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Dresden: "Olaf verbessert die Welt!" gemeinsam mit Roland Kaiser

Teils genial, teils gequält Dresden: "Olaf verbessert die Welt!" gemeinsam mit Roland Kaiser

Olaf Schubert verbessert bald wieder die Welt im Ersten. Im April werden zwei neue Folgen der im vergangenen Jahr gestarteten Comedy-Show mit dem waschechten Dresdner im Pullunder ausgestrahlt. Am Montag und am Dienstag wurde dafür im Festspielhaus Hellerau aufgezeichnet.

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Roland Kaiser, Olaf Schubert und Torsten Sträter (v.l) auf der Couch.

Quelle: Norbert Neumann

Dresden. Olaf Schubert verbessert bald wieder die Welt im Ersten. Im April werden zwei neue Folgen der im vergangenen Jahr gestarteten Comedy-Show mit dem waschechten Dresdner im Pullunder ausgestrahlt. Am Montag und am Dienstag wurde dafür im Festspielhaus Hellerau aufgezeichnet. Arbeit und Urlaub sowie Schönheit sind die großen Themen, denen sich der derzeit wahrscheinlich bekannteste sächsische Comedian gemeinsam mit seinen Gästen Roland Kaiser, Jürgen von der Lippe, Torsten Sträter und der Band Revolverheld widmet. Wobei diese Kategorisierungen der Folgen nur bedingt relevant sind. Vielmehr dienen die Themen als Projektionsfläche für die Blödeleien von Schubert, der versucht, mit seiner anarchistischen Bissigkeit eine ganzes Fernsehformat zu füllen, was ihm allerdings nur bedingt gelingt.

Anders als etwa bei seinem Kollegen Kurt Krömer verliert das Geschehen auf der Bühne schnell seinen Reiz, sobald Schubert nicht mehr allein seine Witze reißt, sondern das Gespräch mit den Gästen sucht. Ist die Freude noch groß, wenn Schubert etwa zum Thema Arbeit über die Kinder in Bangladesh sinniert, die sich doch ein wenig mehr Mühe beim Zusammenschustern der Kleidung geben könnten, oder seine Diättipps vorstellt: "Wenn man nichts isst, ist man auf der sicheren Seite", weicht die Belustigung schnell einem Gefühl der Verwirrung, wenn die Gäste neben Schubert Platz nehmen.

So zaubert er im Gespräch mit Torsten Sträter Ölgemälde hervor, die den Poetry-Slammer und Kabarettisten mal mit einem Fernsehturm in der Hand, mal an der Brust seiner Mutter zeigen; behauptet, diese Arbeiten würden von Sträter selbst stammen, und fragt, warum er denn nicht mehr aus seinem künstlerischen Talent mache. Doch Sträter ist verwirrt und streitet die Urheberschaft zunächst ab, und der Witz, der eigentlich nie einer war, krepiert.

Olaf Schubert verbessert bald wieder die Welt im Ersten. Im April werden zwei neue Folgen der im vergangenen Jahr gestarteten Comedy-Show mit dem waschechten Dresdner im Pullunder ausgestrahlt. Am Montag und am Dienstag wurde dafür im Festspielhaus Hellerau aufgezeichnet.

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Am besten schlägt sich Schubert gemeinsam mit Jürgen von der Lippe, der immer wieder aus seinem schier unerschöpflichen Pointen-Fundus schöpft und so jede Gesprächsblockade mit einem Lacher im Keim erstickt.

Trotzdem ist "Olaf verbessert die Welt" sehenswert, denn der Dresdner wickelt sein Publikum mit Leichtigkeit um den Finger. Ein für ihn so typisch hochgezogenes Lachen reicht, und der ganze Saal krümmt sich vor Freude, denn der Schubert'sche Humor ist nicht nur frivol und pubertär, sondern auch absolut unvorhersehbar, weil letztendlich sehr intelligent und von einem beachtlichen Sprachgefühl getragen. Da wird z.B. aus einer einfachen Bockwurst das "festeste Glied in der Nahrungskette der Deutschen - die Senfpeitsche".

So glänzt der Schubert vor allem, wenn es auf ihn allein ankommt. Etwa, wenn er mit von einem Synthesizer verzerrter Stimme die Band Revolverheld in ihrem neuen Unplugged-Programm laut jaulend und mit viel Körpereinsatz unterstützt oder den Zusammenhang von Schönheit und Symmetrie in Frage stellt: "Wenn beide Hälften gleich sind, haben die Hässlichen doppelt Pech."

Überaus lustig ist auch der Auftritt von Roland Kaiser, der vom Publikum zunächst Blumen und Grußkarten, dann einen Satz Winterreifen, ein Yuccapalme und alles Erdenkliche mehr geschenkt bekommt, bis für den Schlagersänger kaum noch Platz ist auf der Bühne.

Was der Sidekick, Herr Stephan, macht, der immerhin hoch oben auf einem Podest einen eigenen Schreibtisch eingerichtet bekommen hat, bleibt unklar - er sagt lediglich die Gäste an. Immer mal wieder in Streit gerät Schubert mit seinem Musiker Jochen Barkas, der keine Musik macht, sondern in den Streik tritt. Fast zwanghaft hängen bleibt das Auge an dem massigen und massiv schlecht angezogenen Gästebetreuer Klaus Magnet, der aber irgendwie auch einfach nur da ist - Anarchie à la Olaf Schubert eben.

"Olaf verbessert die Welt!" im Ersten; 7. April, 23.30 Uhr: Thema: Schönheit, Gäste: Jürgen von der Lippe und Revolverheld; 14. April, 23.30 Uhr: Thema: Arbeit und Urlaub, Gäste: Torsten Sträter und Roland Kaiser

Hauke Heuer

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