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Dorny sieht Kompetenzgerangel als Grund für Scheitern an Semperoper Dresden

Dorny sieht Kompetenzgerangel als Grund für Scheitern an Semperoper Dresden

Krach an der Semperoper: Sachsens Kunstministerium entlässt den designierten Intendanten Serge Dorny noch vor seinem Amtsantritt und sieht sich nun mit dessen Vorwürfen konfrontiert.

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Serge Dorny wird doch nicht Intendant der Dresdner Semperoper.

Quelle: dpa

Am Freitagabend kommentierte der Belgier seinen Rauswurf und sah dafür vor allem im Kompetenzstreit mit Dirigent Christian Thielemann den Grund. Er habe erst nach seiner Nominierung entdecken müssen, dass ihm laut Vertrag zustehende Kompetenzen auf die Position des Chefdirigenten entfielen, sagte Dorny. In der Konsequenz hätte das zu einem „kompletten Stillstand der zu fällenden Entscheidungen“ führen können.

Dorny gab an, Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) von diesem Umstand unterrichtet und um eine Lösung des Problems ersucht zu haben - ohne eine konkrete Antwort zu erhalten. „Zur selben Zeit musste ich feststellen, dass Christian Thielemann nicht gewillt ist, an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten, sondern allein auf seine Unabhängigkeit und die der Staatskapelle bedacht ist zum Nachteil der Gesamtheit der Aktivitäten der Semperoper“, erklärte Dorny. Die Staatskapelle sei „in den letzten Jahren aufgrund ihres Verhaltens zu einem Hemmnis der Entwicklung der Semperoper geworden“.

Zugleich warf Dorny Kunstministerin von Schorlemer einen Mangel an Transparenz vor und unterstellte ihr „fehlende politische Courage und Weitsicht“: „Wäre ich von Anfang an in vollem Maße über die gegebenen Verhältnisse informiert gewesen, hätte ich das Angebot von Frau von Schorlemer ablehnen müssen“, sagte er mit Blick auf seine Nominierung als Nachfolger der im Sommer 2012 gestorbenen Semperoper-Intendantin Ulrike Hessler.

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Krach an der Semperoper: Sachsens Kunstministerium entlässt den designierten Intendanten Serge Dorny. Fotos: dpa. Montage: A. Eylert.

Quelle: dpa Montage A. Eylert

Ministerin von Schorlemer hatte am Freitag über das sofortige Vertragsende von Dorny informiert und dabei in ungewöhnlich deutlichen Worten auf Versäumnisse des Belgiers hingewiesen. Dorny habe ihm entgegengebrachtes Vertrauen in kürzester Zeit verspielt und den Betriebsfrieden nachhaltig gestört. „Zu unserer großen Enttäuschung hat er den Erwartungen, die wir in ihn gesetzt hatten, nicht entsprochen. Um Schaden von der Oper im In- und Ausland abzuwenden, sehen wir zu einer sofortigen Kündigung keine Alternative mehr.“

Dorny, Jahrgang 1962, hatte seinen Vertrag erst im Herbst 2013 unterschrieben. Seither war er damit beauftragt, die neue Spielzeit vorzubereiten - parallel zu seiner Chefposition an der Oper in Lyon. Das Amt in Dresden sollte er zu 1. September dieses Jahres antreten.

Wolfgang Rothe, Kaufmännischer Direktor der Semperoper und seit dem Tod von Hessler eine Art kommissarischer Intendant, bedauerte die Entwicklung: „Gleichwohl trage ich die Entscheidung der Kunstministerin loyal mit. Wir waren bestrebt, Serge Dorny als künftigem Intendanten beste Bedingungen für seine Intendanz an der Semperoper Dresden zu ermöglichen, die jedoch offenbar nicht seinen Erwartungen entsprachen“, sagte Rothe am Freitagabend.

dpa

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