration Biedermeier sei Dank.

www.centrumtheater.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.04.2014

Torsten Klaus

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