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Donna Leon stellte im Dresdner Schauspielhaus ihren neuesten Venedig-Krimi vor

Donna Leon stellte im Dresdner Schauspielhaus ihren neuesten Venedig-Krimi vor

Annett Renneberg verkörpert in den Verfilmungen der Brunetti-Krimis die wachsame Sekretärin ihres Commissario. Schön, klug, witzig und charmant hält sie ihm stets den Rücken vor unliebsamen Besuchern frei und steckt ihm auch so manchen aktuellen Klatsch und Tratsch.

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Aus dem 20. Brunetti-Roman las sie, den 21. hat sie bereits fertig, am 22. schreibt sie gerade: Bestseller-Autorin und Opern-Fan Donna Leon im Dresdner Schauspielhaus.Rechts: Brunetti-Darstellerin Annett Renneberg.

Quelle: Wolfgang Zimmermann

Am Dienstagabend nun hatte die aus Rudolstadt gebürtige 34-Jährige eine ganz andere Rolle übernommen. Im Dresdner Schauspielhaus wurde sie zur deutschen Stimme von Donna Leon, der literarischen Mutter jenes charismatischen Commissario Brunetti, der seit zwei Jahrzehnten nun schon in Venedig gegen das Verbrechen kämpft.

"Reiches Erbe" ist der zwanzigste Fall des in der Lagunenstadt ermittelnden umtriebigen Commissario überschrieben. Ein Jubiläum also! Ja, aber doch etwas mehr, denn der Klappentext des Buches verweist auf den bisher "feinfühligsten Fall" Brunettis. Das ist die Autorin diesem Fall allerdings auch schuldig. Noch zumal, wenn man weiß, dass Donna Leon in wenigen Tagen ihren 70. Geburtstag begehen wird. Schon mit 23 Jahren kehrte sie ihrer Geburtsstadt New Jersey den Rücken, ging nach Italien und studierte in Siena und Perugia. 1981 ließ sie sich dann in Venedig nieder, wo sie letztendlich auch ihren Commissario Brunetti zur Welt brachte.

Das Strickmuster der Romane ist austauschbar, die Charakteristik Brunettis ist es nicht. Er verkörpert nicht nur den grundehrlichen unbestechlichen Kämpfer gegen das Böse, er wird zugleich auch als der sympathische Familienmensch beschrieben. Allein dieses Gleichgewicht unterscheidet Donna Leons Romanfigur ganz wesentlich von all den vielen anderen und stets knallhart ermittelnden Superpolizisten der literarischen Welt. Bei Brunetti bleibt die Pistole eher im Hintergrund, und es dominiert dafür der scharfe Verstand oder eben die Kombinationsgabe. Und: Der Commissario hat zugleich auch ein Familienleben. Ist mit Paola - einer klugen Frau - verheiratet, und beide ziehen sie gemeinsam eine Tochter und einen Sohn auf.

Es ist mittlerweile etwas mehr als ein Jahrzehnt her, dass Donna Leon schon mal einen Brunetti-Roman in Dresden vorstellte. Damals las sie im gerade eröffneten Buchhaus auf der Prager Straße. Das trug noch den eindeutigen und verpflichtenden Namen "Buch & Kunst". Mittlerweile hat es nicht nur den Besitzer, sondern auch den Namen gewechselt.

Ganz sicher aber ist es kein guter Ort für einen sensiblen Familienmenschen vom Schlage eines Brunetti. Das Schauspielhaus eher, denn immerhin war das Parkett ordentlich gefüllt und auch im ersten Rang waren noch einige Reihen besetzt. Gelesen wurde zweisprachig. Doch nicht doppelt, sondern von Kapitel zu Kapitel wechselnd. Donna Leon las das erste Kapitel in ihrer Muttersprache, Annett Renneberg das nächste dann auf Deutsch. Ein lebhafter Dialog zwischen Publikum und Bühnen schloss sich an.

Befragt zur Fortsetzung von Brunettis Ermittlungsarbeit sagte Donna Leon, dass der 21. Fall Brunettis bereits fertig geschrieben sei und sie mittlerweile schon am nächsten arbeite. Auf die Frage aus dem Publikum, wie viel von Donna Leon selbst in der Romanfigur Paola Brunetti stecke, reagierte die Schriftstellerin lediglich mit einem hintergründigen Lächeln. Und die Frage nach ihrer schriftstellerischen Disziplin bejahte Donna Leon, allerdings mit der Einschränkung, sie sei eher "diszipliniert im kosmischen Sinne".

Doch es kamen auch Dinge fernab des Commissario zur Sprache. Denn die eingefleischte Opernliebhaberin Donna Leon hat kürzlich einen Roman vollendet, der ebenfalls in Venedig handelt, aber überhaupt nichts mit Brunetti zu tun hat, sondern ein komplett anderes Thema verarbeitet. "Himmlische Juwelen" nennt sich der Roman. Inspiriert wurde Donna Leon durch die Sängerin Cecilia Bartoli. Damit schließt sich der Kreis, denn Donna Leons zweite (oder gar die erste) Liebe gehört der italienischen Oper. Doch nicht nur. Sie verriet auch, wie sehr sie von der Musik Georg Friedrich Händels beeindruckt ist.

Für alle Donna-Leon- bzw. Commissario-Brunetti-Fans sei noch angemerkt, dass der aktuelle Roman ab dem 23. September in den Buchhandlungen zu bekommen ist. Die Besucher des Schauspielhauses hatten natürlich Heimvorteil. Sie konnten nicht nur das Buch selbst erwerben, sondern bekamen es auch persönlich von Donna Leon signiert. W. Zimmermann

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.09.2012

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