Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° Regen

Navigation:
Google+
Dresden bekennt sich zum Ausstellungsstandort im Ostragehege

Ostrale Dresden bekennt sich zum Ausstellungsstandort im Ostragehege

Die Stadtspitze hat sich für eine Zukunft der Ostrale, Dresdens Jahresschau für zeitgenössische Kunst, im Ostragehe ausgesprochen. Die Sanierung der Futterställe startet aber nicht vor 2019. Die Ostrale wird zudem wohl zur Biennale.

Voriger Artikel
Palaissommer Dresden beginnt am Freitag
Nächster Artikel
Diplomausstellung der HfBK Dresden

Diesem Zustand der Futterställe im Ostragehege soll Abhilfe geschaffen werden, bis Dresden 2025 hoffentlich seine Weihen als Europas Kulturhauptstadt erhält.

Quelle: Foto: Anja Schneider

Dresden. Es ist das Ende einer jahrelangen Hängepartie, das sich gerade abzeichnet. Die Ostrale, Dresdens große jährliche Ausstellung für zeitgenössische Kunst, arbeitet auch im zehnten Jahr immer noch unter dem Damoklesschwert der Unsicherheit ihres Ortes. Denn die Futterställe im Ostragehege beherbergen trotz schrittweiser Bausicherung (um die Ausstellung immer wieder durchführen zu können) immer noch vor allem eine diffizile Bausubstanz. Die Stadt, über ihre Tochter, die Dresdner Gesellschaft für Immobilienwirtschaft (DGI), Eigentümerin der Futterställe, hatte über die Jahre eher gebetsmühlenartig lediglich eine Antwort parat mit Blick auf die bauliche Zukunft der Ostrale: kein Geld.

Jüngst aber zeichnen sich Änderungen solcherart ab, dass von einem Umschwung an der Stadtspitze gesprochen werden kann. „Der Oberbürgermeister Dirk Hilbert und ich haben uns darauf verständigt, dass die Ostrale eine Zukunft haben muss – und das Ostragehege ist der ideale Platz dafür“, sagte Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) vor wenigen Tagen auf DNN-Anfrage. Ein Bekenntnis, wie es sich die Ostrale-Organisatoren lange gewünscht und erhofft hatten. Klepsch fügte ebenfalls an, dass es außerdem keine Absichten gebe, das betreffende Grundstück an private Dritte zu veräußern oder es einer anderen Nutzung als der kultureller Natur zuzuführen.

„Wir wissen aber auch: Das Problem ist die Finanzierung“, sagte Klepsch. Eine Sanierung soll trotzdem kommen, wenn auch noch nicht innerhalb des nächsten städtischen Doppelhaushaltes 2017/2018. Ein zeitliches Ziel formulierte die Bürgermeisterin jedoch schon deutlich: das europäische Kulturhauptstadtjahr 2025. Damit die Ostrale dann als möglicher Programmort zur Verfügung stünde, liegt der Korridor für den Umbau laut Klepsch folglich zwischen 2019 und 2024.

Damit schnitt sie bereits einen Hauptaspekt an, der zum besagten Bekenntnis pro Ostrale nicht wenig beigetragen haben dürfte. Denn die Ausstellung spielt mit Sicherheit bei der zu erarbeitenden Bewerbung Dresdens für den Titel als Europas Kulturhauptstadt eine nicht untergeordnete Rolle. Das sieht auch Detlef Schweiger so, 2. Vorstand im Ostrale e.V. „Allen ist klar, dass eine solche Bewerbung ohne die Ostrale wohl keinen Sinn machen würde“, meinte er.

Die nähere Zukunft heißt aber erst einmal 2017. Dann soll die Ostrale tatsächlich noch einmal in den alten Gebäuden im Ostragehege über die Bühne gehen, „als Einladungsausstellung“, wie Schweiger vorausblickt. Was darauf folgt, ist ein schon mehrfach gewälzter Gedanke, der nun aber offenbar stärker Konturen annimmt. Die Ostrale soll sich danach nämlich zur Biennale wandeln, zumindest was ihre Präsenz in Dresden betrifft. 2018 würde sie sozusagen in die Welt ziehen, an verschiedene internationale Kooperationsorte, 2019 wieder an die Elbe zurückkehren – und so fort.

Für die Umbauzeit der Futterställe braucht die Ausstellung in Dresden aber fraglos Interimsplätze zur Präsentation. Dafür sind die benachbarte Messe und auch das Gelände im und um das Festspielhaus Hellerau im Gespräch.

Dieter Jaenicke, Intendant des Europäischen Zentrums der Künste und damit Hausherr in Hellerau, zeigt sich dem Gedanken schon einmal aufgeschlossen. „Ich bin der Erste, der bereit ist zu sehen, was geht“, falls die Ostrale zeitweise Abschied von ihrem angestammten Ort nehmen müsse. „Ich kann das anbieten, will mich aber nicht aufdrängen.“ Um das Thema entsprechend zu erörtern, bedürfe es erst einmal einer entsprechenden Anfrage von Seiten den Ostrale-Leitung, lässt er wissen.

Die Zukunft scheint nun vorskizziert, dennoch waltet Vorsicht. „Die grobe Linie ist klar, die Details noch nicht“, lautet die Einschätzung von Bernd Kugelberg, der bei der Ostrale für Rechts-, Finanz- und Vertragswesen verantwortlich zeichnet. Doch er sieht in der „wunderbaren Wendung“ der jüngsten Zeit mehr als nur einen Silberstreif. Bei Gesprächen mit mehreren Stadtratsfraktionen habe es ausschließlich Zustimmung gegeben, sagte Kugelberg. Im September soll im Stadtrat außerdem noch ein entsprechender fraktionsübergreifender Antrag zur Zukunft der Ostrale folgen.

Bleibt der erwähnte Knackpunkt. „Das Geld für die Sanierung müssen wir finden“, formulierte es Klepsch. Die Ostrale selbst nennt eine Summe von rund drei Millionen Euro. Kugelberg würde gern rasch beginnen, sich um Spenden zu kümmern, „um den ersten Bauabschnitt an den Futterställen Ost“ bald in Angriff nehmen zu können. Und Schweiger will auch den Freistaat zur Förderung animieren. Mit Blick auf die Ostrale meint er: „Es gibt in Sachsen nichts Vergleichbares.“

www.ostrale.de

Von Torsten Klaus

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rund 25 000 Gäste
Die Ostrale, Dresdens große jährliche Ausstellung für zeitgenössische Kunst, ist in ihrer 16. Auflage mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen

Die Ostrale, Dresdens große jährliche Ausstellung für zeitgenössische Kunst, ist in ihrer 16. Auflage mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. Nach Angaben der Organisatoren wurden seit Anfang Juli rund 25 000 Gäste bei der Schau mit dem Titel „error: X“ gezählt, im Vorjahr waren es etwa 20 000.

mehr
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr