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Dreierstopp: Wolfgang Torklers „Trio“-CD im Kleinen Haus

Live-Premiere Dreierstopp: Wolfgang Torklers „Trio“-CD im Kleinen Haus

Pianist Torkler schlägt jetzt Brücken. Zunächst hin zu seiner eigenen Studienzeit in Boston, wo er 1997 in der Meisterklasse war und auf Bertram Lehmann traf. Der Oldenburger Drummer und Perkussionist ist dort geblieben, während Torkler nach Dresden zurückkehrte.

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Präsentiert seine neue Dreier-Formation: Wolfgang Torkler.

Quelle: PR

Dresden. Nicht, dass Wolfgang Torklers fünfte Solo-CD, erschienen 2014, nur ein Zwischending gewesen ist. Nicht kompositorisch, nicht von der sinnlichen Erfahrung ihres Entstehungsprozesses in der Cochran Chapel in Andover/Massachusetts. Aber „über die see“ eilte trotzdem der lange konzipierten und schon begonnenen Trio-Platte voraus. Sie wollte das so. Und der Künstler auch. Ein Herzensprojekt. Wer weiß, wie lange es noch physische CDs von Wolfgang Torkler geben wird. Ein Jammer wäre ihr Fehlen, nicht zuletzt wegen ihres bibliophilen Wertes.

Pianist Torkler schlägt jetzt Brücken. Zunächst hin zu seiner eigenen Studienzeit am Berklee College of Music Boston, wo er 1997 in der Meisterklasse war und auf Bertram Lehmann traf. Der Oldenburger Drummer und Perkussionist ist dort geblieben, während Torkler nach Dresden zurückkehrte. Auch Mehmet Ali Sanlikol lebt in Boston und unterrichtet – wie Lehmann – am Berklee. Der zypriotisch-türkische Multiinstrumentalist und vielgesichtige Komponist vernetzt dabei wie seine deutschen Kollegen das, was gern als „Hochzeit zwischen Orient und Okzident“ bezeichnet wird.

Die CD „Trio“ weiß mehr darüber, denn sie gerät zur Begegnung. Sie dokumentiert, wie Gemeinsamkeit klingen kann, wenn es keinen Chef geben muss, sondern drei Musiker auf Linie agieren, ohne auf diese gebracht zu werden. Faszinierend ist, wie es zunächst eine erkennbare Wolfgang-Torkler-Edition bleibt. Der 50-Jährige muss sich nicht bremsen und zurücknehmen, muss die Kollegen aber genauso wenig nach vorn bitten oder gar drängen. Denn Zurückhaltung prägt seit jeher sein Œuvre. Eine besondere Schwingung des Aushaltens, die er aus Lebenssituationen bezieht. Klang und Nachklang. Lyrik, keine Lyrismen. Harmonie, kein An-den-Hals-Werfen.

Bertram Lehmann ist Dozent auch für Gehörbildung. Kein Schelm, wer Gutes dabei denkt. Das, was er hier mit seinem ehemaligen WG-Insassen Torkler und Mehmet Ali Sanlikol spielt, ist Gehörschule pur. Es geht ums Erkennen von Nuancen, um die Überraschung eines Gongs, das Kehlige des Zymbals, das weite Terrain von Glocken und Glöckchen, Trommeln und Holzblöcken. Lehmanns Perkussions-Set ist ein farbenprächtiger Nationalitäten-Park mit Gerät von Senegal bis Kuba und Indien, und doch geht es nie ums Demonstrieren von Technik und Handwerk. Es geht um Respekt.

Bei Sanlikol rannten Lehmann und Torkler damit offene Türen ein. Durch ihn bekommt diese – mutmaßlich schon als Duo funktionierende – Beziehung noch mal eine eigene Wärme, gleich ob mit der Sufi-Flöte Ney und der armenischen Duduk geblasen oder auf den türkischen Saiteninstrumenten Ud und Saz angeschlagen, gestrichen, gezupft.

Wer den Solisten Torkler mit seinen Studioproduktionen „Unvorhergesehenes“, „land“, „luftjahre“, „raum“ und „über die see“ wachsen hörte, den wird die Trio-Platte bestenfalls bestätigen, nicht überraschen. Gleich gar nicht, wenn man weiß, dass elf der 14 Stücke Neubearbeitungen sind. Material, das es, auf Solo-Piano gespielt, schon gab und das nachzuhören ist. Eine Einladung zum neuen Erleben.

Den Dreierstopp zur CD gibt es auf der Bühne am Sonntag im Kleinen Haus. Torkler holt Lehmann und Sanlikol „über die see“ und damit „zwischen die Welten“.
Wolfgang Torkler Trio, Sonntag, Beginn: 20 Uhr im Kleinen Haus, Glacisstraße 28, Karten gibt es für 20 und ermäßigt 16 Euro.

Andreas Körner

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